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Per Mariam ad Jesum

Prof. DDr. Friedrich Wessely

Friedrich Wessely wurde am 12. Mai 1901 in Wien geboren, absolvierte 1920 die  Mittelschule am Realgymnasium Wien XVII und begann seine Hochschulstudien im gleichen Jahr an der medizinischen Fakultät der Universität Wien. Nach kurzer Zeit wandte er sich dem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte zu und wurde 1923 als ordentliches Mitglied in das Institut für Österreichische Geschichtsforschung aufgenommen.

Im folgenden Wintersemester wurde er beurlaubt, um in Rom seine Studien über die Politik Papst Pauls V. am Vatikanischen Archiv fortsetzen zu können.

 

Bei einer zweiten Reise im Sommer 1924 gelang der Abschluss der Arbeit, die dann als Dissertation angenommen wurde. Im Wintersemester 1924 wurde ihm am gleichen Institut die Aufgabe gestellt, die Kirchenpolitik Kaiser Josephs I. zu erforschen mit Benutzung der im Staatsarchiv befindlichen Quellen. Diese Arbeit wurde im Sommer 1925 voll­endet und diente zugleich als Grundlage für die zum gleichen Termin abgelegte Staatsprüfung. Im März des folgenden Jahres erfolgte die Promotion zum Doktor der Philosophie.

Nach Abschluss der philosophischen Studien wandte er sich dem Studium der Theologie zu und trat im Herbst 1926 in das Wiener Priesterseminar ein, um sich auf das Priestertum vorzubereiten. Im Juli 1930 erfolgte die Weihe zum Priester. Von 1930 bis 1933 wirkte er als Kaplan von St. Othmar in Mödling in der Seelsorge und kam im Herbst 1933 als Studienpräfekt an das Priesterseminar. Hier wandte er sich vor allem dem Studium der Mystik zu und wurde auf Grund der Dissertation über die Vollkommenheitslehre Meister Eckeharts 1936 zum Doktor der Theologie promoviert. Im folgenden Jahr wurde er zum Spiritual des Priesterseminars ernannt und habilitierte sich im Sommer 1938 für Moral und Mystik. Seine Habilitationsschrift lautete: „Johannes vom Kreuz, der Lehrer des vollkommenen Lebens.”

Zum Thema der Vorlesungen, die er im Sommerseme­ster 1939 begann, wählte er „Die Geschichte des Frömmigkeitslebens in der Neuzeit”. Im Wintersemester 1939 mussten die Vorlesungen eingestellt werden, da die venia legendi ohne Angabe eines Grundes entzogen wurde.

Im Sommer 1945 schied er im Einvernehmen mit seinen Vorgesetzten aus seinem Amt als Spiritual des Priesterseminars. Er wurde im Herbst dieses Jahres als Lehrbeauftragter und 1946 als außerordentlicher Professor für Christliche Philosophie und Mystik an die theologische Fakultät berufen: 1961 musste er krankheitshalber in den Ruhestand treten. Von Dezember 1947 an versah er das Amt eines Kirchenrektors an der Kirche der Salesiane­rinnen am Rennweg. Immer klarer erfasste er die Notwendigkeit, das noch gläubige Volk zur Fülle des christlichen Lebens, zur Heiligkeit, zu führen und dadurch die Bekehrung des ganzen Volkes zu bewirken.

Vom 21. bis zum 28. April 1948, ein Jahr nach der Heiligsprechung von Ludwig Maria Grignion von Montfort, hielt er in der Kirche “Maria Heimsuchung” am Rennweg einen Predigtzyklus über das “Geheimnis Mariens”. Die Predigten schlossen mit einer Weihe an Jesus durch Maria nach den Weisungen des hl. Ludwig Maria, die von Hunderten von Menschen vollzogen wurde. Diese waren bereit, alles zu tun, um Wien wieder zu einer Stadt der Muttergottes zu machen.

Kurz darauf erhielt Wessely ein “Handbuch der Legion Mariens”, studierte es genau und setzte sich mit der Zentrale der Legion in Irland in Verbindung.

Im Jänner 1949 wurde er mit erzbischöflichem Dekret zum Geistlichen Leiter des ersten Präsidiums der Legion Mariens ernannt und gründete dieses am 2. Februar 1949. Er übte diese Funktion auch für die im April desselben Jahres gegründete Curia Wien, die im Juli 1950 zum Senatus von Österreich erhoben wurde, bis zum 31. März 1970 aus.

Er starb am 6. Dezember desselben Jahres und wurde am 11. Dezember 1970 am Wiener Zentralfriedhof im Priestergrab der Erzdiözese Wien hinter der Lueger-Gedächtniskirche beigesetzt.