Auf Wanderschaft für Christus (Bericht über die PPC-Einsätze 2015)

Im Handbuch der Legion Mariens ist ein Abschnitt der PPC gewidmet. Darin heißt es: Die Peregrinatio pro Christo (Wanderschaft für Christus) ist eine Bewegung die als „symbolischer Schritt“ über den Alltag hinaus führen. Legionäre, die über Zeit und Mittel verfügen sollen dies auch tun. Dieses Zeugnis für den Grundsatz, dass man um des Glaubens willen auf Reisen gehen und ein Wagnis auf sich nehmen muss, und sei es nur für eine oder zwei Wochen, kann das Denken der Legionäre wandeln und die Vorstellungskraft aller anregen (vgl. HB K40/8).

So sendet auch der Senatus Österreich dieses Jahr 8 Gruppen aus. Die Berichte sind eingelangt und so möchten wir ihnen einen Einblick in die Arbeit der Legionäre geben:

Rüdersdorf

7 Legionäre aus Österreich und Deutschland und ein Geistlicher Leiter wurden im Mai nach Rüdersdorf bei Berlin ausgesandt. Unser PPC-Einsatz hat in einem urbanen Gebiet von Rüdersdorf stattgefunden, in dem viele unterprivilegierte, einsame, sozial oder auch geistig verarmte und meistens nicht getaufte Menschen leben. Von den etwa 3000 Bewohnern dieser Wohngegend erhielten  1000 Haushalte im Vorfeld  ein Schreiben von Pater  Bumann mit dem Inhalt “Hoffnung bringen”. Dass unsere Hausbesuche angekündigt waren, hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass sich uns gegenüber das Misstrauen der in Grenzen hielt.

Im Großen und Ganzen trafen wir sowohl vor- als auch nachmittags in den meisten Wohnungen jemand an. Immer wieder kamen wir mit den Angesprochenen zu einem längeren Gespräch im Treppenhaus, auf der Straße oder wurden sogar eingeladen, in der Wohnung Platz zu nehmen. Bei einigen wenigen durften wir Wiederholungsbesuche machen und ausführliche Glaubensgespräche führen. Der katholischen Kirche gegenüber waren sehr viele Gesprächspartner skeptisch, weil sie noch keine positiven Erfahrungen sammeln konnten, wie die Aussagen zumeist lauteten. Besonders aufgeschlossen, neugierig und echt interessiert zeigten sich Kinder, mit denen wir im Beisein ihrer Eltern sprechen konnten, oder auch Jugendliche, die wir in Grüppchen angetroffen haben. Mindestens einer aus der Gruppe verwickelte sich mit uns nach anfänglicher Schüchternheit in ein Gespräch. Bei der Verabschiedung konnten wir deutlich feststellen, dass sie sich ernst genommen fühlten und  vielleicht doch die Türe, die Gott zwischen sich und uns “eingebaut” hat, versuchen werden zu öffnen.

Slowakei

8  Peregrini  waren in der Sowakei. Auf Wunsch von P. Markus machten wir Hausbesuche in den Pfarren Kolinany – Stitare – Jelenec – Neverice, wo wir schon in den vergangen Sonntagen angekündigt wurden und sehr freundlich aufgenommen waren. Zum Straßenapostolat teilten wir uns in Nitra auf. 2 Legionärinnen vom Comitium Zelize begleiteten uns dabei bis Sonntag.

Höhepunkte der PPC waren eine Audienz bei Bischof Viliam Judak. Ihm konnten wir die Legion Mariens vorstellen und vom Apostolat erzählen.

Berührend war für uns, dass wir bei den beiden Präsidien Versprechen der Legionäre miterleben durften. Am Sonntag gab es einen HL-Einkehrnachmittag, an dem etwa 70 der 100 HL teilnahmen und wir die Möglichkeit hatten, uns und die Legion Mariens vorzustellen.

Ein Dank der Mutter Gottes für all die Gnaden, die wir erfahren durften, sowie Allen, die für uns gebetet haben.

Pilgerapostolat in Lourdes

Im Juni war ein Team von sechs Legionären mit einem geistlichen Leiter in Lourdes. Dort wurde vor allem das Haus der Legion Mariens betreut und Apostolat an verschiedenen Plätzen in der Stadt und auf den Campingplätzen rund um Lourdes gemacht.

Eine Begegnung wollen wir näher berichten: „Vor der Rosenkranzbasilika wurde ich von einer Gruppe  aus Spanien gefragt: „Wo ist die Madonna von Lourdes?“ Ich erklärte, dass es in Lourdes kein Gnadenbild gibt, da die Unbefleckt Empfangene der heiligen Bernadette in einer Grotte erschienen ist. Die Pilger besuchen die Grotte und die Quelle darin. Ich sagte ihnen auch, dass für Pilger folgende Dinge wichtig sind: Beten, Heilwasser trinken, in der Quelle baden und zur Beichte gehen. „Ist es möglich hier zur Beichte zu gehen?“ fragte einer der Männer. Die Antwort: „Natürlich, die Beichtkapelle ist jeden Tag geöffnet“. „Wirklich?“, fragte er ein zweites Mal „Ich war schon viele Jahre nicht mehr bei der Beichte.“ „Dann wird Gott froh sein wenn Sie jetzt zu ihm kommen.“ „Beten, Heilwasser trinken, in der Quelle baden und zur Beichte gehen“, wiederholte die ganze Gruppe und so verabschiedeten wir uns. (Raphaela)

Berlin

Die Gruppe nach Berlin war auch im Juni unterwegs. Mit dem Nachtzug ging es ans Ziel. Am Bahnhof wurden wir von Sr. Seber abgeholt und zum Quartier gebracht. Am Abend trafen wir den Herrn Pfarrer Alarcon, um den Einsatz zu besprechen. Die meisten von uns kannten ihn und das Pfarrgebiet schon. Wir wussten auch, dass wir in einem Gebiet Apostolat machen werden, wo die Bevölkerung überwiegend türkisch und moslemisch ist. Aber wir konnten gut mit den meisten sprechen. Schwieriger war es, mit deutschen Berlinern ins Gespräch zu kommen, besonders, wenn sie evangelisch waren – „geht zu denen“ hörten wir oft, gemeint waren die Moslems.

Aber es gab trotzdem sehr viele längere Gespräche, die uns Einblick in beeindruckende Schicksale gaben. Viele Menschen warten darauf, dass sie mit jemanden sprechen können. Wir konnten auch mit einigen Menschen beten, auch wenn sie ohne Bekenntnis waren.

Eine junge Mutter, die nach dem Tod ihrer Mutter mit 11 Jahren ins Heim kam und darüber gar nicht reden wollte, wir erklärten ihr den Barmherzigkeits-RK. Ein junger Mann aus dem Iran, der seiner Mutter nur schwer verzeihen kann, dass sie ihn nach Deutschland geholt hat. Er wäre viel lieber im Iran. Dort hat er sich schon mit dem katholischen Glauben auseinandergesetzt und mit seinem moslemischen Glauben verglichen. Auch ihm erklärten wir den Rosenkranz. Ein junger Mann, evangelisch getauft, fragte uns über den Unterschied zwischen dem evangelischen und katholischen Glauben. Eine moslemische Großmutter freute sich über die WM für sie und ihre Enkelkinder – obwohl sie nicht gut deutsch verstand, die Sprache des Herzens verstand sie sehr gut!

Hamburg 1

Insgesamt sieben Peregrini folgten im Juli dem Ruf der Gottesmutter nach Hamburg. Viele Medaillen wurden verteilt und erklärt, viel Segen wurde vom Himmel herabgezogen durch die Ordensgemeinschaften vor Ort die uns tatkräftig unterstützten durch ihr Gebet und ihre Mithilfe. Bei den Elisabethschwestern durften wir wohnen und bei den Missionarinnen der Nächstenliebe fanden wir Aufnahme für Anbetung und Messfeier, auch durften wir immer wieder Menschen auf das Haus Betlehem der Schwestern aufmerksam machen.

„In St. Georg trafen wir einen etwa 60jährigen Mann, nach unserem Versuch ihm die Wunderbare Medaille zu schenken bezeichnete er sich als Atheist und wolle die WM nicht nehmen.  Wir konnten aber ein langes Gespräch über die Schöpfung und Gott als den Schöpfer führen. Der Mann meinte man könne hinter der Schöpfung ein höheres Wesen, also einen Schöpfer erkennen, aber wir können diesen weder erfassen noch verstehen. Es war ein sehr freundschaftliches Gespräch bei dem es uns möglich war Zeugnis über unseren Glauben zu geben.“ (Regina)

Lourdes 2

Neben dem Dienst in der Permanence und bei der Liturgie war eine weitere wichtige Aufgabe des Teams das Apostolat in und um Lourdes, vor allem auf Campingplätzen. Den Touristen wurden neben Wunderbaren Medaillen auch Informationen über Lourdes in verschiedenen Sprachen angeboten. Es konnten auch viele lange Gespräche geführt werden.

Michela berichtet: „Wir hatten die Aufgabe für die Pilgerschaft für einen Tag zu werben. Bei dieser Pilgerschaft kann jeder in seiner Sprache den Heiligen Bezirk kennenlernen. Auf einer Bank in einem kleinen Park sahen wir etwa 60 jährigen fröhlichen Mann sitzen, auf den wir zugingen und ihn ansprachen. Er erklärte uns, dass er in Lourdes arbeitet und ein Yogalehrer ist. Er glaubt an die Liebe, an die Sonne und das Positive. Ich sagte auch wir glauben an die Liebe. Es gibt die Muttergottes und sie ist die beste Mutter. Ich holte eine Wundertätige Medaille heraus und erklärte sie ihm so gut es ging und fragte ihn, ob ich sie ihm schenken darf. Er lächelte und nahm sie. Auch eine Erklärung gaben wir ihm mit. Wir verabschiedeten uns und gingen fröhlich weiter. Es war eine schöne Begegnung und wir hoffen, dass die Muttergottes diesen Menschen in Zukunft leiten möge.“

Lemberg

Im August machte sich ein Team von 7 Peregini per Zug auf den Weg nach Lemberg. Apostolat machten die Legionäre auf der Straße, in Parks und am Markt. Am Sonntag konnte in allen acht Messen (ukrainisch, polnisch und englisch) die Legion Mariens vorgestellt werden, Informationstreffen wurden abgehalten, etwa 60 Personen nahmen daran teil. Es gibt nun ein ukrainisch- und ein englischsprachiges Präsidium. Es wurden bei diesem Einsatz fast 700 Menschen direkt angesprochen und über 850 Medaillen verteilt.

„Wir trafen einen jungen Mann aus Graz mit seinem kleinen Sohn. Er ist mit einer Ukrainerin verheiratet. Bei der Eheschließung wurde das Kind auch griechisch-katholisch getauft, gefirmt und empfing die Erstkommunion. Die ganze Familie lebt den katholischen Glauben. Während unseres guten Gesprächs über den Glauben und den Rosenkranz ermutigten wir ihn diesen gemeinsam mit seiner Familie zu beten. Er nahm gerne drei Wunderbare Medaillen, eine Erklärung und einen Rosenkranz. Es war für uns eine sehr schöne Begegnung.“  (Christoph)

Hamburg 2

Obdachlose, Betrunkene, Drogensüchtige, Türsteher, Prostituierte, aber auch Freier und Neugierige, Besucher von Shows und Bewohner Hamburgs  – sie alle sind Kinder Gottes, die Sehnsucht nach Liebe haben. Sie waren das Ziel des Apostolates, auch für das Septemberteam.

Immer wieder wurde uns gesagt, dass die Angesprochenen es toll finden, dass wir sie angesprochen haben und dass wir dieses Apostolat wagen. Manchmal konnten wir auf die Frage, warum wir das tun, erklären, dass wir die Gnaden, die wir selbst empfangen haben, weitergeben wollen. Insgesamt hatten wir über 400 Kontakte und durften dabei viele Medaillen verschenken.

P. Alkuin berichtet: „In einem Hauseingang stand eine Prostituierte. Sie war erfreut, als die WM sah, nahm sie und legte sie zu ihrer Sammlung von 4 oder 5 anderen WM in ihrer Handtasche. Sie erzählte uns, dass sie sich immer über die Besuche von Legionären freute, jeden Tag betete und bald mit der Straßenarbeit aufhören wollte, aber ihr Haus in Ungarn sei noch nicht abgezahlt und um ihre Familie zu unterstützen gehe sie auf den Strich. Sie war nicht betrunken und sprach ganz sachlich mit uns über ihre Lage, ohne freilich zu klagen. In ihrem schweren Alltag war diese Begegnung mit uns Legionären eine Art Pause, eine gnadenerfüllte , die das Kreuz ein wenig leichter gemacht hat.“

Das Team von Lemberg, Foto: Kriss

Das Team von Lemberg, Foto: Kriss

Auf dem Weg zum täglichen Einsatzort in Berlin – Foto: Köstenberger

Apostolat am Bahnhof Hamburg, Foto: Köstenberger

Beim Präsidiumstreffen in der Slowakei – Foto: Lehrer

Die Legionäre in Lourdes – Foto: Pötsch

Das Team Hamburg I bei den Mutter-Teresa-Schwestern, Foto: Luger

Einige Peregrini bei der Ankunft in Rüdersdorf – Foto: Trapp

Bei der Lichterprozession in Lourdes, Foto: Auner

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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