Senatusbericht Juni 2011

Bericht über das 730. Treffen am 18. Juni 2011

1. ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus

Das Charisma von Frank Duff und von der Legion Mariens
Frank Duff hatte ohne Zweifel eine sehr große Liebe zu den Menschen. Er hat in jedem den Herrn erkannt, und erfasst, dass der Herr ihn in diesem Menschen um seine Liebe bittet. Es hat ihn sehr betroffen gemacht, wenn er Menschen begegnet ist, die – so sympathisch und gut sie auch gewesen sein mochten – keinen überzeugten Glauben hatten und nur eine vage Idee von Christus. Er bedauerte zutiefst, dass sich ihr religiöses Leben auf der untersten Sprosse der Leiter zu Gott abspielte und betrachtete sie wie Menschen, die innerlich in ebenso großer Not war, wie ein Verhungernder. Es hat ihn daher erschreckt, wenn er bemerkt hat, dass Katholiken der Auffassung waren, dass diese guten Menschen einfach zu respektieren waren und dass es nicht nötig wäre, ihnen ihr Defizit bewusst zu machen und als Antwort darauf den katholischen Glauben anzubieten.

Er hat beobachtet, dass unterschieden werden müsse, ob jemand mit Nichtkatholiken auf einer rein sozialen Ebene in Beziehung tritt und dabei ein Einvernehmen darüber herrsche, dass man eben unterschiedlicher Auffassung sei oder ob der Kontakt im Sinne einer gegenseitigen Bereicherung auf religiöser Ebene verstanden würde. Das war für ihn ein Verrat an der Kirche. Er hat messerscharf die Schlussfolgerung gezogen: wenn jemand nämlich meine, dass jeder in gewisser Weise die Wahrheit besitze, dann heißt das auch, dass jeder sich ebenso teilweise im Irrtum befinde. Die Kirche ist jedoch nach Paulus die Säule und das Fundament der Wahrheit. So sehr es stimmt, dass es auch außerhalb der Kirche Wahrheit und Mittel zur Heiligung gibt, so sehr muss uns klar sein, dass sich diese Wahrheiten und diese Mittel in ihrer ursprünglichen Reinheit und Fülle eben in der Kirche befinden. Sie befinden sich außerhalb als ein Reflex dieser einen Wahrheit, die Christus ist, ähnlich wie beim Mond, der leuchtet, weil er das Licht von der Sonne empfängt, aber nicht weil er selbst Quelle des Lichtes ist.

Jede Vorsicht, anderen eventuell zu nahe zu treten und daher die Notwendigkeit der Bekehrung zum katholischen Glauben nicht anzusprechen, bewirke nichts anderes in den Anderen, als der Eindruck, dass wir selbst keine Überzeugung hätten. So war es für ihn ein Schock als ihm zwei Menschen hintereinander erklärten, sie hätten noch nie einen Katholiken getroffen, der wirklich überzeugt war von seinem Glauben. Er schrieb das einer weitverbreiteten Haltung zu, niemanden ‚bekehren’ zu wollen.

Wir kennen auch die Stellen im Handbuch, die uns aufmerksam machen, dass oft die Angst vor Kritik, Spott und Ablehnung uns davon abhalten, für Christus und seine Kirche ein klares Zeugnis abzulegen.

Für uns in Österreich scheint zuweilen auch noch ein anderer Grund hinzuzukommen: die Sorge, dass durch eine klare Verkündigung unsres Glaubens womöglich vielen, die offiziell noch zur Kirche gehören, der Gedanke kommen könnte, dass sie in Wahrheit doch außerhalb der Kirche stehen. Es ist eine Tendenz bemerkbar, die Unterschiede gleichsam zu ‚verwischen’ um nicht Anstoß zu erregen oder womöglich die Wertschätzung der Menschen zu verlieren. Natürlich geht es darum die Menschen in jeder Hinsicht zu gewinnen, aber wir müssen sie für Christus und seine Kirche gewinnen, wo die Fülle der Wahrheit und der Gnade wohnen, und dies geht nicht ohne Hinkehr zum wahren Glauben.

Wir dürfen uns nicht verwirren lassen, wenn die Kirche als ‚kleine Herde’ erscheint, und wir wie ‚Schafe unter den Wölfen’sind, wenn wir Ablehnung und sogar Verfolgung erleiden, denn der Herr hat gesagt: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch Euch verfolgen”. Als sein Leib nehmen wir Teil an seiner Sendung, an seinen Erfolgen („Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe auch vollbringen und er wird auch noch größere vollbringen”), aber auch an seiner Verwerfung durch die Menschen. Für die Kirche wird immer das Kreuz, der Gekreuzigte Quelle ihrer Existenz bleiben. Sie geht aus der Seitenwunde Jesu hervor, jene Seite, die zuerst durchbohrt werden musste. Das Reich Gottes wird dort wachsen und erblühen, wo wir es nicht vermutet hätten, es wird zu großer Entfaltung gelangen aus unscheinbaren Werken, wie das Senfkorn, wenn auch immer das Unkraut ebenfalls sichtbar sein wird. Es würde nicht der Ausbreitung des Evangeliums am Anfang der Kirche in der Apostelgeschichte entsprechen, wenn wir ‚Erfolg’, ‚Ansehen’, ‚Zuspruch der Massen’ uns zum Ziel setzen würden.

Möge die Gottesmutter uns helfen, den Blick fest auf Christus zu richten, ihn zu verkünden und ihm nachzufolgen.

2. BERICHTE

JAHRESSBERICHT

Senatuspräsidium „Siegerin in allen Schlachten Gottes”
Dem Präsidium gehören vier Legionäre mit Versprechen an, zwei Legionäre sind Prätorianer. Weiters sind dem Präsidium acht Hilfslegionäre und ein geistlicher Adjutor angeschlossen. Die Legionäre führen Besuche im Blindenheim durch. Auch das wöchentliche Rosenkranzgebet im Blindenheim wird von den Legionären gestaltet. Weiters wird geholfen Patienten eines Spitals, vor allem in Rollstühlen, zur wöchentlichen hl. Messe zu bringen. Zur geistlichen Vertiefung nahm einer der Legionäre an Legionsexerzitien teil. Durch das Präsidium wird monatlich eine Patrizierrunde veranstaltet, an der im Durchschnitt zehn Personen teilnehmen. Um den Kontakt mit den Hilfslegionären und dem geistlichen Adjutor aufrecht zu erhalten, wird diesen die „Regina Legionis” teilweise persönlich überbracht.

VIERMONATSBERICHTE

Comitium Klagenfurt „Mutter der Einheit und des Friedens”
Im Berichtszeitraum bereiteten sich 3 Legionäre auf ihr Versprechen vor. Zur geistlichen Vertiefung fanden Legionsexerzitien statt, die gut besucht waren. An einem Curien-Einkehrtag nahmen alle Legionäre teil. Anlässlich des 90. Jahr-Jubiläums wird vermehrt auf die Verteilung der Frank-Duff-Seligsprechungsgebetsbilder Wert gelegt. In einigen Pfarren wurden die Maiandachten genutzt um die Gläubigen an die Weihe an Jesus durch Maria (33 Schritte) hinzuführen.

Comitium Graz „Maria, Ursache unserer Freude”
Beim Treffen im März wurden alle Amtsträger neu gewählt und die Zusammenlegung von Curia und Comitium vollzogen. Dem Comitium sind nun 2 Erwachsenencurien, 11 Erwachsenenpräsidien, 1 Jugendpräsidium und 1 Erwachsenenpräsidium im Aufbau angeschlossen. An einem Einkehrtag haben ca. 80 Legionäre und Hilfslegionäre teilgenommen. In einer Pfarre feierten 10 Erwachsene mit 15 Kindern und 2 Gästen ein Nazaretfest.

Comitium Burgenland „Maria, unsere Wegweiserin”
An einem Einkehrtag zum Thema: „Ist die Beichte heute noch aktuell namen rund 80 Legionäre, Hilfslegionäre und Freunde der Legion Mariens teil. Die deutschsprachige Curia führt derzeit eine Ausbreitung durch, an den dortigen Treffen nehmen regelmäßig 2 Legionäre und 3 Legionäre auf Probe teil. Für eine weitere Ausbreitung fanden bereits die ersten Vorarbeiten statt. An einer Wallfahrt nahmen etwa 85 Legionäre aller drei Räte teil.

Koreanische Curia „Maria, Mutter der Demut”
Im März fand erstmals eine eigenständige Aciesfeier in der koreanischen Gemeinde statt, an der zahlreiche Legionäre teilnahmen. 5 Legionäre nahmen an europäischen koreanischen Legionsexerzitien in Deutschland teil und konnten dort viele Erfahrungen austauschen und neue Ideen sammeln. Legionäre wirkten bei der Vorbereitung und der Werbung für ein Benefizkonzert teil und luden Ungläubige zu diesem Konzert in der Kirche ein.

Curia Wien-Süd „Maria, Hilfe der Christen”
In einer Pfarre ohne Präsidium wurde der Pfarrer auf die Legion angesprochen, er hat zugestimmt, dass die Legionäre Legionsmaterial auflegen. Die Pfarre wird im Herbst neu besetzt, dann werden die Legionäre die Legion neuerlich vorstellen. In einer Pfarre wurde mit Hilfe von Legionären ein Krankenfest mit 50 Teilnehmern veranstaltet. Legionäre nehmen mit Firmlingen den Jugendkatechismus durch, die Firmlinge tragen auch mit Legionären Geburtstagsbriefe aus.

Curia Wien-Südost „Maria, Mittlerin aller Gnaden”
In der Curia wird großer Wert auf die geistliche Vertiefung und Weiterbildung gelegt. So nehmen z.B. mehrere Legionäre an einem theologischen Kurs teil. Das zu Jahresbeginn neu gegründete Präsidium hat derzeit ein Legionär mit Versprechen, zwei Legionäre die noch im Juni das Versprechen ablegen wollen, einen sehr interessierten Gast und 21 Hilfslegionäre. Im Berichtszeitraum wurde in einem Alten- und Pflegeheim begonnen mit den Betreuten Rosenkranz zu beten.

3. VERSCHIEDENES

Aus dem Brief unseres Korrespondenten Tommy McCabe
„…Zunächst möchte ich Sr. Wiltrud Zecha zu ihrer Wahl zum Senatuspräsident gratulieren und wünsche ihr viel Gnade und Segen, weil sie diese anspruchsvolle und wichtige Rolle im Leben der Legion in Österreich und der ihr angeschlossenen Räte einnimmt. Ich darf auch Sr. Simböck und Br. Moick für ihre Bereitschaft, zu kandidieren danken. … Es war gut, dass die finanzielle Lage des Senatus diskutiert wurde. Legionäre sollten natürlich ermutigt werden, großzügig zu sein. … Alle Räte könnten gebeten werden, Kapitel 35 des Handbuchs über Geldmittel, als gute Grundlage zu diesem wichtigen Thema zu studieren. … Es ist eine gute Nachricht, dass Pater Florian und Sr Ruepp in der Lage waren, Bischöfe in Bulgarien zu besuchen und die Erlaubnis erhielten, die Legion in ihren Diözesen zu starten. Es wäre sehr wichtig, das Handbuch ins Bulgarische zu übersetzen und mit der Tessera zu starten. … Es ist gut, dass die Ausbreitung in der spanischen Gemeinde vorangeht. … Es war gut, dass das Comitium Innsbruck seinem Bischof besucht und eine Novene für die Kirche initiiert hat. Zu diesem Zeitpunkt sollten wir besonders den Heiligen Geist anrufen und ihn bitten uns zu leiten und inspirieren bei allem was wir tun. …”

Wahl des Senatus Vizepräsidenten
Aufgrund der Wahl des bisherigen Vizepräsidenten Sr. Wiltrud Zecha
zum Senatuspräsidenten war neuerlich die Wahl eines Vize-präsidenten notwendig. Für die Wahl des neuen Vizepräsidenten standen zwei Kandidaten zur Auswahl, gewählt wurde Sr. Elisabeth Ruepp. Wir wünschen Sr. Elisabeth Ruepp Gottes reichsten Segen für ihre neue Aufgabe.

„33 Schritte”
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder helfen, dass sich möglichst viele Menschen durch Maria an Jesus weihen oder sich zumindest mit diesem Thema beschäftigen. Die ersten Schritte dazu wurden gemacht, indem das Begleitheft überarbeitet und bereits ein Grundstock an Heften gedruckt wurde.
Die ersten Bestellkarten liegen diesem Schreiben bei, wer mehr benötigt, kann sich an die Materialstelle wenden.
In den Diözesen Vorarlberg und Salzburg wird die Aktion heuer auf Diözesanebene durchgeführt.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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