Senatusbericht Jänner 2011

Bericht über das 725. Treffen am 15. Jänner 2011

1. ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus

Das Charisma von Frank Duff und von der Legion Mariens
Liebe Legionäre, wie wichtig es ist, dem Charisma von Frank Duff und der Legion nachzuspüren, erkennt man zum Beispiel, wenn man sich der Frage stellt: Sollte die Legion, angesichts der dringenden Notwendigkeit, dass alle Menschen auf den Glauben angesprochen werden, wenn sich ihr die Möglichkeit bietet, einen Rundfunksender betreiben – oder eine religiöse Monatszeitschrift erstellen, die an alle Haushalte in ihrem Gebiet ergeht?
Frank Duff war modern, und im Sinne der Kirche sehr für den Einsatz der sozialen Kommunikationsmittel, wenn es um die Verkündigung des Evangeliums ging. Sicher könnte ein Rundfunksender oder eine gute Zeitschrift eine wertvolle Hilfe sein. Dennoch liegt das Hauptaugenmerk der Legion woanders: Frank Duff konnte die Menschen nicht als Masse sehen, sondern nur als Einzelpersonen, in ihrer Originalität und mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen, besonders hinsichtlich ihres Weges zur Ewigkeit, in ihren beinahe unendlichen Entfaltungsmöglichkeiten. Er hat einmal gesagt: „Die Menschen kann man nicht in der Masse religiös machen. Die Grundlage dieser Arbeit muss die individuelle und persönliche Berührung zwischen einer glühenden Seele und einer anderen Seele sein.” und „Jede Seele trägt unermessliche Möglichkeiten zum Guten oder zum Bösen in sich, für sich selbst und für alle anderen. Jede einzelne ist ein Same unbegrenzter Macht, mit der Fähigkeit zum Aufbauen und der Fähigkeit zum Zerstören, leider aber zu letzterem mehr geneigt als zu ersterem.” Diese Feststellung ist der Grund für das persönliche Bemühen um jeden Einzelnen.
Das Herz des Legionsapostolates ist deshalb der persönliche Kontakt, am allerbesten als Besuch zu Hause, aber natürlich auch überall dort, wo die Menschen sonst anzutreffen sind. Er zeigt als immer gültiges Vorbild den Besuch Mariens bei Elisabeth: eine Seele, einzig von der Liebe angeleitet und im wahrsten Sinn des Wortes von Gott erfüllt, macht sich auf zur Begegnung mit einer anderen. Alle Fruchtbarkeit hängt davon ab, sich bei der Kontaktnahme in die Gottesmutter gleichsam ‚hinein zu versenken’, damit beim Legionsapostolat das Geheimnis dieser Begegnung neu gegenwärtig wird.
Der Legionär kann seinem Apostolat nicht größere Reichweite verleihen, indem er das, was er einer Person sagen möchte, über ein Mikrophon oder ein Druckwerk zugleich Vielen zukommen lässt. Frank Duff war sich sicher, dass die Wirkung abnimmt, je geringer dieser unmittelbare, persönliche Kontakt mit dem Menschen ist. Deshalb gibt es für den Legionär nur eine gültige Weise seinem Apostolat größere Reichweite zu verleihen: nämlich indem er neue Legionäre dazugewinnt. So hat es auch der Herr gemacht, und alle Heiligen, durch die der Heilige Geist Ordensgemeinschaften und Kongregationen, aber auch Laienbewegungen ins Leben rufen wollte – wie eben auch die Legion Mariens.
Wir müssen einen großen Eifer empfinden und an den Tag legen, wenn sich die Frage stellt:

  • Habe ich schon einen Apostel für Gott gewonnen?
  • Habe ich schon einen Katholiken dahin geführt, dass er beginnt, seinen Glauben nicht mehr nur für sich, sondern auch für andere zu leben?
  • Habe ich vielleicht sogar jemanden neu in den Glauben eingeführt und ihn dann zum Apostel gemacht, damit er das volle Christsein leben kann?
  • Helfe ich anderen, z.B. Mitlegionären darin zu reifen, Apostel zu sein? (Wie es z.B. die Aufgabe von Amtsträgern in Präsidien und Räten ist).

Hier gibt es ein großes Feld an Betätigung und an Entfaltung unserer eigenen Berufung. In der Legion bin ich immer auch dazu berufen, Apostel zu gewinnen, so wie ich als Apostel gewonnen worden bin. Und mein eigener Weg gibt mir genug Anregung, wie ich anderen dabei helfen kann.

2. BERICHTE

JAHRESBERICHT

Senatuspräsidium „Mother of our Saviour”
Das Präsidium zählt 10 aktive Legionäre und 81 Hilfslegionäre.
Die Legionäre sind in die meisten Aktivitäten der philippinischen Gemeinde eingebunden. Neben dieser Arbeit hat das Präsidium derzeit drei Arbeitsschwerpunkte: In einem Pensionistenheim helfen die Legionäre u.a. regelmäßig den Bewohnern zu den Gebetsstunden und den Heiligen Messen zu gelangen. Weiters werden Hausbesuche mit der Wandermuttergottes durchgeführt, bei denen die Legionäre versuchen die Wichtigkeit des Gebetes und des Empfanges der Sakramente in Erinnerung zu rufen. Der dritte Schwerpunkt der Arbeit dieses Präsidiums liegt schließlich bei den Kindern und Jugendlichen. So wurden z.B. 7 Jugendliche auf die Firmung vorbereitet, etwa 29 Kinder nehmen am Katechismusunterricht teil, bei dem Legionäre mithelfen.

VIERMONATSBERICHTE

Ukraine
Es wurden 4 neue Präsidien gegründet, in 2 Orten wurde die Legion vorgestellt und in einer afrikanischen Pfarre gibt es mehrere ehemalige Legionäre die an der Errichtung eines Präsidiums interessiert sind. Österreichische Legionäre wurden von einem Weihbischof auf die Krim eingeladen, um dort die Legion vorzustellen und bei der Gründung von Präsidien zu helfen. Um den Legionären den Zugang zu Legionsmaterial zu erleichtern, entsteht derzeit eine Materialstelle.

Curia Bregenz
Das Hauptaugenmerk der Arbeiten lag bei der Aktion „33 Schritte”, es fanden u.a. Priesterbesuche statt, Legionäre halfen bei der Durchführung von Vorbereitungstreffen, auch ein Schulungstag mit dem Thema: „Wie stelle ich einem Priester, oder einem Laien die 33 Schritte vor?” fand statt. In einer Pfarre sollen die Teilnehmer der Aktion „33 Schritte” nun durch eine „Montfortrunde” weitergeführt werden. Im Zuge der Aktion konnte auch 1 Legionär in Probe gewonnen werden.

Comitium Innsbruck
Im Berichtszeitraum wurden 1 neuer Legionär, 2 Legionäre in Probe und etliche Hilfslegionäre gewonnen werden. In einem neugegründeten Präsidium legten 4 Anwärter das Versprechen ab. Im Comitium wird der geistlichen Vertiefung hoher Stellenwert eingeräumt. An Legionsexerzitien zum Thema „Das Leben aus der Taufe” nahmen 23 Legionäre teil, an einem von Legionären veranstalteten Einkehrtag haben 29 Legionäre und Hilfslegionäre teilgenommen.

Curia Salzburg
In einer Pfarre finden derzeit die letzten Vorarbeiten für den Beginn einer Ausbreitung statt. In einer anderen Pfarre wird von den Legionären ein Einkehrtag vorbereitet, der auch für die Werbung genutzt werden soll. Am 8. Dezember nahmen in der Wallfahrtskirche Maria Plain viele Gläubige am Gottesdienst und dem Weiheversprechen teil. In den Monaten davor warben die Legionäre der einzelnen Präsidien eifrig für die Aktion „33 Schritte”.

Comitium Mühlviertel
Im Berichtszeitraum legten 7 Legionäre das Versprechen ab, 3 neue Legionäre auf Probe kamen dazu. Alle Präsidien warben eifrig für die Aktion „33 Schritte” und verteilen dabei ca. 550 Vorbereitungshefte. Zu diesem Thema wurden u.a. auch eine Patrizierrunde und ein Begleittreffen abgehalten. Durch einen Hausbesuch mit der Wandermuttergottes konnte einer kirchenfernen, sterbenskranken, jungen Mutter ein Priesterbesuch vermittelt werden.

Comitium Linz
Im Zuge der Priesterbesuche für die Aktion „33 Schritte” äußerte ein Priester den Wunsch nach einem Präsidium in seiner Pfarre. Zum dortigen Info-Treffen kamen 6 Interessenten, nach mehreren Treffen kommt nun 1 Person regelmäßig, auch Hilfslegionäre konnten schon für dieses Präsidium gewonnen werden. Ein Legionär gibt einem persischen Taufbewerber Glaubensunterricht und hat auch noch regelmäßigen Kontakt zu weiteren Personen, die er zur Taufe führen konnte.
Curia Wien West
Die Curia besteht aus 6 Präsidien mit insgesamt 30 Legionären. Diese besuchen regelmäßig acht Pfarren im Curiengebiet ohne Präsidium zum Rosenkranzgebet und zur Heiligen Messe, es wird um die Errichtung eines Präsidiums gebetet. In einer dieser Pfarren nahmen 35 Personen an der Aktion „33 Schritte” teil, die Weihe wurde in der dortigen Pfarrkirche vollzogen. Im Berichtszeitraum wurde 1 Legionsversprechen abgelegt und 1 neuer Hilfslegionär geworben.

3. VERSCHIEDENES

Jahresthema des Conciliums
In diesem Jahr feiern wir den 90. Jahrestag der Gründung der Legion Mariens. Das Concilium hat daher folgendes Jahresthema festgelegt:
„Das Charisma von Frank Duff und die Legion Mariens”
Dieses Thema soll wirklich in jedem Präsidium und jedem Rat auf die Tagesordnung kommen, um wirklich das ganze Jahr über präsent zu bleiben.

Winterschule 2011
Vom 3. bis 6. Jänner fand in Stift Göttweig wieder die jährliche Winterschule für Legionäre statt. Die Winterschule stand unter dem Thema „Die Legion Mariens bietet eine Lebensform”. Mehr als 60 Legionäre und geistliche Leiter nahmen daran teil. Es ist besonders erfreulich, dass heuer mehr als 60% der Teilnehmer das erste Mal bzw. erstmals seit langer Zeit diese Chance der Weiterbildung genutzt haben. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchwegs positiv und können wie folgt mit den Worten eines Teilnehmers zusammengefasst werden: „Schade, dass diese schönen Tage des Lernens und der Gemeinschaft schon zu Ende sind, jetzt dauert es sicherlich nicht wieder 10 Jahre bis ich das nächste Mal zur Winterschule komme!”

Legions-Statuen
Wie beim Bericht über die Ukraine festgehalten, entsteht in Kiew derzeit eine Materialstelle. Beim Bericht darüber kam zur Sprache, dass es ein zusätzliches Problem bei Ausbreitungen in der Ukraine, aber auch in anderen Ländern ist, eine legionskonforme und erschwingliche Marienstatue zu erwerben. Wir wollen hiemit alle Räte und Präsidien fragen, ob sie nicht Statuen der Mittlerin aller Gnaden besitzen, die nicht in Verwendung und daher abzugeben wären. Sollten sich tatsächlich „verwaiste” Statuen finden, ersuchen wir Euch, dies dem nächst höheren Rat zu melden.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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