Bericht über das 724. Senatustreffen am 18. Dezember 2010

1. ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des SenatusDas Charisma von Frank Duff und von der Legion Mariens
Liebe Legionäre, das Zweite Vatikanische Konzil hat es allen religiö-sen Orden, Kongregationen aber auch Laiengemeinschaften zur Auf-gabe gemacht, sich auf das eigene Charisma zu besinnen und davon ausgehend, sich um einen treuen Dienst in der Kirche gemäß diesem Charisma zu bemühen.
Was ist mit diesem Charisma gemeint? Ich meine, dass es bei dem Charisma zuallererst um bestimmte Einsichten geht, die den Gründern dieser Gemeinschaften und Bewegungen geschenkt worden sind über das Geheimnis Gottes, wie es sich uns in Christus erschlossen hat, Einsichten über eine bestimmte Weise, wie dem Herrn die Möglich-keit geboten werden kann, sein Leben und Wirken durch uns fortzu-setzen. Denn da niemand Christus in seiner ganzen Fülle darstellen kann, ist jedem eine bestimmte Gnade der Teilnahme am Leben Jesu geschenkt worden und er dient dem Herrn dann am besten, wenn er das lebt, was Christus von ihm wünscht und wozu Christus ihn braucht um sein Werk zu wirken.
Es gibt nämlich viele gute Werke, die Menschen verrichten können, aber nur wer so wirkt und das wirkt, was Gott will, der wirkt mit Gott zusammen und dient seinem Heilsplan. Nehmen wir z.B. Mutter Te-resa: man hat ihr oft zum Vorwurf gemacht, dass es in ihren Häusern für die Armen zu primitiv zugeht: warum schafft man nicht Wasch-maschinen an, statt die viele Wäsche händisch zu waschen, warum baut sie nicht eine Art Spital für die Sterbenden in Kalkutta, etc. Viele konnten einfach nicht begreifen, dass die Berufung der Schwestern nicht einfach von der wirksamsten Lösung der Probleme der Armen her bestimmt ist, sondern vom Verlangen Jesu, in den Armen mit per-sönlicher Liebe und persönlichem Dienst geliebt zu werden. Dass er Schwestern wollte, die arm leben sollten, wie eben die Armen, um ihre Herzen zu erreichen und Jesus zu ihnen bringen zu können, dass Jesus nicht perfekt gebildetes medizinisches Personal gesucht hat, sondern Menschen, die sich vor allem ihm total schenken usw. Genau darin aber liegt das Zeugnis, die Strahlkraft der Schwestern in aller Welt, sodass sie wahrhaft Missionarinnen der Nächstenliebe gewor-den sind.
So müssen auch wir uns fragen: was ist das Charisma der Legion? Sicher zuerst einmal, dass Frank Duff den einzelnen Katholiken als Glied am Leib des Herrn erfasst hat, also als einen Menschen, durch den der Herr mitten in der Welt seine Sendung fortsetzen möchte, und dass das Leben jedes einzelnen Katholiken daher eine eminente Be-deutung hat: dass es ein heiliges Leben sein muss, ein innerliches Le-ben, ein apostolisches Leben, und ein Leben, das dazu bestimmt ist, gerade durch die Gemeinschaft mit den Anderen, seine Strahlkraft zu erlangen. Daher tritt die Legion als ‚Massenbewegung’ auf, steht durch ihr System jeder Art von Menschen offen, und kann daher allen helfen, zu einem zweiten Christus zu werden. Ihr System ist total praktisch und hat als Grundsäulen das wöchentliche Treffen und das wöchentliche gemeinschaftlich durchgeführte Apostolat. Diese beiden gehören wesentlich zum Charisma der Legion, und es muss uns klar sein, dass der Legionär genau in dem Maß in seiner Berufung wächst und seinem Ziel näher kommt, als er diese beiden Grundelemente so gut wie möglich nutzt. Das wöchentliche Treffen findet eine Erweite-rung im Treffen des Rates, in dem ein Element des Charismas noch deutlicher wird: gemeinsames planen, überlegen, Sorge tragen im Hl. Geist. Frank Duff hatte ein große Wertschätzung für dieses gemein-same Planen – er war sich sicher, dass eben weil jeder Katholik in bestimmter Weise den Herrn gegenwärtig setzt, die Gedanken Christi umso mehr sichtbar werden, je mehr von uns gemeinsam danach fra-gen.
Deshalb wäre es eine Versuchung zu meinen: zum Wochentreffen komme ich später – ich muss noch dieses Apostolat machen; oder den zweiten Teil des Curientreffen spar ich mir und geh in die Anbetung; oder die Hausbesuche machen wir alleine – da schaffen wir es zu viel mehr Menschen … So sehr Hausbesuch und Anbetung auch lobens-wert sind, sie dürfen uns nicht davon abhalten unsere ‚ersten Pflich-ten’ zu erfüllen, denn die Legion – und wir mit ihr – wachsen vor allem durch sie!!
Zugleich hat Frank Duff erkennen dürfen, dass es die Berufung der Muttergottes war, die Fülle dessen, was Gott dieser Welt durch Jesus schenken wollte, vollständig aufzunehmen, dass in ihr all das schon lebendig ist, was erst in jedem einzelnen Glied der Kirche heranwach-sen soll, und dass jeder von uns sein ganz persönliche Begnadigung nur unter Mitwirkung der Gottesmutter, durch ihre Hilfe erhält. Dass sie es ist, die uns zu einem lebendigen Glied am Leib Christi ‚heran-bildet’ und dass unser Dienst ein Mitwirken an ihrer eigenen Aufgabe ist. Daher ist man in dem Maß Legionär und dadurch Glied am Leib Christi, als man sich der Führung der Gottesmutter unterstellt, in in-niger Beziehung zu ihr steht, sodass die Muttergottes ihren Liebes-dienst an Jesus in den Menschen durch uns leisten kann. Die Ver-sammlung rund um die Statue der Gottesmutter und das Beten des Rosenkranzes, sollen uns dies immer wieder vor Augen führen.
Die Legion teilt die Menschen nicht in 2 Hälften: die Apostel und die Betreuten. Sie sieht in jedem ein potentielles Glied am Leib Christi und sieht ihr Ziel erst erreicht, wenn alle Menschen diesem Leib ein-gegliedert und selber lebendige Glieder Christi geworden sind. Sie weiß, dass es die Aufgabe der Gottesmutter ist, jeden einzelnen Men-schen dorthin zu führen, und dass man daher den Seelen nichts Besse-res tun kann, als sie mit der Muttergottes bekannt zu machen.
So könnte man das Charisma der Legion in groben Zügen ‚umreißen’. Die Berufung von jedem von uns Legionären ist eingebettet in dieses Charisma. Damit wir unser Ziel erreichen, ist nicht so wichtig was wir tun, sondern dass wir den Geist und das System der Legion dabei möglichst getreu anwenden – so wird alles Früchte tragen.

2. BERICHTE

JAHRESBERICHT

Curia Trnava
Der Curia sind 8 Präsidien mit 64 aktiven Legionären, davon 3 in der Probezeit angeschlossen. Weiters hat die Curia 2434 Hilfslegionäre, 2 Prätorianer und 12 Adjutoren. Heuer wurde mit der Herausgabe einer slowakischen Regina Legionis begonnen, es gab bereits die ersten 3 Ausgaben. Zur geistlichen Vertiefung fanden Exerzitien statt, an de-nen 35 Legionäre teilnahmen, zum Abschluss der Exerzitien wurde die Weihe nach Ludwig Maria Grignion de Montfort vollzogen.
An der Curienwallfahrt nach Bajc nahmen 160 aktive und betende Mitglieder teil. Von Seiten eines Pfarrers wurde das Interesse an ei-nem Präsidium in seiner Pfarre bekannt gegeben, es laufen bereits die Vorarbeiten, damit am Anfang des Jahres mit der Ausbreitung begon-nen werden kann.

VIERMONATSBERICHTE

Curia Wien Nord-West
Die Curia, welche in den Wiener Bezirken 16 bis 18 wirkt, feierte im August ihr 550. Treffen und besteht somit seit etwa 46 Jahren. Im Berichtszeitraum wurden 1 Legionär auf Probe, 1 neuer Hilfslegionär und 1 neuer Geistlicher Adjutor gemeldet. Ein Präsidium konnte 3 Austritte und ein Rücktritt erwirken. Ein Präsidium konnte bei der Aktion „Leo” (Sammlung von Lebensmitteln für Bedürftige vor Su-permärkten) geistliche Literatur verteilen.

Curia „Maria Treu”
Im Berichtszeitraum schenkte die Gottesmutter der Curia 2 Hilfslegi-onäre und 3 Legionäre auf Probe. Zur Geistlichen Vertiefung wurden u.a. das Gemeinschaftsfest Cenacolo in St. Margareten und der Ma-riologische Kongress besucht. Im Dezember wurde im Uni-Campus (Altes AKH) ein „Christkindlapostolat” durchgeführt, welches von den Besuchern des Adventmarktes gut angenommen wurde. In einer Pfarre werden Vorarbeiten für eine Ausbreitung durchgeführt.

Comitium Olmütz
Im September wurde mit einer Heiligen Messe das 20-jährige Jubi-läum der Legion Mariens in Mähren gefeiert, eines der „Gründungs-präsidien” feierte bereits das 1000. Treffen. Eine Curia hat beim Tür-zu-Tür Apostolat, in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jugend, zum Besuch der Heiligen Messe eingeladen, sowie geweihte Medaillen und Schriften angeboten. Beim lebendigen Rosenkranz für die Aus-breitung der Legion und für Geistliche Berufe beten 40 Teilnehmer mit.

Comitium Prag
Das Comitium, das sich auch an der Aktion „33 Schritte” beteiligt hat, besteht aus 13 Präsidien und einem Präsidium im Aufbau. Nach dem Tod des Geistlichen Leiters eines Präsidiums kümmerte sich Bischof Karel Herbst persönlich und mit Erfolg um einen neuen Geistlichen Leiter. Auf die Fürbitte von Alfie Lamb wurde im Früh-ling ein neues Präsidium gegründet, dieses arbeitet nach wie vor gut. Weitere Ausbreitungen sind im Gange.

Comitium Zseliz
Um den Kontakt mit den 3 angeschlossenen Curien (diese bestehen aus insgesamt 27 Präsidien mit 188 Legionären, 2 Legionären auf Probe, 1610 Hilfslegionäre und 25 Hilfslegionäre auf Probe) zu ver-stärken, wurden Korrespondenten ernannt. In jeder der Curien ist eine Religionslehrerin gemeinsam mit anderen Legionären um die Kinder-arbeit bemüht. Einige Legionäre des Comitiums haben die 33 Schritte auf die Vollkommene Hingabe am 8. Dezember mitgemacht.

Curia Chisinau
Legionäre haben Invalide, die ungläubig waren, betreut und in die Kirche eingeladen. Jetzt wird ihnen geholfen, gläubige Katholiken zu werden. Legionäre aus einem Jugendpräsidium verstärken ein Er-wachsenenpräsidium. Junglegionäre und Erwachsene haben gemein-sam dreitägige Exerzitien gemacht. Gemeinsam wurde auch ein Se-minar über das Thema „Christliche Erziehung für Kinder und Famili-en” organisiert.

3. VERSCHIEDENES

Besuch von Eminenz Christoph Kardinal Schönborn
An diesem Treffen nahm Kardinal Christoph Schönborn teil. Zu Be-ginn seiner Ansprache sagte er: „Jeden Monat sehe ich auf meinem Terminkalender „Senatustreffen im Festsaal” stehen. Aber es ist schon einige Jahre her, dass ich dabei war, viele Jahre! Aber ich möchte betonen, ich bin der Legion Mariens besonders dankbar.”
Dann brachte er die „Apostelgeschichte 2010″ mit der Legion Ma-riens in Zusammenhang. Er nannte diese Aktion eine „PPC in Rein-format”. Eine Peregrinatio pro Christo habe, so wie diese Aktion der Erzdiözese Wien, ein großes Ziel und das sei die Missionierung der Völker. Die Apostelgeschichte ist ein Buch über die Ausbreitung des Evangeliums. Es gehe nun darum sie fortzusetzen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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