Bericht über das 722. Senatustreffen am 16. Oktober 2010
1. ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des SenatusLiebe Legionäre, gestern war das Fest der hl. Teresa v. Avila, der Kirchenlehrerin des inneren Lebens und des Weges zur Vollkommen-heit schlechthin.
Sie ruft uns in Erinnerung, was wir leicht vergessen können: nämlich, dass die Seele des Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen ist, von einzigartiger Schönheit ist und dass sie nicht dafür geschaffen ist, sich den Gegenständen ihrer Leidenschaften hinzugeben, den Dingen dieser Welt, sondern einzig Gott. Dass Gott sie erwählt hat, seine Wohnstatt zu sein, dass sie bestimmt ist die Braut zu sein, die er sich vermählen will; d.h. der er seine Liebe erweisen will, indem er sich ihr uneingeschränkt mitteilt und mit ihr alles teilt, was er in sei-ner Herrlichkeit besitzt. Sie geht vom Wort des Herrn aus, der ver-heißt, dass jene die ihn lieben von der Dreifaltigkeit geliebt sein wer-den, und dass die 3 göttlichen Personen in diesem Menschen wohnen und mit ihm verkehren würden, so wie sie auch unter einander ver-kehren.
Sie bedauert zutiefst den Menschen, der sich seiner Würde nicht be-wusst ist, der nichts von der Kostbarkeit seiner Seele weiß, von der Größe und Schönheit dessen, der sie zu seiner Wohnstatt erwählt hat, und wer es ist, der mit ihm verkehren will, und weil er es nicht weiß, sich mit allerlei Ungeziefer und Schmutz abgibt.
Sie spricht davon, wie Gott die Seele ruft, weg von all den Dingen, in denen sie sich und ihre große Bestimmung verliert, zur Besinnung und zum Streben zu ihm zu kommen. Und wie sich eine Seele auf-macht, wie sie innerlich wird, weil sie mehr und mehr erfasst, dass Gott sich ihr in den Tiefen ihrer Seele mitteilt. Sie beschreibt das in-nerliche Leben als ein Voranschreiten in der Sammlung, in der Auf-merksamkeit auf Gott, verbunden mit der Abkehr von der Sünde, der schweren aber auch der lässlichen, von den Dingen die die Seele zer-streuen und in gewisser weise beschmutzen würden. Sie spricht von ganz wunderbaren Gnaden, die Gott den Seelen erweist, die begonnen haben nach ihm zu suchen, wie Gott sich seiner Braut mehr und mehr zeigt, um in ihr die Liebe und Sehnsucht mehr und mehr zu entflam-men, ähnlich einem Paar, das sich verlobt, und das sich zu gefallen versucht.
Die wachsende Liebe drängt die Seele zu jener wirklichen Selbsthin-gabe an Gott, die notwendig ist, damit auch Gott sich der Seele hin-geben kann. Denn Gott sucht die Seelen, die sich ihm mit derselben Entschlossenheit hingeben, mit der er sich uns hingegeben hat. Diese Seelen sind seine Lieblinge. Gott tut uns keine Gewalt an - er nimmt das, was wir ihm geben. Aber er lädt uns ein, uns ganz zu geben. Die Auswirkung ist wunderbar: Anteil an seiner Macht. Denn so wie die Seele sich vergessen hat und sich aufgibt, um sich alleine um den Willen Gottes zu kümmern, so übernimmt Gott ganz die Angelegen-heiten seiner Braut.
In der Muttergottes sehen wir dies verwirklicht, denn durch ihre Hin-gabe ist sie zur Mutter der Seelen geworden, die überall dort als Mut-ter aktiv ist, wo Gott den Menschen Vater ist! Deshalb ist der tiefe Sinn der Weihe an Jesus durch Maria, der Entschluss, mit Hilfe und durch die Gottesmutter zur Selbsthingabe zu gelangen. Die hl. There-sa versichert, dass jede Seele zu dieser Vermählung oder Liebesge-meinschaft mit Gott gelangen kann, wenn sie nur 2 Dinge entschlos-sen übt: die Ergebung in den Willen Gottes und das innere Leben, also das Gebet. Im Letzten bedeutet die Weihe an die Muttergottes von ihr geführt in den Willen Gottes ganz einzustimmen - mit ihr unser Ja zu sagen, in den tausenden Momenten des alltäglichen Le-bens. Zugleich bedeutet es auch ein Leben in der Sammlung, in der Ausrichtung mit der Muttergottes auf Gott und der Folgsamkeit auf die Anregungen des Hl. Geistes, der uns heiligen will. Zu diesem Zweck ist es besonders wichtig, die Einladung zu jährlichen Exerzi-tien aufzugreifen. Wir dürfen diese nicht als vagen Vorsatz einplanen - wir müssen sie machen und wir können sicher sein, dass wenn wir die Möglichkeit haben, aber doch keine Exerzitien besuchen, wir in-nerlich nicht vorankommen und vielleicht sogar ein ganzes Jahr an Fortschritt verlieren. Exerzitien sind kein Luxus, sondern eine Not-wendigkeit. Daher die Einladung an alle, die 2010 noch keine Exerzi-tien gemacht haben, z.B. das Angebot in Göttweig vom 23. bis 26.10 mit P. Michael Fritz zu nutzen.
2. BERICHTE
JAHRESBERICHT
Senatuspräsidium „Ruza Otajstvena” („Rosa mystica”)
Das Präsidium zählt 12 aktive Legionäre, davon 7 Prätorianer und 45 Hilfslegionäre. Die Besuche bei Kranken in Spitälern, Altersheimen und zu Hause nutzen die Legionäre um zum täglichen Gebet und zum Empfang der Sakramente aufzufordern. Auch bei den Familienbesu-chen, die die Legionäre durchführen, wird besonders auf die Wichtig-keit des Empfanges der Sakramente hingewiesen. Das Präsidium führt Gespräche mit Süchtigen, auch getrennt von ihren Ehepartnern Le-bende werden besucht und zu einem gemeinsamen Neuanfang ermu-tigt. Im Berichtszeitraum wurden alle Hilfslegionäre befragt, ob sie auch tatsächlich ihrem Gebetsauftrag nachkommen. Mit den Hilfsle-gionären, die ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen, wurde über die Wichtigkeit des Gebetes gesprochen.
VIERMONATSBERICHTE
Comitium Klagenfurt
Das Comitium hat derzeit 3 neue Legionäre mit Versprechen, 7 Legi-onäre auf Probe, 11 neue Hilfslegionäre (HL) und 22 HL auf Probe. Im September veranstaltete eine Curia einen Legionstag zum Thema: „Ich liebe die Legion, weil …”, 25 Legionäre nahmen daran teil. Ein Präsidium veranstaltete in der Pfarre einen Büchertisch, der mit viel Interesse angenommen wurde und sogar einen Legionär auf Probe „einbrachte”.
Comitium Graz
Die Hauptaufgabe des Comitiums in den letzten Monaten war die Werbung für die „33 Schritte”, die Lebensübergabe an Jesus durch Maria. Im Oktober fand ein Amtsträgertag zum Thema: „Ich liebe die Legion, weil …” statt, 23 Legionäre nahmen daran teil. An einer von den Legionären veranstalteten Wallfahrt nahmen 80 Personen teil.
Curia Wien Süd
Drei Präsidien haben die Urlaubszeit genutzt, um ihre wöchentlichen Treffen zusammen abzuhalten, die Arbeitsaufträge wurden weiterhin in den „eigenen Gebieten” durchgeführt. Ein Haftinsasse der über einen längeren Zeitraum von 2 Legionären besucht wurde, hat sich zu einer Aussprache mit einem Priester entschlossen. In einer Pfarre wurde am 6. Oktober von den Nazarethkindern eine Tiersegnung ver-anstaltet.
Comitium Burgenland
Die Weihe an Jesus durch Maria war sowohl Arbeitsschwerpunkt als auch Schwerpunkt der Besprechungsthemen in den letzten Monaten. Legionäre nahmen an der Vigilfeier zum 50-Jahr-Jubiläum der Diöze-se Eisenstadt teil, wo Altbischof Iby die Weihe der Diözese an die Gottesmutter erneuerte. Ein Treffen mit dem neuen Bischof Ägidius Zsifkovics zur näheren Erörterung der Weihe an Jesus durch Maria ist bereits geplant.
Koreanische Curia
Die Curia führte eine gemeinsame Wallfahrt nach Maria Loretto durch, an der aktive Legionäre, Hilfslegionäre und ein geistlicher Lei-ter teilnahmen. Das Studentenpräsidium führt u.a. im Kloster der „Missionarinnen der Nächstenliebe” Arbeitsaufträge aus. Das Be-gleitheft für die „33 Schritte mit Jesus durch Maria” wird zurzeit ins koreanische übersetzt.
Curia Wien Südost
Die Curia freut sich über 1 Versprechen, zwei Legionäre auf Probe und 4 neue HL. Ein Mann, der die Wandermuttergottes annahm, konnte durch die Legionäre zur Firmung geführt werden. Ein weiteres Präsidium begann im September mit einer Patrizierrunde, somit gibt es in 5 der 10 Präsidien nun Patrizierrunden. 4 Junglegionäre besuch-ten die Sommerschule, 2 Legionäre waren auf PPC und 19 Legionäre nahmen an Legionsexerzitien teil.


