Bericht über das 718. Senatustreffen am 19. Juni 2010
ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus
Können wir Heilige sein? - Frank Duff über uns Berufung zur Heiligkeit:
Gott hat uns das Verlangen nach Heiligkeit ins Herz gepflanzt. Jeder ist zur Heiligkeit berufen, und zwar exakt unter den Umständen, unter denen er sein Leben ‚fristen’ soll. Jedem wird dazu die nötige Gnade geschenkt, und wer mit der Gnade mitwirkt, wird zur Heiligkeit geführt werden. Um Gott wohlgefällig zu sein, gilt es, die gewöhnlichen Dinge außerordentlich gut zu verrichten.
Newman sagt: ‚zur rechten Zeit aufstehen, die ersten Gedanken Gott widmen, einen guten Besuch beim Allerheiligsten machen, den Engel des Herrn andächtig beten, zur Ehre Gottes essen und trinken, schlechte Gedanken vermeiden, eine gute Abendbetrachtung halten, täglich das Gewissen erforschen und zur rechten Zeit zu Bett gehen - und wir sind bereits vollkommen…’
Anders als bei allen anderen Dingen, die wir im Leben erstreben, ist es beim Streben nach Heiligkeit: jedes Bemühen wird belohnt; alles in unserem Leben dient diesem Ziel - aus allem, was geschieht, können wir dafür profitieren; keine Herausforderung, die über unsere Kraft geht, wird zugelassen. Dennoch sagen wir: ‚Ich kann nicht…’. Jesus entgegnet uns: ‚Mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht…’
Das Hauptproblem ist, dass uns oft die Motivation fehlt: wir unterschätzen die Bedeutung eines heiligen Lebens: erinnern wir uns, dass es die wichtigste Aufgabe unseres Lebens ist, heilig zu werden - dann werden wir das Streben danach auch an die erste Stelle setzen. An die Ewigkeit denken! Der uneinbringliche Wert jeder einzelnen Minute in dieser Welt! Den Beginn des Strebens nach Heiligkeit nicht aufschieben - sofort beginnen: ‚In meinem Alltag will ich dich, Gott, lieben und den anderen helfen, dich zu lieben. Der Heroismus, den täglich wiederkehrenden gewöhnlichen Pflichten nachzugehen - das ist dein Wille für mich.’
Der gute Wille genügt nicht, entscheidend ist die Ausdauer: sie ist die größte alle Gnaden, sie ist die eigentliche Prüfung. Deshalb: Treue im Gebet!! Das Gebet ist der Schlüssel zur Ausdauer. Bei den Heiligen: ihr Leben war Gebet. Ihr Leben kam aus dem Gebet, wie ein mächtiger Baum aus den Wurzeln tief in der Erde lebt. Es genügt nicht, sich den guten Werke zu widmen, wenn wir Jesus nachfolgen möchten - wer nicht betet, wird nicht weit kommen. Betet, Betet, Betet ist die Zusammenfassung der Lehre der hl. Theresia. Wir müssen lernen zu beten, das Gebet muss in unserem Leben einen bestimmten und höchst wichtigen Platz einnehmen. Aber nicht nur auf unseren Knien. Wenn wir nicht gerne beten, zeigt das, dass wir uns schon zu weit von Gott entfernt haben.
Der Tag eines Menschen, der ernsthaft nach Heiligkeit strebt, sollte nach Frank Duff wenn irgendwie möglich die tägliche hl. Messe und Kommunion beinhalten. ‚Beschäftige dich damit und versuche auch gleich, jemand anderen ebenso dazu einzuladen!’
Dann: Die Hingabe an Jesus durch Maria jeden Morgen, damit sie der Leitgedanke des Tages sei. Schließlich: Jede Arbeit ist Mittel der Heiligkeit und der Buße. Die Pflichterfüllung zur rechten Zeit! Die Pflichterfüllung ist das Gebot schlechthin, daher auch auf die kleinen Pflichten achten. Das Ziel: die vollkommene Erfüllung aller Pflichten mit besonderem Augenmerk auf die kleinen Dinge - Gott zu Ehren! Dabei oft an Gott denken und ihm die Pflichten darbringen. Durch viele Stoßgebete Gott verbunden bleiben. Sich Regeln aufstellen, bei welchen Gelegenheiten wir üben wollen, an Gott zu denken - z.B. wann immer wir das Handy verwenden.
Natürlich müssen wir auch gegen die Sünde kämpfen. Frank Duff meint, dass dies am besten dadurch geschieht, dass wir uns um das Gebet und um die Liebe bemühen: sie vertreiben die Sünde von selbst. Außerdem müssen wir folgende 3 schlechte Haltungen bekämpfen: erstens die Unzufriedenheit (die ja nichts anderes ist als Auflehnung gegen Gottes Vorsehung); zweitens die Menschenfurcht, die uns oft hindert, das Gute, das wir erkennen, auch wirklich zu tun; drittens die Entmutigung (wir brauchen nicht auf das Ergebnis achten, solange wir tun, was wir tun können).
Wichtige tägliche Hilfen auf dem Weg zur Heiligkeit sind die Verehrung der Gottesmutter, die geistliche Lesung, das betrachtende Gebet, und natürlich die Arbeit für unseren Nächsten - das Apostolat!
BERICHTE
VIERMONATSBERICHTE
Koreanische Curia, Wien
Die Curia wurde am 16. Mai 2010 in der koreanischen Gemeinde in Wien gegründet. Sie besteht aus 4 Präsidien (2 Frauenpräsidien, 1 Männerpräsidium und ein Studentenpräsidium). Ihr Hauptaufgabenfeld sind die Koreaner in Wien. Die Legionäre machen Hausbesuche bei Krankheitsfällen, bemühen sich um Fernstehende. Studenten werden während des Studiums unterstützt und auf Amtswegen begleitet.
Curia Wien-Südost
Zwei Präsidien haben sich 33 Tage auf die vollkommene Hingabe an Jesus durch Maria vorbereitet. Mehrere Legionäre nahmen an einer vierwöchigen Hausbesuchsaktion in einem Pfarrgebiet teil. Die Präsidien einer Pfarre haben sich vorgenommen, 2010 ein Jugendpräsidium zu gründen. Der erste Schritt war ein Informationstreffen mit 8 Jugendlichen. Die Curia freut sich über 3 Versprechen, 2 Legionäre in Probe und 11 neue Hilfslegionäre. Ganz erfreulich: Eine muslimische Familie wurde zur Taufe geführt, hat nun auch die christliche Ehe geschlossen und die Eltern sind bereits Mitglied in der Legion.
Comitium Burgenland
Im Berichtszeitraum wurde mit einer Ausbreitung in einer Pfarre begonnen. Zum Informationstreffen sind 13 Leute gekommen, zum darauffolgenden Treffen ist leider niemand mehr gekommen. Jetzt bemüht man sich, die einzelnen Menschen persönlich zu besuchen, noch dazu, da der Pfarrer ermutigte nicht aufzugeben. In einer weiteren Pfarre wurde nach vielen Jahren wieder mit einer Patrizierrunde begonnen. Im April wurde für Legionäre ein Einkehrtag organisiert.
Comitium Graz
Das Comitium hat einen Einkehrtag mit 80 Teilnehmern und Exerzitien mit 16 Teilnehmern organisiert. Derzeit werden ein Einkehrnachmittag für Hilfslegionäre und ein Einkehrtag für Geistliche Leiter vorbereitet. Zwei Präsidien organisierten einen Ausbreitungssonntag, es wurde am Ende der hl. Messe die Legion vorgestellt und vor der Kirche Informationsmaterial verteilt.
Comitium Klagenfurt
Da diesmal die Exerzitien in den Semesterferien angesetzt waren, wurde eine verstärkte Teilnehmerzahl verzeichnet. Die Frucht dieser geistlichen Vertiefung war, dass sich eine Hilfslegionärin entschloss, aktives Mitglied zu werden. In einer Pfarre wurde eine Ausbreitung gemacht, die Legion wurde bei 2 Messen vorgestellt und der Priester veröffentlichte einen Artikel über die Legion im Pfarrblatt. Bei 4 Priestern wurde bzgl. der Legion vorgesprochen, 3 Pfarrer sind an einem Präsidium interessiert, derzeit ist man auf der Suche nach Interessenten. In einer Pfarre wurde mit Wohnungssegnungen bei Neuzugezogenen begonnen.
Curia Wien-Süd
Nach einer gründlichen Vorbereitung und einem Gespräch mit einem Pfarrer wurde ein Termin zur Ausbreitung vereinbart. Die Vorstellung der Legion wurde mit Hilfe des Studentenpräsidiums durchgeführt. Für Herbst ist in dieser Pfarre die Gründung einer Patrizierrunde geplant. Ein Kinderkreuzweg, einer Kindermaiandacht und die Weihe an das Herz-Jesu wurden durchgeführt. In Wien Meidling wurde gemeinsam mit der „Oase des Friedens” ein Straßenkreuzweg organisiert. Erfreulich: Zwei Sakramentenempfänge nach längerer Zeit konnten berichtet werden.


