Bericht über das 715. Senatustreffen am 20. März 2010

ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus

Liebe Legionäre!

In diesen Tagen erleben wir, dass die Kirche in Österreich in ein schlechtes Licht geraten ist, zum Teil durch die Verfehlungen einiger Priester und ihrer Vorgesetzten, die auf diese Verfehlungen nicht angemessen reagiert haben, zum Teil durch eine mediale Fokussierung auf diese Vorfälle, mit dem Ziel, die Kirche bei den Menschen in Misskredit zu bringen bzw. um wichtige Glaubensgrundsätze bzw. das Zölibat anzugreifen.
Es erscheint mir daher als besonders wichtig, den Glaubensartikel in Erinnerung zu rufen: „Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche”.
Die Kirche ist nicht einfach eine Institution sondern sie ist eine Wirklichkeit, die Gegenstand des Glaubens ist, weil sie Teil der Offenbarung ist.

Was ist über die Kirche offenbart worden:
+ Dass Christus die Kirche gewollt und gestiftet hat. Sie ist nicht ein Verein, der sich selbst gebildet hat. Sie ist die „ecclesia”, also das Volk Gottes, die Gemeinschaft derer, die Gott „he-rausgerufen” hat, die er eingeladen hat, in den Bund mit ihm einzutreten, der lautet: „Ich will euer Gott sein, und du sollst mein Volk sein”.
+ Weiters ist offenbart, dass Christus dieser Kirche eine Sendung aufgetragen und sie mit ent-sprechenden Vollmachten ausgestattet hat. „Geht und verkündet”, „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern”, „Tauft sie..”, „lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe”. Sie definiert nicht selbst, was ihre Aufgaben sind, sondern sie erfährt von Christus, wozu sie be-stellt worden ist, ganz im Sinne des Wortes „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt…”. Christus erteilt ihr wunderbare Vollmachten: „Ich gebe euch die Vollmacht die Dämonen auszutreiben..”, „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben”. „Ich gebe dir die Schlüssel des Himmelreiches: was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein…”, „Tut dies (die Feier der hl. Messe) zu meinem Gedächtnis”. „Wer euch hört, der wird mich hören.”
Diese Vollmachten sind jedoch von entscheidender Bedeutung für uns alle: Nur durch die Kir-che erhalten wir die Vergebung der Sünden, erfahren wir die authentischen Lehren Christi, empfangen wir ihn leibhaftig, werden wir im Glauben gefestigt…
+ Schließlich ist auch offenbart worden, dass Christus in der Kirche eine Hierarchie eingesetzt hat: Er hat die Apostel erwählt, den Simon zum Petrus, zum Fels der Kirche gemacht, um nur etwas von dieser Hierarchie zu nennen. „Weide meine Lämmer”. Nicht der Papst oder die Bi-schöfe machen sich zu dem was sie sind, sondern Christus hat ihnen die je eigene Autorität verliehen.
Natürlich gilt bei all dem, dass der Herr seiner Kirche ein unerhörtes Vertrauen schenkt, das auch missbraucht werden kann: „Einer von denen die mit mir am Tisch sitzen wird mich ver-raten”. Es gilt auch, dass die Glieder der Kirche nur in inniger Gemeinschaft mit ihm, ihre Aufgaben erfüllen können: „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen”. Alles hängt davon ab, ob wir Christus aufrichtig lieben: „Liebst du mich?” und „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt”.

Diese Kirche ist auch eine heilige Kirche, trotz all dem, was wir über sie hören, und dessen sie angeklagt wird: Sie ist geheiligt in jedem ihrer Glieder durch die Taufgnade, durch die Fir-mung, das Weihe- und auch das Ehesakrament. Sie wäscht sich täglich im Blut Christi in der hl. Eucharistie und im Bußsakrament. Sie ist zum Teil schon vollendet in der Herrlichkeit des Himmels. Sie ist zugleich auch sündig, und doch kann ihre Sündhaftigkeit nicht auslöschen, dass sie zu Christus gehört, dass er in ihr wirksam ist, und zwar im Letzten unfehlbar wirksam ist: „Die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen”.

Liebe Legionäre, verkünden wir den Menschen die Glaubenswahrheiten über die Kirche, de-mütig aber mutig, wie es uns das Handbuch nahelegt.

BERICHTE

JAHRESBERICHTE

„Sedes Sapientiae”, Wien 1

Das Studentenpräsidium zählt 10 Legionäre, 3 in Probe, 25 Hilfslegionäre, 2 in Probe und 7 Adjutoren. Im letzten Jahr haben 3 Anwärter das Legionsversprechen abgelegt. Im Dezember wurde das 1000. Treffen gehalten. Das Präsidium macht folgende Arbeiten: Uni-Apostolat, es führt eine Glaubensgesprächsrunde, „go(o)d connec-tion” genannt, mit Lobpreis, gestaltet Studentenmessen, macht Tür-zu-Tür-Besuche in zwei Studentenheimen, wirkte beim diözesa-nen Weltjugendtag mit, unterstützt das „YOU! Magazin” und betreut Firmlinge.
Eine besondere Apostolatsgelegenheit: Eine Legionärin war aus zeitlichen Gründen in einer anderen Pfarre in der Messe. Der Hr. Pfarrer sprach bei der Predigt darüber, dass die Mutter Gottes in der katholischen Kirche zu stark verehrt werde. Die Legionärin wollte das nicht ste-hen lassen und sprach nach der Messe den Hrn. Pfarrer darauf an und schenkte ihm eine Wun-derbare Medaille.

„Mary Mediatrix of all Graces”, Wien 10

Das philippinischen Präsidium zählt 14 Legionäre, 1 Anwärter und 48 Hilfslegionäre. Die Le-gionäre machen Besuche bei Familien und bei Kranken, weiters sprechen sie Menschen auf der Straße an. Zur Zeit trägt man 4 Wandermuttergottes zu philippinischen Landsleuten. Die Familien, die besucht werden, empfehlen die Legionäre weiter. So entstehen viele Kontakte zu Landsleuten, viele von ihnen sind einsam und brauchen Hilfe, manchmal nur zum Reden. Seit einiger Zeit wird wöchentlich auch ein Pensionistenheim besucht. Bis zu 15 Bewohner neh-men an der Gebetsrunde und an der monatlichen Messe teil. Seit kurzem wird gemeinsam mit der Jugendgruppe der Pfarre eine Katechismusstunde organisiert, zu der etwa 25 Kinder kommen. Derzeit bemüht man sich um den Aufbau eines Jugendpräsidiums und einer Nazaretgruppe.

VIERMONATSBERICHTE

Curia „Ancilla Domini”, Wien

Zur geistlichen Vertiefung wurde im Februar ein Einkehrtag organisiert. In einer Pfarre wurde ein Informationstreffen abgehalten, zu der ein Interessent kam. Eine Legionärin begleitete auch heuer eine Erstkommuniongruppe. Heuer bekamen die Kinder erstmals die Wandermut-tergottes für das Gebet mit den Familien, was einen guten Anklang fand. Die Bitte ums Gebet für die Priester im Rahmen der Aktion „Laien beten für Priester” wurde von den Menschen gut angenommen. Bei Besuchen mit der Wandermuttergottes konnte ein Sakramentenempfang nach 30 Jahren vermittelt werden.

Curia Wien Floridsdorf

Die Legionäre bemühen sich besonders um die Werbung neuer Mitglieder. Ein Präsidium hat einen neuen Anwärter. Für den 8. Dezember wurde eine 33-tägige Vorbereitung auf die Weihe an Jesus durch Maria gemacht.

Comitium Ybbs

Das Comitium wählte vor kurzem einen neuen Präsidenten. 2 Legionäre bemühten sich in ei-ner Pfarre um die Gründung eines Präsidiums. Da nach dem Informationstreffen im November nur eine Person zum Mitmachen bereit war, hat man nun begonnen, gezielt interessierte Men-schen anzusprechen, um in Kürze einen weiteren Versuch zu starten. Viele Präsidien legen den Schwerpunkt des Apostolats auf Besuche, so bemühten sich zuletzt einige um Neuzuge-zogene sowie Kondolenzbesuche. In einer Curia zeigt ein Moslem Interesse am Christentum. Viele Legionäre werben Menschen für die regelmäßige Anbetung. Das Comitium hilft bei der Vorbereitung der Weihe an die Muttergottes mit dem Bischof am 8. Dezember mit.

Comitium Zwettl

Das einzige Jugendpräsidium ist nun „erwachsen” geworden. Die Mitglieder sind nun im Er-wachsenenpräsidium. In einer Pfarre wurden der Priester und einige Leute mit der Wander-muttergottes besucht. Nun bereitet man Werbebesuche und ein Informationstreffen vor. Nach einiger Zeit konnte eine Patrizierrunde wiederbelebt werden. In einer Curia konnte mit einer Ausbreitung begonnen werden. Im Comitiumsgebiet werden derzeit 2 Anwärter auf das Legi-onsversprechen vorbereitet.

Comitium Hollabrunn

Das Comitium hat einen neuen Präsidenten gewählt. An den Exerzitien, die das Comitium organisiert hat, nahmen 11 Legionäre teil. In den letzten Monaten bemühte sich das Comitium um die Umsetzung der in der Winterschule gewonnen Erkenntnisse. Der Geistliche Leiter pre-digte in drei aufeinander folgenden hl. Messen über die 3 Seligsprechungskandidaten. Im Feb-ruar wurden Geistliche Leiter und Pfarrer des Comitiumsgebietes zu einem Geistlichen-Leiter-Tag persönlich von den Legionären eingeladen, insgesamt folgten der Einladung 13 Priester, 3 geistliche Schwestern und 2 Diakone. Ein Präsidium in einer Haftanstalt hat einige neue Mit-glieder bekommen.

Comitium „Unter dem Wienerwald”

Für Fernstehende wurde ein Einkehrnachmittag mit 220 Teilnehmern, von denen viele die Gelegenheit zur Beichte nutzten, organisiert. Im Jahr des Priesters werden Priester im Comiti-umsgebiet mit der Wandermuttergottes besucht. Ein betendes Mitglied, dass einmal an einem Apostolat teilnahm, hat sich nun entschlossen, aktives Mitglied zu werden. Die Vorbereitung auf eine Ausbreitung ist im vollen Gang. Nach Ostern soll mit einem Präsidium gestartet wer-den.

Wollen Sie uns schreiben?

Bitte beachten Sie: Kommentare werden von Hand freigeschalten. Es kann daher eine Weile dauern bis Ihr Kommentar aufscheint. Vielen Dank für Ihre Geduld!



Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

Weiter