Bericht über das 714. Senatustreffen am 20. Februar 2010

1. ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus

Von der Gnade hängt alles ab

Zuerst einmal müssen wir uns erinnern, dass Gott alles vermag, dass er Möglichkeiten hat, die wir gar nicht kennen. Letztlich sind alle Herzen in seiner Hand. Er, der aus Steinen Kinder Abrahams machen kann, wer könnte ihm widerstehen? Wenn Gott außerordentliche Gnaden schenkt, vermag er jedes Herz zu bekehren: seine Gnade hebt die Freiheit des Menschen nicht auf, aber dennoch kann sie sich dem Menschen gegenüber so mächtig zeigen, dass sie bewirkt, wozu sie geschenkt wird. Denken wir nur, wie entschlossen Paulus das Christentum verfolgt hat. Er hätte sich wohl nicht durch eine Predigt des Petrus bekehrt, das Zeugnis des Stefanus hat ihn nicht beeindruckt, aber wie der Herr selbst ihm erscheinen ist, da hat es ihn vom Pferd geworfen. Es gibt die gewöhnliche Gnade, die dem Paulus auch angeboten worden war, so wie den anderen Juden, die von Jesus gehört hatten, bei näherem Hinsehen, in ihm doch den Mes-sias zu erkennen. Aber all das hat nicht genügt bei Paulus. Also ist Jesus ihm selbst erschie-nen, und da hat er sich bekehrt. Genauso ist es eben, wenn Gott eine außerordentliche Gnade schenkt. Durch solche besonderen Gnaden, hat Gott verschiedene Menschen aus einem Leben der Sünde zur Heiligkeit geführt: den Levi, den Alfons Ratisbonne z.B. Das heißt nicht, das Gott immer so handelt: der Weg des Augustinus war gewöhnlicher, war ein langer Kampf mit der Sünde, und die Gnaden, die ihm zum Sieg verholfen haben, waren unscheinbarer.

Das heißt jetzt nicht, dass wir nicht heilig werden müssen, weil wir solche Gnaden nicht er-langt haben - denken wir an die hl. Therese v. Lisieux, die solches nie erlebt hat. Jeder muss die Heiligkeit erlangen, die Gott für ihn bestimmt hat, und vielleicht werden uns solche Gna-den nicht geschenkt, weil Gott weiß, dass wir ihrer dann nicht entsprechen würden, oder aber, weil er seine Gnade gibt, wem und wie er will!

Wichtig ist: es ist immer Gott, der bekehrt! Nehmen wir auch das Bild des eisernen Vorhangs, der Sowjetherrschaft: wirklich eine undurchdringliche Mauer, eine Macht, die mit eiserner Faust alles unterdrückt hat. Aber in wenigen Tagen hat sich damals alles in Luft aufgelöst. So kann Gott also die größten Hindernisse beseitigen, kann es machen, dass alle Priester nichts mehr anderes wünschen, als dass die Muttergottes verehrt wird und die Legion sich ausbreitet, etc…

Gott hat manchmal der Mission ganz großen Erfolg verliehen, und manchmal nicht.
Das heißt jetzt alles andere, als, ‚na dann brauchen wir uns jetzt ja nicht mehr solche Sorgen machen - oder wie der Wiener sagen würde, brauchen wir uns nicht so sehr kümmern.’
So ist es nicht, denn Gott schenkt besondere Gnaden, aber wo es ihm gefällt, so wie Jesus sei-ne Wunder ganz bestimmten Menschen geschenkt hat, und unsere Aufgabe ist es, so zu sein und zu handeln, dass wir Gottes Gnade auf uns herabziehen.

Man kann nämlich viel tun, und bekommt keinen Segen (wenn nicht der Herr die Stadt be-wacht, wacht der Wächter umsonst), und andere tun vielleicht sogar weniger und erhalten viel Segen.
Zuerst einmal müssen wir sehr demütig sein, denn Gott „erbarmt sich über alle die ihn fürch-ten’. Alles was uns hilft, demütig zu sein, also
· der Gehorsam den Anweisungen Gottes gegenüber (durch die Kanäle, durch die sie uns zukommen, sei es die Fügungen Gottes oder die Vorgesetzten); die Unterwerfung unseres Willens, und manchmal auch unserer Einsicht, ziehen die Gnade Gottes auf uns herab;
· dann heißt es: ‘bittet und es wird euch gegeben’. Also das Gebet, und zwar das gläubi-ge, helfen uns ebenso die Gnade Gottes zu erlangen. Je mehr wir auf das Gebet setzen, auf die hl. Messe, auf den Glauben. Durch das Gebet anerkennen wir auch sehr praktisch, dass wir ohne Gott nichts vermögen, es ist ein Ausdruck der Demut.
· Weiters die Liebe, aufrichtige Liebe zu Gott, wenn wir auch vielleicht nur ein kleines Herz haben, und keiner besonderen Taten fähig sind, so soll die Liebe doch aufrichtig sein, und die wird sich wiederum in der Liebe zu den Menschen zu zeigen, in der Bereitschaft zu dienen, weil da ersichtlich wird, dass Liebe und Demut untrennbar sind.
· Der Eifer. Es gibt keine Liebe zu Gott und zum Nächsten, ohne das man sich bemüht, ohne dass man mitwirkt, so gut man kann. Der Pharisäer Simon hat keine besondere Gnade beim Besuch Jesu erlangt - er hat sich auch keine Mühe gemacht. Aber dieser Eifer muss aus der Liebe zu Gott hervorgehen, sonst müssen wir uns anhören, was Jesus der Martha gesagt hat: ‚du machst dir viele Sorgen und Mühen, aber nur eines ist notwendig..’

All das ist eingeschlossen in der rechten Verehrung der Muttergottes! Sie steht ja für die wahre Demut, den wahren Gehorsam, den wahren Glauben und die wahre Liebe. So ist sie das Tor der Gnade schlechthin.
Deshalb zieht die Verehrung der Muttergottes auch ungeahnten Gnaden auf diese Welt herab, aber nur wenn sie ein Ausdruck der Demut ist, sie ist niemals ein Ersatz für das Opfer des Ge-horsams, des Dienens, der Liebe und der Hingabe.
Streben wir danach, so vor Gott zu stehen, wie die Muttergottes, noch besser vereint mit ihr: dann wird auch die Gnade Gottes auf uns und unsere Unternehmungen herabkommen.
2. BERICHTE

JAHRESBERICHT

Präsidium „Königin des Weltalls”

Das erste Präsidium Österreichs zählt 6 aktive Legionäre, 73 Hilfslegionäre und 20 Geistliche Adjutoren. Im Berichtszeitraum war die intensive Betreuung einer ehemaligen Prostituierten (die Legionäre haben sie beim EURO-Apostolat kennengelernt) und ihrer Familie. 2 Legionä-re sind auch Taufpaten des inzwischen geborenen Kindes. Die junge Frau konnte zur Beichte geführt werden und wird auf die Erstkommunion vorbereitet. Ein zweiter Schwerpunkt war der Versuch einer Ausbreitung in einer Pfarre im 5. Bezirk. Weitere Arbeiten des Präsidiums sind: Das Führen einer Patrizier-, einer Paulus- und einer Bibelrunde. Das Präsidium organi-siert in Zusammenarbeit mit den Salesianerinnen die Monatswallfahrt zur „Königin des Welt-alls” an jedem 1. Samstag und sorgt für die anschließende Agape. Zum Teil wurden auch Hausbesuche von Tür-zu-Tür gemacht. Im Auftrag des zuständigen Pfarrers versuchte man einige Ausgetretene zu erreichen.
VIERMONATSBERICHTE

Curia Wien-Süd

Im Oktober hat die Curia 2 Einkehrtage für Legionäre organisiert. 2 Legionäre haben einen Pfarrer besucht. Er möchte ein Präsidium, eine Jugendgruppe. Es konnte Legionsliteratur hin-terlegt werden. Weiters wurden 600 Gebete für Priester persönlich und mit Hilfe von Pfarrern zu Gläubigen gebracht. Erfreulich: Eine Beichte und eine hl. Kommunion nach mehreren Jahrzehnten konnten vermittelt werden. Legionäre arbeiten bei der Firmvorbereitung mit.

Curia Wien-Süd

Die Curia hat den Präsidenten für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Im Berichtszeitraum wurde ein Präsidium der chinesischen Gemeinde gegründet. Das Gründungstreffen fand am 4. Dezember statt. Das neue Präsidium zählt 6 Legionäre. Derzeit bemüht man sich auch um die Wiedererrichtung eines Präsidiums, es wird dazu gerade eine Columbanerwerbung vorbereitet. In einer Pfarre konnte eine weitere Nazarethgruppe errichtet werden.

Comitium Klagenfurt

An den vom Comitium Klagenfurt organisierten Exerzitien nahmen 32 Legionäre teil. Ein Pfarrer ist an einem Neubeginn eines Präsidiums interessiert - vor vielen Jahren hat sich eine Gruppe dort aufgelöst. Viele Menschen wurden ermutigt für die Gründung zu beten. In einer weiteren Pfarre werden bereits um 6 Uhr früh die Legionsgebete und ein Rosenkranz vor der hl. Messe gebetet, damit ein Präsidium entsteht. Bei einer Wallfahrt nach Maria Rain hat der Geistliche Leiter des Comitium die Aktion „Laien beten für Priester” vorgestellt. Auch die Kärntner Kirchenzeitung brachte einen Beitrag dazu.

Comitium Graz

Im November wurde ein Einkehrtag für Geistliche Leiter organisiert. Zu einer Pfarre, in der früher ein Präsidium bestand, wurde ein erster Kontakt geknüpft. Da es noch viele Hilfslegio-näre gibt, erhofft man sich eine Möglichkeit zur Neugründung. Die Legion gab auch einen Beitrag beim Studientag der DKO, zum Tagungsthema „Mehr Spirit- für ein neues Miteinan-der in Europa” wurde die PPC vorgestellt. In der Curia Leoben konnte eine neue Nazaretgrup-pe gegründet werden.

Comitium Burgenland

Die Amtsträger des Comitiums und der Korrespondent durften am 1. Dezember mit dem Bi-schof ein Gespräch führen. Er ermutigte die Legionäre so wie bisher weiter zu machen und ersuchte sie, ihn in seinem Bemühen in der Erneuerung der Familienarbeit zu unterstützten. Im Berichtszeitraum konnte ein neues Präsidium errichtet werden. Ein Pfarrer einer anderen Pfar-re hat zur Gründung eines Präsidiums in seiner Pfarre bereits die Zusage gegeben.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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