Maria unsere Ergänzung

Frank Duff

In “Woman of Genesis” 236ff

Der hl. Ludwig Maria bezeichnet Maria als „unsere Ergänzung”. Kommt sie mit uns in Kontakt, so ergreift sie alles in uns und hebt es auf eine höhere, sogar himmlische Ebene. Wenn wir nur genug auf sie achten, so versichert er, beten nicht mehr wir, sondern Maria betet in uns. Das Gleiche gilt natürlich auch für unsere Taten, sie nehmen ihre Vollkommenheit an. Unsere Absichten werden von ihrer Reinheit erfüllt und übernatürlich gemacht. Unsere Ängste und Schwächen gehen unter in ihrer Kraft.
Wenn wir uns bewusst sind, dass diese Ergänzung in unserem Leben wirksam ist, kann uns das wahrlich begeistern. Es kann dem Gefühl unseres Ungenügens entgegen wirken, das unsere Kraft überall so sehr einschränkt. Besonders gilt das für die übernatürliche Ordnung, wo der Glaube die Triebkraft ist, und wo menschliche Bedenken den Glauben allzu oft verdunkeln und einschränken.
Wenn wir begreifen, dass uns wirklich eine solche „Ergänzung” zur Verfügung steht, jederzeit gerne bereit, in unserem Leben wirksam zu werden, kann das eine erstaunliche Wirkung haben. Unser Glaube wird tätig und kann mutig handeln. Er wird wie ein Vogel, der aus der Gefangenschaft entlassen wird. Wir begegnen Maria ganz anders und mit ihr den drei göttlichen Personen. Wir sind bei der heiligen Messe und der Kommunion ganz verändert, nicht mehr so bedrückt wegen unserer Glaubensschwäche und der Wertlosigkeit all dessen, was wir darbringen können. Die Zeiten der Trockenheit und Trostlosigkeit lähmen nicht länger unsere Seele. Man stelle sich vor, welche Kraft uns die Erkenntnis gibt, dass wir von Maria ergänzt werden, und dass unsere schmerzlichen Unvollkommenheiten in dem riesigen Ozean ihres Glaubens und ihrer Liebe versinken. Ich wiederhole: Gott sieht in dieser Partnerschaft mehr auf sie als auf uns.
Sicher erinnern Sie sich aus dem Handbuch an den schmerzlichen Aufschrei der hl. Teresa: „So viel zu empfangen und so wenig zu geben, das ist ein Martyrium, dem ich erliege.” Da hilft dieser Gedanke des hl. Ludwig Maria. Sobald wir von dem Wissen erfasst sind, dass Maria in unserem Leben jederzeit ihre ergänzende Rolle spielt, müssen wir nicht mehr betrübt sein wegen unserer Unfähigkeit zu lieben und großzügig zu geben. Maria gibt dazu, was wir nicht geben können. Es ist äußerst tröstlich, in diesem Gedanken zu verweilen.
Es ist wesentlich, dass wir diese großartige mütterliche Hilfeleistung Marias nicht rein psychologisch sehen. Natürlich beeinflusst sie unser Gemüt, aber das ist nebensächlich. Marias Gabe ist eine äußerst reale: sie ist eine Gnade, das bedeutet ein Eingreifen Gottes. Das ist keine Einbildung, das überschreitet die Natur unendlich.
Übrigens steht uns diese Gabe zur Verfügung, sooft wir darum bitten. Marias Mutterschaft übertrifft jede andere so unendlich, dass sie immer auf den Ruf des Kindes reagiert. Niemals kann Maria versagen. Niemals hält sie zurück, was ihr Kind verlangt. Sie kann nicht anders, sie muss geben. So bleibt kein Ruf nach ihr ohne Antwort. Aber in gewisser Hinsicht ist Voraussetzung, dass wir auf sie schauen, an ihre Rolle glauben und mit ihr mitarbeiten. So ist das Gesetz. Maria ist die von Gott eingesetzte Mutter aller Menschen. So wie Jesus auch für die starb, die ihn nicht kennen, so ist Maria auch die Mutter derer, die sie nicht kennen. Aber um sie in Anspruch zu nehmen, müssen die Menschen zu ihr hinschauen und ihr wenigstens einen Schimmer eines Erkennens zeigen. Dann ist diese gesegnete Mutter gleich in der Lage, ihr Kind zu umarmen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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