Bericht über das Senatustreffen am 21. November 2009

1. ALLOCUTIO

gehalten von P. Florian Calice CO, Geistlicher Leiter des Senatus

Der hl. Thomas v. Aquin hat die Demut als Unterordnung unter die Wahrheit bezeichnet. Demut also nicht als Buckelei, sondern als totale Wahrhaftigkeit. Aber nicht in dem Sinn: „Das ist ein grader Michel, der sagt heraus, was er sich denkt”. Sicher ist es gut, dass sein Reden mit seinem Denken übereinstimmt, dass da keine Heuchelei in seinen Worten ist - die Frage ist nur: Entspricht sein Denken der Wahrheit? Ist sein Denken der Wahrheit unterworfen? Ist es ein Denken in Christus, der die Wahrheit in Person ist?
In dieser Jahreszeit werden wir auf die Wiederkunft des Herrn verwiesen und damit auch auf das Gericht, als die Stunde, in der alle Lüge, aber auch Unwahrheit und Halbwahrheit beseitigt wird, wo alles Verborgene ans Licht kommen, alles Vergessene und Verdrängte in Erinnerung gerufen wird; wo jedes Gewissen vollkommen mit der Stimme Christi übereinstimmen wird, so dass mein eigenes Gewissen fähig sein wird, die ganze Wahrheit über mich und mein Leben zu erfassen und mich und mein Leben zu „richten”.
Dieser Gedanke soll uns helfen, in Demut, also im Bemühen um große Wahrhaftigkeit auf unseren Legionsdienst zu blicken, auf unser Leben als Legionäre, um mit eventuellen Widersprüchen aufzuräumen.
Wovon sollen wir ausgehen? Wozu haben wir uns denn entschlossen, als wir das Legionsversprechen abgelegt haben? Da heißt es u. a.: „Allein vermag ich den Dienst nicht zu leisten der Deiner würdig ist.” Da haben wir bekannt, dass es der Hl. Geist ist, der alles in allen bewirkt. Das Buch der Apostelgeschichte ist ein einziges Zeugnis über das machtvolle Wirken des Hl. Geistes, die Erfüllung der Verheißung Jesu. Wie sehr haben sich die Apostel vom Hl. Geist, dem Geist ihres geliebten Herrn und Meisters Jesus führen lassen. Wie sehr haben sie gebetet, gehört und dann gehandelt, um diesem Geist gehorsam zu sein. Wie sehr muss das auch unser Ziel sein. Nicht einfach der Kirche als Ganzes, oder der Legion als Ganzes, auch nicht meinem Präsidium, sondern jedem persönlich wird der  Hl. Geist gesendet. Und deshalb heißt es: der Legionsdienst ist ein persönliches Dienen im Hl. Geist. Ist mein Legionsdienst ein solches Dienen im Hl. Geist? Bin ich wie die Apostel dem Hl. Geist folgsam? Weiter sagen wir: „Ich bekenne meine vollständige Abhängigkeit von ihr (Maria)”. Wir meinen damit, dass wir erfasst haben, dass alle Gaben des Hl. Geistes, alle Erleuchtungs- und Eingebungsgnaden durch die Muttergottes verteilt werden. Nur durch die Vereinigung mit der Muttergottes können wir den Hl. Geist wahrnehmen und ihm folgen. Leben wir in Vereinigung mit der Muttergottes - bemühen wir uns darum, in dieser Vereinigung mit ihr zu wachsen?
Weiter heißt es: „Ich will getreuen Dienst versprechen”. Dieser Dienst des Legionärs wird am besten in der Regelmäßigen Unterweisung beschrieben. Er umfasst an erster Stelle die Teilnahme am Treffen, die sich aber nicht auf eine physische Anwesenheit beschränken darf, sondern auf eine Teilnahme im Geist des Gebetes und tätiger Mitarbeit, sodass der Legionär zum Gelingen des Treffens beiträgt. Dann folgt das Apostolat, das wenigstens 2 Stunden dauern und in aktiver Arbeit bestehen soll. Schließlich wird auch das Gebet angesprochen: also die tägliche Catena bzw. auch mehr Gebetsverpflichtungen, wenn jemand Prätorianer ist. Prüfen wir uns, ob wir diesen Dienst wirklich leisten. Und auch, ob er den Regeln der Legion entspricht, da wir ja auch im Versprechen unsere Bereitschaft erklären, uns „ganz ihrer Ordnung zu unterstellen”. Diese Ordnung (der Legion), die uns zu einem Heer, einer Armee in Schlachtbereitschaft formt, wird schnell einmal da oder dort umgangen. Wir stellen ja alle fest, dass Visitationen oft gar nicht so willkommen sind, und dass man es sehr ungern hat, wenn man auf Mängel bezüglich dieser Ordnung aufmerksam gemacht wird. Wir sind eben oft da und dort schlampig und möchten gerne etwaige Schlampereien vertuschen…:-). Wenn wir wirklich demütig wären, also wahrheitsliebend, dann würden wir eventuelle Korrekturen nicht scheuen, sondern sie freudig annehmen, da sie uns helfen, ganz wahrhaftig zu werden in unserem Legionsdienst. Es wäre gut, wenn wir die Visitation willkommen heißen würden im Sinne eines Gerichtes (ohne dass sich die Visitatoren wie Richter benehmen), das uns hilft, indem es aufdeckt, was noch nicht entsprechend der Regel ist, damit wir ganz in der Wahrheit leben können und nicht später dann „ins Gericht kommen”, wie der Herr es sagt.
Möge uns die Muttergottes helfen, demütig zu werden und dadurch ganz in der Wahrheit zu leben.

2. BERICHTE

JAHRESBERICHT

Präsidium „Königin des Friedens”, Wien 1
Das Präsidium, das seinen Sitz in der kroatischen katholischen Mission hat, zählt 7 aktive Legionäre und hat 64 betende Mitglieder. Die Legionäre machen Besuche bei den in Wien lebenden Kroaten. So hilft man bei Problemen in der Ehe, gibt Ratschläge für das gemeinsame Gebet und lädt zur Sonntagsmesse und den Sakramenten ein. Es werden auch Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, aufgesucht. Weiters sucht man Leute auf, die Sekten beigetreten bzw. sektengefährdet sind. Beim Straßenapostolat schenkt man den Angesprochenen nach einem Gespräch die Wunderbare Medaille und ein Bild von der Muttergottes.

VIERMONATSBERICHTE

Comitium Hollabrunn
Das Comitium hat einen neuen Präsidenten gewählt. An der Wallfahrt der Legion mit Krankensegnung beteiligten sich 300 Teilnehmer. 42 Hilfslegionäre kamen zum Einkehrtag ins Kloster Marienfeld. Neu ist das Angebot von monatlichen Einkehrtagen zur Vertiefung des geistlichen Lebens für aktive Legionäre, welche vom Geistlichen Leiter des Comitiums ins Leben gerufen wurde. Jeden Herz-Mariä-Sühnesamstag gibt es Vorträge mit gemeinsamer Aussprache über legionsspezifische Themen, eingebettet in die Legionsgebete. Eine Ausbreitung konnte nun abgeschlossen werden und man bereitet die ersten Schritte für eine neue vor.

Comitium Unter dem Wienerwald
Vor kurzem gab es die Wahl des Vizepräsidenten und des Kassenführers. Das Comitium hat für Legionäre Exerzitien organisiert. Im Jahr des Priesters werden auch Priester mit der Wandermuttergottes besucht, dabei gibt es sehr schöne Begegnungen. Am 7. November hat man einen Einkehrtag für Jugendliche in Heiligenkreuz organisiert. Es kamen 50 Interessierte, die den Vorträgen lauschten, mit den Mönchen beteten und auch einen Missionseinsatz machten. Es gibt verschiedene Ausbreitungsbemühungen. So werden in einem neuen Präsidium vier  Anwärter in die Legion eingeführt.

Comitium Zwettl
Das Comitium hat einen neuen Geistlichen Leiter bekommen. Legionäre haben eine Wallfahrt für 50 Teilnehmer nach Maria Roggendorf organisiert. Ein Präsidium hat eine Exploratio Dominicalis durchgeführt. Ein Präsidium hat mit Besuchen bei Menschen, die zur Esoterik neigen, begonnen. Ein anderes Präsidium hat ehemalige Legionäre zu seinem runden Legionstreffen eingeladen. In mehreren Orten wurden Priesterbesuche gemacht und über eine eventuelle Gründung eines Präsidiums gesprochen. Erfreulich: 3 Legionäre in Probe werden auf die Mitgliedschaft vorbereitet.

Comitium Ybbs
Im Berichtszeitraum gab es zwei Höhepunkte: Einen Amtsträgertag aller Präsidien mit dem Thema „Apostolat” und eine Wallfahrt ins Stift Göttweig, vorbereitet von der Curia St. Pölten. Das Comitium führte mit sechs Pfarren positive Gespräche über eine Ausbreitung. Nun ist man dabei, die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen. Mehrere Präsidien leisten Jugendarbeit. Ein Präsidium betreute einen Bücherstand beim Kirtag. Ein junges Erwachsenenpräsidium startete mit einer wöchentlichen elfstündigen Anbetung und warb dafür 44 Personen, die im 4-Wochenrhythmus eine Stunde übernehmen. In einem weiteren Ort konnte bereits der Pfarrer für dieselbe Aktion gewonnen werden. Ein Jugendpräsidium bemüht sich um eine Jugendnachtanbetung und eine Tabernakelstunde für die Erstkommunionkinder.

Curia Wien-Floridsdorf
Die Curia organisierte eine Wallfahrt mit 25 Teilnehmern nach Oberleis. Im November wurde ein Gemeinschaftstag abgehalten, zu dem die meisten Legionäre gekommen sind. Zur Unterstützung eines Präsidiums hat ein Legionär das Präsidium gewechselt. Ein Präsidium freut sich über einen neuen Anwärter.

Curia „Ancilla Domini”
Der Curienausflug führte nach Maria Elend. Nach der hl. Messe erfuhr man einiges über den Orden der hl. Familie. Nach der Möglichkeit zur hl. Beichte wurden bei der Lourdesgrotte die Schlussgebete gebetet. Ein Präsidium freut sich über einen neuen Legionär. An drei Orten gibt es Ausbreitungsbemühungen. So wurde bereits mit einem neuen Pfarrer Kontakt aufgenommen. In einer anderen Pfarre wurde die Legion vorgestellt, nach der Messe hat sich eine Interessentin gemeldet. Auch gibt es unter den Polen vermehrt Bemühungen, die Legion bekannt zu machen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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