Weihe an das unbefleckte Herz Mariens – warum?

Bischof Elmar Fischer

Dass unsere Welt heute ein sehr farbiges Vielerlei an Geschehnissen, Entwicklungen und Sichtweisen der Lebensgestaltung bietet, ist jedem achtsamen Beobachter deutlich.

Welche Bedeutung hat da unser Glaube an Christus? Wie weit ist er Salz, Sauerteig, Licht für das Leben der Menschen überhaupt? Wie stark durchdringt er das Denken und Entscheiden der Gläubigen? 

Bischof Elmar Fischer

Bischof Elmar Fischer Foto: Katholische Kirche Vorarlberg

 

Als Bischof habe ich die Aufgabe übernommen, mich für die Entfaltung der Wahrheit vom Menschen, die Christus gebracht hat, einzusetzen. Es ist dies ein riesig vielfältiger Anspruch. Unsere heutige Welt bietet eine Flut von Ideen und Ideologien, um das Lebensglück zu finden. Die Werbung hiefür in den Medien liefert diese Angebote in attraktiver Aufmachung gratis in die Wohnung. Jeder, der nicht achtsam genug ist, wird täglich mit Informationen besprüht. Sie erreichen in der Langzeit ihre Wirkung in hohem Maße.

An den statistischen Zahlen zur Glaubenspraxis abgelesen, sinkt das korrekte Wissen und die Praxis unseres Glaubens in weiten Teilen der Bevölkerung in bedenklichem Ausmaß. Es scheint, dass Pseudoinformation, das Vielerlei verschiedenster Angebote und die „schlechte Nachricht” über Inhalt und Praxis des Glaubens, die durch die Medien an die Konsumenten geliefert werden, echten Glauben aushöhlen. Ein Austritt aus der Kirchengemeinschaft ist dann sehr rasch die Konsequenz. Dies ist zur Zeit in Österreich insgesamt und in unserem Vorarlberg sehr klar feststellbar, verstärkt durch die wirtschaftliche Unsicherheit.

Was kann dieser Entwicklung, die in Bälde auf Grund der Finanzlage und der Altersstruktur in Priester- und Ordensberufen gravierende Folgen zeigen wird, gegensteuern?

In unserer Diözese haben wir derzeit ein Seelsorgeangebot, das jedem Gläubigen die Möglichkeit bietet, seinen Glauben lebendig zu praktizieren. Es gibt zahlreiche Angebote, die intensives Glauben fördern und unterstützen. Die Legion Mariens ist da in unserer Diözese eine Bewegung, der sich sehr dankbar bin für ihre Aktivitäten.

Es gibt jedoch – nicht zu leugnen – die Ausdünnung des Glaubens in starkem Ausmaß, ganz stark bei der jungen Generation. In der Gesellschaft wird oft von Orientierungsverlust und Werteverfall gesprochen. Eltern, die sich mühen um den Glauben ihrer Kinder, sind oft resigniert, wenn ihre Gespräche kaum zu Hoffnung Anlass geben.

Es waren Frauen, die Auslöser für die Initiative zur Weihe waren. Eine dieser Initiantinnen brachte den Beweis für den grassierenden Aberglauben, als sie mir eine Packung Werbeannoncen und Angebote unterschiedlicher Praktiken von Wahrsagern, Taigi, Esoterik, Karten legen usw. aus unseren Printmedien überbrachte. Von diesen Frauen kam auch der Vorschlag der Weihe an das unbefleckte Herz Mariens. Wenn das pastorale menschliche Bemühen Defizitergebnisse feststellen muss, warum nicht die Mutter Gottes um ihre Hilfe bitten? Sie hat in La Salette, in Lourdes und in Fatima uns aufgerufen, zu bitten.

Schon im Jahr meiner Weihe zum Bischof hatte ich das Gebet des Heiligen Vaters in Maria Zell (1983) empfohlen. Dieses Weihegebet empfahl ich im Frühjahr auch diesmal den Pfarren und Gemeinschaften. 

Madonna von Rankweil

Madonna von Rankweil

 Diese Texte waren überarbeitet und enthielten zahlreiche Abschnitte aus den Reden Papst Johannes Pauls II. an die Jugend. Eine erste Schätzung der zu erwartenden Teilnehmerzahl setzte auf 200. Wir ließen dann doch 500 Broschüren drucken. Unsere riesige Freude: es wurden über 1.000, die Unterlagen anforderten. Nach dem Beginn mit einem Wortgottesdienst am Tag des hl. Michael endete die Weihe mit einer Eucharistiefeier in der Basilika Rankweil, die glaubende, betende Menschen um Christus und die Mutter Jesu vereinte. Es war der Vorabend von Allerheiligen, ein Hinweis auf die vielen Menschen, die im Geiste Jesu ihre Begabungen entfalteten, zum Segen wurden für uns. Sie sind immer neu Ansporn, uns mit unseren Fähigkeiten für Gottes Reich einzusetzen.

Die große, erfreuliche Überraschung kam jetzt im Herbst. Einer meiner Mitarbeiter empfahl mir die über 33 Tage ausgedehnte, persönliche Vorbereitung einer Tauferneuerung nach den Vorgaben des hl. Ludwig von Grignon.

Wir leben tatsächlich in einer Zeit, in der unser Glaube, entgegen den säkularen Trends des Ausstiegs und des Versteckens von Überzeugung, ganz wichtig ist, um die Zukunft zu bestehen. Die Weihe an das unbefleckte Herz Mariens und wie viele mitgetan haben, gibt Hoffnung. Maria, die um unser Gebet immer wieder bittet, wird ergänzen, was wir nicht schaffen. Sie ist Grund unserer Zuversicht.
+ Elmar Fischer

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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