Bericht über das Senatustreffen am 17. Oktober 2009

Allocutio
gehalten vom Geistlichen Leiter des Senatus, P. Florian Calice CO

„Ich bin gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren war.” So umschreibt der Herr seine Sendung. Der Grund, warum er vom Himmel auf die Erde herabgestiegen ist, warum er die Kirche gegründet, die Sakramente eingesetzt und schließlich sein Leben hingegeben hat, ist das Verlangen, die zu retten, die verloren waren. Er verwendet auch das Bild eines Hirten, der seine Herde zurücklässt, um sich auf die Suche nach dem einen verlorenen Schaf zu machen, und der nicht locker lässt, bis er es gefunden und eingefangen hat, um es wieder zur Herde zurück zu bringen.
Die Legion hat seit ihrer Gründung diese Aufgabe der Kirche vor Augen gehabt und sich bemüht, sie in die Tat umzusetzen. Die Aufgaben der Kirche sind vielfältig, die Legion aber wurde von der Muttergottes zu den Verlorenen geführt: zu den Straßenmädchen, in die Gefängnisse, sie hat sich um die Alkoholiker – ob Männer oder Frauen – gekümmert, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Wer sind die, die verloren gegangen sind, oder die in Gefahr sind, verloren zu gehen? Der Herr spricht von den verlorenen Schafen des Hauses Israel, zu denen er gesandt ist. Gott hat mit seinem Volk einen Bund geschlossen: „Du sollst mein Volk sein, und ich will dein Gott sein”, und trotz aller Untreue des Volkes ist Gott unablässig bemüht, diesen Bund zu verwirklichen. So rufen Jesus, Johannes der Täufer und die Jünger Jesu zur Umkehr auf. Sie laden alle zur Hochzeit des Sohnes ein, wie es im Gleichnis heißt. Jesus ist also der höchstmögliche Ausdruck oder Erweis der Bundestreue Gottes. Zugleich hat aber Christus einen neuen und ewigen Bund mit uns geschlossen, der sich nun nicht mehr auf das auserwählte Volk beschränkt, sondern zu dem alle eingeladen sind. Alle sollen durch die Taufe am Leben des dreifaltigen Gottes Anteil erhalten.
Nun, viele in unseren Breiten haben die Taufe erhalten. Sie haben auch zumindest in der Kindheit, in der Schule und Pfarrgemeinde, ein wenig religiöse Erziehung genossen. Aber das Wissen um die Taufgnade und die Taufgnade selbst haben viele verloren. Bei manchen ist das Hindernis für ein echtes christliches Leben das fehlende Wissen, weil sie überhaupt nur wenig oder gar keine gute Erziehung genossen haben, bei anderen ist es die Verstrickung in Lebensumstände, die dazu im Widerspruch stehen und die ein christliches Leben gar nicht erlauben, bei anderen ist es wiederum Gleichgültigkeit oder Desinteresse, weil ganz andere Dinge für diese Menschen im Vordergrund stehen – aber das liegt wiederum daran, dass ihnen der Sinn, das Ziel des Lebens – nämlich die Einladung zum himmlischen Hochzeitsmahl – meist gar nicht bekannt ist. Und so gibt es viele, die ihre Kinder schon gar nicht mehr taufen lassen. Für sie sind ein religiöses Bekenntnis oder ein Leben aus dem Glauben beliebig.
Die Legion Mariens will daher bei ihrer Sorge um die Verlorengegangenen da wieder ansetzen: sie muss sein wie die Diener, die ausgesandt wurden, um zur Hochzeit einzuladen. Ja, sie soll die Menschen drängen, wie der König im Gleichnis befiehlt – Gute und Böse; sie soll sich in besonderer Weise an die Armen wenden – denn für sie ist das Himmelreich bestimmt. Sie muss vom Ziel des Lebens sprechen – vom himmlischen Hochzeitsmahl, von der Schönheit der Taufgnade. Sie muss den Unwissenden gute Anstöße geben. Sie muss in besonderer Weise denen helfen, die vom bösen Feind in Ketten geschlagen worden sind, aus denen sie sich selbst nicht befreien können. Sie muss bei uns auch die sehr undankbare Aufgabe übernehmen, jene anzusprechen, die überhaupt kein Interesse haben – liebevoll, geduldig, ohne zu urteilen, sondern demütig, mit einer Milde, die die Herzen der Menschen zu berühren und zu interessieren vermag, verbunden mit Ausdauer, einer Ausdauer im Bemühen, die jedenfalls größer ist als die Trägheit oder Stumpfheit der Menschen, zu denen sie gesendet wird.
Um diese Aufgabe zu leisten, sind wir in der Legion. Dorthin richten sich unser Sehnen, unsere Gebete, unsere Legionstreffen, unsere Besprechungen, unsere Treue im Kleinen wie im Großen, unser Bemühen um neue Legionäre – also um neue Diener dieser verlorenen Schafe. Manchmal ist der Legionsalltag echter Alltag, grau, weil ausgefüllt mit kleinen Pflichten, die für nichts besonders Wichtiges da zu sein scheinen. Wenn wir nur danach trachten, dass die Sorge um diese Verlorenen oder Gefährdeten unser Denken und Streben einnimmt, wenn wir so unseren Legionsdienst verstehen und der Muttergottes anbieten, dann wird er zur rechten Zeit seine Früchte bringen: für uns, dass wir nämlich eins werden mit Christus, der sein Leben für diese Schafe eingesetzt hat, und für die Seelen, denen Gott sein Erbarmen erweisen wird.

BERICHTE

Jahresbericht des Präsidiums „Rosa Mystica”, Wien 1
Das Präsidium, das in der „Kroatischen katholischen Mission” seinen Sitz hat, zählt 12 aktive Legionäre und 66 betende Mitglieder. Aufgabe des Präsidiums ist die Sorge um die in Wien lebenden Kroaten. So werden Familien besucht und mit ihnen wird über die christliche Ehe, Kindererziehung, das Gebet in der Familie, aber auch über das Rosenkranzgebet und die Sonntagsmesse gesprochen. Weiters hat man aus der Kirche Ausgetretene besucht und ihnen bei der Rückkehr in die Kirche geholfen. Ebenso hat man Abhängigen (Rauschgift, Spielsucht, Alkohol …) Hilfe angeboten und sie ermutigt, durch Gebet, Glaube und Hilfe anderer den Weg der Befreiung zu gehen.

Viermonatsberichte

Comitium Burgenland
Im Berichtszeitraum führten Legionäre mit einigen Priestern Gespräche über die Legion. Es gibt Vorbereitungen, dass durch Teilung zweier Präsidien ein drittes entstehen kann. Weiters gibt es Überlegungen, wie man Patrizierrunden gründen kann. Ein Augenmerk wird auch auf die Gründung von Nazaret- und Kindergruppen gelegt. Ein Präsidium unternahm eine gut besuchte Fußwallfahrt nach Oslip.

Comitium Klagenfurt
Vor kurzem wurde ein neuer Schriftführer gewählt. Im Juli wurde in einer Klagenfurter Pfarre ein Ausbreitungssonntag durchgeführt und es gibt auch Ausbreitungsversuche in anderen Pfarren. Das Comitium ermutigte die Legionäre, die Herz-Jesu-Sühneandacht in ihrem Leben zu praktizieren. Nach dem Vorbild der Curia Bregenz wurde die Gebetsaktion „Laien beten für Priester” übernommen. Im Berichtszeitraum konnten 4 neue Legionäre gewonnen werden. Die Kärntner Legionswallfahrt führte dieses Jahr nach Feistritz.

Comitium Graz
Es wurde ein neuer Schriftführer gewählt. Das Comitium organisierte einen Einkehrtag für Hilfslegionäre mit 35 Teilnehmern. Ein Einkehrtag für Geistliche Leiter im November ist in Vorbereitung. Weiters fand eine Wallfahrt des Comitiums mit 2 Curien und insgesamt 105 Teilnehmern statt. Am Familiennachmittag wurden 25 Erwachsene und 10 Kinder gezählt. Im Juli gab es ein Gespräch mit einem Diakon, der an der Legion interessiert ist.

Curia Wien-Süd
Die Curia organisierte Einkehrtage für Legionäre. Derzeit bereiten die Legionäre eine Ausbreitung vor. Die Präsidien beteiligen sich an verschiedenen pfarrlichen Veranstaltungen. Sehr erfreulich ist, dass zwei Mütter und sechs Kinder aus einer Kindergruppe zur Beichte gingen und auch die Maria-Namenfeier und den Gebetsabend im Stephansdom besuchten. Vor kurzem haben Kinder eine Tiersegnung mitorganisiert und mitgestaltet.

Curia Wien-Südost
An den Curienexerzitien nahmen 19 Legionäre teil. Ein Präsidium hat eine Gebetsrunde „Mütter beten” ins Leben gerufen und leitet sie auch. Die vier Patrizierrunden freuen sich über steigende Teilnehmerzahlen. In einer Pfarre ist eine Columbanerwerbung geplant, um wieder ein Präsidium zu errichten. Erfreulich: Im Berichtszeitraum legten 4 Legionäre das Versprechen ab, außerdem kann man schon wieder über 4 weitere neue Anwärter berichten.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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