Bericht über das Senatustreffen vom 22. August 2009

ALLOCUTIO
gehalten von P. Florian Calice CO, dem Geistlichen Leiter des Senatus

Liebe Legionäre!
Heute ist das Fest „Maria Königin” und es ist gut, ein wenig darüber nachzudenken, weil wir auch bei der Weiheerneuerung – bei der Acies – die Mutter Gottes nicht nur als Mutter, sondern auch als Königin ansprechen. Wir nennen sie die Königin der Legion. Die Kirche spricht von ihr auch als Königin des Himmels, sie ist auch Königin der Erde, also ist sie Königin in der sichtbaren und unsichtbaren Welt .
Zuerst soll uns der Titel erinnern, dass die Mutter Gottes nicht nur Mutter ist – mit all der schönen Bedeutung, die diese Bezeichnung für uns hat, – sondern wenn wir von ihr als Königin sprechen, dann wird diese kindliche Beziehung ergänzt mit dem Gedanken eines Dienstverhältnisses: wir stehen im Dienst der Muttergottes. Wir stehen in diesem Dienst nicht deswegen, weil wir uns in diesen Dienst gestellt haben, sondern weil Gott sie zur Königin gemacht hat. Gott hat ihr diese Stellung gegeben und deshalb sind alle geschaffenen Wesen berufen, ihr zu dienen  – freiwillig oder unfreiwillig. Die ersten, bei denen wir sehr schön sehen können, dass sie sich in den Dienst der Muttergottes gestellt haben, sind die Engel.
Wir hören oft von ganz beeindruckenden Heiligen, dass sie gesagt haben, „Ich bin ein Diener der Muttergottes”, der hl. Maximilian Kolbe zum Beispiel. Aber auch die Päpste – auch Johannes Paul II. – haben sich immer als Diener der Muttergottes bezeichnet. Auch wenn das einem Priester nicht bewusst ist, steht jeder Priester im Dienst der Muttergottes und soll im Dienst der Muttergottes stehen.
Was wird mit dieser Königsherrschaft der Muttergottes zum Ausdruck gebracht? Zuerst ist es gut, sich zu erinnern, warum sie Königin ist. Jesus hat schon seinen Aposteln gesagt: “Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid und alles verlassen habt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, ihr werdet auf 12 Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten. ” Oder beim Gleichnis von den Talenten sagt der König zu seinen Dienern: “Du wirst über 5 oder 10 Städte herrschen.” Also wer Gott dient, wer Christus dient, wird vom Vater geehrt, und so hat die Muttergottes mehr als jedes andere Geschöpf Anteil am Königtum Christi.
Warum ist dieser Begriff „Herrschaft” wichtig, besonders heute. Wir müssen uns bewusst machen, was alles im Widerspruch zu den Geboten Gottes ist – im persönlichen Leben so vieler Menschen, aber auch in der Gesellschaft: denken wir auch an die Kunst zum Beispiel –  jedes Mal, wenn Unsittliches verherrlicht wird; oder denken wir an die Widersprüche zu den Geboten Gottes in der Politik oder in der Wirtschaft oder Kultur! Da kann man nicht einfach sagen, “das ist halt so” – sondern hier ist die Herrschaft Gottes noch nicht sichtbar geworden. Es ist ihr noch nicht alles unterworfen, so wie Paulus einmal sagt in einem seiner Briefe. Zugleich muss uns aber bewusst sein, alles, die ganze Heilsgeschichte – davon spricht auch das geheime Buch der Offenbarung – läuft darauf hinaus, dass alles Gott unterworfen wird. Es wird nichts übrig bleiben, was nicht ein Bekenntnis zu Gott ist.
Und uns, die wir im Dienst der Muttergottes stehen, der Königin, muss bewusst sein, dass die Muttergottes möchte, dass alle Bereiche, die Gott noch nicht gehorsam sind, Christus unterworfen werden. Da sehen wir als Legionäre ein ganz weites Feld. Wir verschließen als Legionäre vor nichts die Augen, vor keinem Werbeplakat sozusagen und sagen, “das geht uns nichts an”, sondern wir sehen in allem, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder ist die Herrschaft Gottes schon da oder es herrschen noch die Mächte der Finsternis. Wir sagen nicht einfach, “das ist halt so in der heutigen Zeit”. Es wäre sehr unerleuchtet, so zu denken.
Und wenn wir von der Muttergottes als Königin sprechen, dann heißt das eben, dass die Muttergottes auch den Anspruch stellt, über alles zu herrschen, um es Jesus zu Füssen zu legen. Und wir sind als Legionäre in ihrem Dienst. Wir sehen also, dass unser Legionsdienst eine ganz große Bedeutung hat. Wir sind dazu da, alles zum Gehorsam Gott gegenüber hinzuführen. Allerdings nicht mit dem Schwert, nicht im Sinne eines Dschihad, wie es oft im Islam verstanden wird, also mit Gewalt diesen Ungehorsam beenden zu wollen. So funktioniert das nicht, sondern wir wissen, wie die allerseligste Jungfrau Maria der Schlange das Haupt zertritt, und das ist durch die Wahrheit. Die Verkündigung der Wahrheit soll durch unser Apostolat geschehen und wir müssen überall die Wahrheit ansprechen und hintragen. Wir brauchen nicht schüchtern sein und denken, wir steigen da den Leuten auf die Zehen, wenn wir sagen, das ist nicht so in Ordnung.
Ich habe in der letzten Zeit viel gelesen – es sind meist Privatoffenbarungen gewesen – wo der Himmel seinen Dienern immer wieder sagt, ich will, dass du das ansprichst, es muss beendet werden. Wir können das Böse nur besiegen, wenn wir die Wahrheit aussprechen. Wir brauchen niemanden verurteilen, nicht schimpfen mit den Leuten. Aber wir müssen es wenigstens ansprechen. Da sind wir oft so wahnsinnig schüchtern und denken uns, die Leute werden es nicht verstehen: Z.B.  kann man einem jungen Mädchen nicht sagen, sie soll sich so und so nicht anziehen, um – wenn auch unabsichtlich – nicht jemanden durch den Körper, den Gott ihr geschenkt hat, zu verführen. Auch der Umgang mit diesen Dingen muss unter die Herrschaft Gottes kommen. Und so muss ich das ansprechen, denn die Muttergottes möchte Königin sein. Das heißt: alles muss so werden, wie sie ist. Das ist unsere Aufgabe als Legionäre: die Wahrheit des Evangeliums überall hinzutragen, immer verbunden mit der Liebe.

BERICHTE

JAHRESBERICHT

Präsidium „Mutter der Kirche”, Wien 1
Im Mai wurde das Präsidium „Maria Immaculata” mit dem Präsidium „Mutter der Kirche” fusioniert. Nun zählt das Präsidium, das in der Pfarre St. Stephan seinen Sitz hat, 6 Legionäre und einen Legionär in Probe. Die Gruppe freut sich auch über einen neuen Geistlichen Leiter. Im Laufe des letzten Jahres wurden Kirchbeitragssäumige besucht; ihnen wurde ein Brief der Pfarre übergeben. Nun werden auf Wunsch des Pfarrers auch Ausgetretene aufgesucht. Selbst bei mehrmaligen Besuchen werden die Leute meistens nicht angetroffen. Trotzdem dürfen sich die Legionäre über einen Wiedereintritt einer dieser Personen freuen. Das Präsidium führt eine gut besuchte Patrizierrunde. Zu den Betreuten des eingegliederten Präsidiums, das sich besonders um Drogenabhängige gekümmert hat, gibt es weiterhin Kontakt. So konnte ein Alkoholiker in seinen letzten Lebensmonaten begleitet werden und ein Priester besuchte ihn kurz vor seinem Tod. Weiterhin wurde Apostolat an drogensüchtigen Menschen am Karlplatz gemacht und zu Weihnachten wurde ein Einkehrtag in einem Obdachlosenheim für drogensüchtige Aidskranke angeboten.

VIERMONATSBERICHTE

Comitium Zseliz
Das Comitium konnte im Berichtszeitraum ein neues Präsidium errichten, ebenso gibt es ein neues Präsidium in der Curia Komorn. In der Fastenzeit konnten mit Hilfe der Legionäre 7 Rückführungen zu den Sakramenten erreicht werden und 4 Betreute fanden den Weg in die Kirche. In einem Krankenhaus bat eine 81-jährige Dame um das Sakrament der Taufe und zwei fernstehenden Menschen wurden noch kurz vor ihrem Tod die Sakramente vermittelt. In Schaukästen, christlichen Zeitungen, aber auch bei Gebetstagen und Dorffeiern wird die Gelegenheit genützt ,um die Legion vorzustellen.

Curia Trnava
Die Legionäre bemühen sich bei Pilgerfahrten, Hilfslegionäre zu werben. Aktive Legionäre besuchen kranke und ältere Menschen, die nicht mehr zu hl. Messe kommen können. Ebenso werden Besuche in einem Pensionistenheim und in einem Institut für Schwerhörige gemacht. Beim Straßenapostolat werden derzeit viele Nichtgläubige angetroffen, mit ihnen versuchen die Legionäre in ein Gespräch über Gott zu kommen. Vorbereitende Gespräche über eine Ausbreitung werden geführt.

Comitium Prag
Kardinal Vlk ernannte Weihbischof Jan Herbst zum neuen Geistlichen Leiter des Comitiums. Die tschechische Legionszeitschrift macht große Fortschritte und es werden nun auch immer wieder die drei Seligsprechungskandidaten Frank Duff, Edel Quinn und Alfie Lambe vorgestellt. Das Comitium kaufte 200 Exemplare des Buches „Das werde ich durchbeten” an; es soll zur geistlichen Vertiefung dienen und beim Apostolat Verwendung finden. Erfreulich: Ein früherer Comitiumsamtsträger bewirkte die Taufe eines Erwachsenen und begleitet ihn auf seinem weiten Leben. Immer wieder können Legionäre von Bekehrungen bei den regelmäßigen Besuchen in einem Hospiz berichten.

Comitium Brünn
In einem Stadtteil von Brünn wurden Tür-zu-Tür-Besuche gemacht, dabei luden die Legionäre zum Pfingstgottesdienst und zur Feier des Kirchenpatrons ein. Kurze Zeit vor den Feierlichkeiten wurden auch Menschen rund um die Kirche angesprochen. Im Mai halfen viele Legionäre bei der „Nacht der offenen Kirchen” mit. Vertreter der Legion Mariens waren auch bei der Wallfahrt der verschiedenen Gemeinschaften in Velehrad vertreten. Derzeit laufen Vorbereitungen auf den Papstbesuch in Tschechien. Bei den Hausbesuchen und beim Straßenapostolat wird auf dieses Ereignis hingewiesen und es werden die Menschen dazu eingeladen, dafür zu beten. Seit Mai freut sich das Comitium über ein neues Präsidium, das mit Hilfe einer interessierten Hilfslegionärin entstanden ist.

Curia Chisinau
Im Berichtszeitraum konnten drei aktive Legionäre, ein Legionär in Probe und 6 Hilfslegionäre geworben werden. In einer Stadt konnten 6 Taufen vermittelt werden. In einem anderen Ort gibt es einen Jugendgebetskreis. Ein Jugendlicher konnte zur Erstkommunion geführt werden. Zur geistlichen Vertiefung hielt die Curia an mehreren Orten Einkehrtage. Auch Fatimafeiern werden organisiert. Außerdem nehmen derzeit Legionäre an theologischen Kursen teil.

Curia Wien-Nordwest
Ein Legionär legte das Legionsversprechen ab, ein weiterer ist nun in der Probezeit. Freude gibt es über zwei neue Hilfslegionäre. Bei 4 Ausgetretenen werden regelmäßig Besuche gemacht. Zur Vor-bereitung einer Gründung einer Kindergruppe besuchten Legionäre eine Nazaretgruppe in einer anderen Wiener Pfarre.

Curia Wien-Maria Treu
Im Juni organisierte die Curia eine Wallfahrt nach Maria Schutz. Neben vielen Legionären fuhren auch Hilfslegionäre und Gäste mit. Die Aktion „Mütter beten” findet immer mehr Anklang. Da der Büchertisch sehr bei den Leuten ankommt, gibt es Überlegungen, dieses Apostolat auszubauen. Besonders erfreulich: Im Berichtszeitraum wurden 5 neue Legionäre und 3 Hilfslegionäre geworben.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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