Die Legion und die Eucharistie

P. Bede McGregor OP, Geistlicher Leiter des Conciliums

Die Legion und die Eucharistie
Allocutio vom Juni 2006

Eines der großen Geheimnisse des spirituellen Lebens ist die Übereinstimmung unseres Lebens mit dem liturgischen Leben der Kirche. Auf diese Weise nehmen wir wirklich an den Geheimnissen des Lebens unseres Herrn, an Tod und Auferstehung, teil. Und mit den Jahren werden wir schrittweise in Christus gewandelt und werden in einem immer tieferen Sinn Glieder seines mystischen Leibes, der Kirche. So ist es recht, dass wir Legionäre einmal mehr über die Rolle der Eucharistie in unserem persönlichen Leben und im Apostolat nachdenken.
Die heilige Eucharistie ist Mittelpunkt und Quelle der Gnade
Die Abschnitte über die Eucharistie im Handbuch sind wahrlich großartig. Zunächst wird ausgeführt, dass die Eucharistie Mittelpunkt und Quelle der Heiligkeit und des Apostolates jeden Legionärs ist. „Die heilige Eucharistie ist Mittelpunkt und Quelle der Gnade. Deshalb muss sie im Legionssystem die Schlüsselstellung schlechthin innehaben. Der eifrigste Einsatz wird nichts Wertvolles zustande bringen, wenn der Legionär nur einen Augenblick lang das Hauptziel aus den Augen verliert: in allen Herzen das Reich der Eucharistie aufzurichten. Wenn das aber geschieht, ist das Ziel der Menschwerdung Jesu erreicht. Er selbst wollte sich den Menschen mitteilen, um sie ganz mit sich zu einen. Dieses Mitteilen Jesu geschieht vor allem anderen in der heiligen Eucharistie. „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.” sagt Jesus. „Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.” (Joh 6,51)
Erinnern wir uns immer daran, dass das Hauptziel jeder Legionsarbeit die Errichtung der Herrschaft der Eucharistie in allen Herzen ist? Warum ist die Eucharistie von so grundlegender Bedeutung für die Legion? Die Eucharistie lässt sich nicht mit einer Statue oder einem heiligen Bild vergleichen – so schön es auch sein mag. Sie ist nicht ein besonders heiliger Gegenstand. Sie ist auch nicht mit einer Reliquie zu vergleichen, mag sie noch so bedeutend sein. Sie ist eine Person. Sie ist Jemand. Sie ist die Realpräsenz unseres Herrn Jesus Christus, sein Leib, sein Blut, seine Seele, seine Gottheit. Das ist die große Anziehungskraft der Eucharistie.
Gott öffnet sein Herz für jeden von uns
In der Eucharistie haben wir die Menschheit Christi glorifiziert und deshalb ist sein menschliches Herz in der Kommunion und in der Anbetung außerhalb der Messe direkt für jeden von uns persönlich geöffnet. Und wir nehmen an dem uns dargebotenen unendlichen, innigen Leben der Dreifaltigkeit Teil. Die Großzügigkeit Gottes in der Eucharistie ist umwerfend. Ich denke an die Worte von Papst Johannes Paul II: „Wenn wir die Eucharistie betrachten, sind wir von staunendem Glauben erfüllt, nicht nur in Bezug auf das Geheimnis Gottes und seine unendliche Liebe, sondern auch das Geheimnis der menschlichen Person betreffend”.
In Gegenwart der Eucharistie kommen uns die Worte des Psalmisten spontan auf die Lippen: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?” Welch großen Wert hat der Mensch in den Augen Gottes, wenn Gott ihn mit seinem Leib nährt! Welche ungeahnten Räume verbirgt das menschliche Herz in sich, wenn sie nur von Gott gefüllt werden können? Mit dem hl. Augustin bekennen wir: „Du, Herr, hast uns für dich geschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir”. Wenn ein Legionär jemanden zur Eucharistie führt, führt er ihn direkt zu Christus. Wir können nichts Grundlegenderes und Kostbareres tun als dies. Wenn wir Jesus treffen, begegnen wir ihm mit unseren tiefsten Bedürfnissen und wir erkennen, was es bedeutet, wirklich geliebt zu werden. In der Eucharistie werden wir nicht nur auf innige Weise in die Gegenwart Gottes gebracht, sondern wir sind auch eingeladen, an seinem Tisch zu essen und zu trinken. Er nährt uns mit seinem eigenen Leben.
In dieser kleinen Allocutio stelle ich nur kurz Überlegungen über die Eucharistie in Bezug auf die Realpräsenz Christi an. Zu einer anderen Zeit werde ich über andere Aspekte der Eucharistie, besonders über das heilige Messopfer, aus dem wir all die Gnaden schöpfen, die wir für den Fortschritt in unserer Vereinigung mit Christus brauchen, wie auch all die Gnaden, die wir für unsere apostolische Arbeit für die Rettung der Seelen brauchen.
Auch so können wir nur einige der Reichtümer der Eucharistie als Realpräsenz gerade streifen. Die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie ist nicht nur eine körperliche und wirkliche Nähe Jesu zu uns. Sie ist auch eine Beziehung von Person zu Person durch die Vermittlung des Leibes Christi. Sie ist ein spiritueller Kontakt zu Jesus, in dem wir volle persönliche Aufmerksamkeit erfahren, Liebe und Bereitschaft uns zu helfen und Freundschaft mit uns zu schließen. Damit ist die Eucharistie sowohl persönlich wie beziehungs-wirksam. Die Eucharistie ist das Sakrament der Freundschaft zwischen Jesus und uns, welches wir durch seine körperliche Gegenwart empfangen.
Maria führt die Gläubigen zur Eucharistie
Maria wünscht sich nichts mehr, als unsere völlige Vereinigung und Freundschaft mit Jesus in der Eucharistie zu erleichtern. Durch unsere wahre Hingabe und Einheit mit Maria streben auch wir nach diesem Ziel. Ich möchte mit den Worten Papst Johannes Paul II in seinem Brief „Redemptoris Mater” (Mutter des Erlösers) schließen, die sich im Handbuch finden: „Diese Mutterschaft wird vom christlichen Volk in besonderer Weise wahrgenommen und bei der heiligen Eucharistie, bei der liturgischen Feier des Erlösungsgeheimnisses erlebt, in der Christus mit seinem wahren, aus der Jungfrau Maria geborenen Leib gegenwärtig wird.
Zu Recht hat das christliche Volk in seiner Frömmigkeit immer eine tiefe Verbindung zwischen der Verehrung der heiligen Jungfrau und dem Kult der Eucharistie gesehen: Dies ist eine Tatsache, die in der westlichen wie östlichen Liturgie, in der Tradition der Ordensgemeinschaften, in der Spiritualität heutiger religiöser Bewegungen, auch unter der Jugend und in der Pastoral der marianischen Wallfahrsorte ersichtlich ist. Maria führt die Gläubigen zur Eucharistie.” (RMat 44). Auch das ist das höchste Ziel der Legion Mariens.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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