Frank Duff und das Handbuch der Legion

P. Bede McGregor O.P.
Geistlicher Leiter des Conciliums
Allocutio vom Juli 2007
Frank Duff und das Handbuch der Legion
„Der Geist der Legion ist der Geist Mariens.” Als Frank Duff diesen Satz schrieb, legte er eine der wesentlichsten Charakteristiken seines spirituellen Lebens offen.
Sein ganzes Leben lang war es sein Bestreben, den Geist Mariens zu erhalten, besonders ihre Demut und ihren Glauben. Er wollte an ihren Einstellungen, Überzeugungen, Motivierungen und an ihrer mütterlichen Sendung teilhaben. Er glaubte in all seinem Denken, in seinem Herzen und seiner Kraft daran, dass, wenn er sich mit dem Geist Mariens identifizieren könnte, er in vollkommener Weise auf Jesus ausgerichtet wäre und durch ihn auf die Heilige Dreifaltigkeit. Seine Hingabe an Maria war nicht einfach eine wunderbare Theorie, sondern ihre Umsetzung in sein tägliches Leben. Seine Weihe an Maria war die innere Triebkraft für die Annahme seiner Berufung zur Heiligkeit und zum apostolischen Leben. Das ist das Geheimnis, das er der Legion anbietet – das Geheimnis Mariens.
Das Handbuch öffnet den Blick auf ein gänzlich neues Bild Frank Duffs. Dort finden wir ein wahres Bild seines inneren Lebens unter dem äußerlichen Bild eines so sanften, humorvollen, effizienten, zugänglichen, extrem hart arbeitenden und freundlichen Mannes. Das Handbuch ist zum Großteil eine spirituelle Autobiographie Frank Duffs. Mehrere Schlüsselzeugen, die ihn über mehrere Jahrzehnte hinweg sehr gut kannten, berichteten von seiner völligen Ernsthaftigkeit und vollkommenen Integrität. Es wäre undenkbar, dass er, wenn er anderen Anleitungen für ihre Berufung zum ewigen Leben gibt, etwas anderes anbietet als die tiefsten und hart erarbeiteten Überzeugungen seines spirituellen Lebens. Das wäre besonders der Fall, wenn es um seine Erkenntnis Mariens und seine Hingabe an Maria geht.
Lassen Sie mich zum Abschluss aus einer seiner Schriften zitieren: „So ist der Symbolismus der Heiligen Schrift für das bessere Verständnis der Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche der mystische Leib. Ähnlich sehen wir, dass Maria die wahre Mutter der christlichen Seele ist, dadurch, dass sie Gottesmutter ist. Diese Gottesmutterschaft wurde von Gott angekündigt und hat ihre volle Wirkung im Moment der Erlösung erreicht. Wenn wir dieses Bild noch mit einem weiteren ergänzen wollen, um die Innigkeit der Beziehung Marias zu ihren Kindern besser zu erfassen, könnten wir das ausdrucksvoll, wenn auch nicht vollkommen – im Leben des Ungeborenen erkennen. Das ungeborene Kind ist die Seele und Maria seine Mutter.
Aber warum nehmen wir das ungeborene und nicht das bereits geborene Kind, das in den Armen seiner Mutter mit natürlicher Milch ernährt wird? Einfach weil die Nähe der Beziehung zwischen der Seele und Maria, wie sie der hl. Ludwig – mit der Kirche – beschreibt, nicht ausreichend durch ein geborenes Kind beschrieben wird. Letzteres ist von seiner Mutter größtenteils abhängig, aber nicht gänzlich. Es lebt bereits, wenn auch in geringem Ausmaß ein eigens Leben. Es atmet selbständig und Teile seiner Ernährung können, je nach den Umständen, nicht von der Mutter sein. Diese Mutter kann das Kind verlassen oder sterben. Und trotzdem lebt das Kind weiter – in völliger Unabhängigkeit von der Mutter, möglicherweise sogar besser als mit ihr.
Aber wie anders ist der Fall mit der Seele. Vom Tag der Taufe, wenn die Seele wieder geboren wird bis zum Lebensende – vielleicht hundert Jahre später – erhält sie keine einzige Gnade ohne Maria, die treu das mütterliche Werk der Heiligung fortsetzt. Sie erhält die göttlichen Gnaden und den Lebenssaft und gibt alles an die Seele weiter. Nicht ein einziger Tropfen von dem Saft, d.h. nicht eine einzige Gnade erhalten wir vom mystischen Leib außer durch das Herz Mariens. Welches Bild einer allumfassenden Abhängigkeit! Das Ungeborene verdankt alles – wirklich alles – den Verdiensten der Mutter. So soll uns das Beispiel vom Ungeborenen die Rolle der Mutter aller göttlichen Gnaden verständlicher machen. Doch selbst dieses Bild ist nur ein Abglanz der Wirklichkeit. Wir Erwachsene sind frei in unserem Tun und leben unser Leben, wie wir es für richtig erachten, und sind dennoch so gänzlich abhängig von ihr, dass die Enge des Schoßes im Vergleich noch wie die größte Freiheit aussieht.”
Meiner Meinung nach lebte Frank Duff diese Abhängigkeit von Maria bis zu einem heroischen Grad und zeigt uns Legionären damit den Weg.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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