Mariologischer Kongress 2009
in “Regina Legionis” 3/2009
Der Senatus von Österreich organisiert seit einigen Jahren jedes Jahr einen Mariologischen Kongress, um die Kenntnis der Gottesmutter Maria in unserem Volk bei Laien und Priestern zu fördern. Viele Priesterbesuche waren in ganz Österreich im Vorfeld durchgeführt worden, um auf den Kongress aufmerksam zu machen. In diesem Jahr kam als besonderer Anlass noch das 60-jährige Bestehen der Legion Mariens in Österreich dazu.
Am 7. Februar strebten von allen Richtungen erwartungsfrohe Menschen auf den Veranstaltungsort zu - in diesem Jahr den Festsaal der Akademie der Wissenschaften. Legionäre aus allen Teilen Österreichs waren dieser Einladung in Scharen gefolgt, so dass der Veranstaltungssaal die Teilnehmer gar nicht alle fassen konnte. Auch viele Priester waren gekommen.
Nach den Eröffnungsgebeten verlas Sr. Elisabeth Ruepp, die sehr liebenswürdig und schwungvoll durch das Programm des Tages führte, eine Grußnote von Kardinal Christoph Schönborn.
Der erste Vortrag von Bischof Ludwig Schwarz SDB von Linz behandelte „Maria, Mutter der Kirche” und führte uns gewissermaßen durch die Stationen der Kirchengeschichte. Angefangen mit dem hl. Apostel Paulus, der die Kirche als mystischen Leib beschrieb, über den hl. Irenäus von Lyon, den hl. Ambrosius im 5. Jahrhundert bis zu Kardinal Ratzinger und Hans Urs von Balthasar erklärte er uns die verschiedenen Formen der Erkenntnis über die Gottesmutter. Benedikt XIV. war der erste Papst, der Maria 1748 „Mutter der Kirche” nannte. Schließlich schenkte uns das 2. Vatikanische Konzil im 8. Kapitel von „Lumen Gentium” eine einzigartige Zusammenschau von der Kirche und Maria.
Wunderschön ist die Formulierung, mit welcher Papst Paul VI. am 21.11.1964 Maria zur Mutter der Kirche erklärte: Zu ihrer Ehre und zu unserem Trost erklären wir die selige Jungfrau Maria zur Mutter der Kirche und somit des ganzen Kirchenvolkes.
Zum Beginn seines Vortrages überraschte der Bischof die Zuhörer mit dem Bericht, dass seine Eltern zusammen mit Prof. Friedrich Wessely sozusagen „Legionspioniere” waren und wie er die Legion als Junglegionär und später als Geistlicher Leiter zweier Präsidien im Seminar Horn erlebt hatte.
Wir können im Heilsplan Gottes 4 markante Stationen beobachten:
- I. GOTT fängt bei der Verkündigung mit uns an — er macht den ersten Schritt.
- II. Der sterbende Sohn übergibt den Jünger - die Kirche - seiner Mutter. Wir können uns besonders in schweren Stunden an diese Mutter wenden.
- III. Pfingsten - inmitten der Jünger finden wir Maria im Obergemach, dem Ort, wo der Herr die Eucharistie gestiftet hat. Maria ist also mitten in der Kirche, doch nicht ausgesandt zum Dienst an den Sakramenten. Sie ist das Herz der Kirche.
- IV. Schutzmantelmadonna - Mutter der Kirche. Bei der Mutter fühlen sich die Kinder verstanden und geborgen.
Nach diesem ersten Vortrag, der jedem Legionär wie Musik in den Ohren klang, und nach einer kurzen „Pause mit Jause” warteten die Zuhörer gespannt auf
P. Denis erklärte uns, wie Maria den Leib Christi und das Herz des Priesters formt, den Priester zum Prophetentum erzieht, das Herz des Priesters zur Teilnahme am Opfer Christi vervollkommnet und die Mutterrolle im Leben der Priester übernimmt.
Nach der Mittagspause konnten die Besucher bei einer kleinen Filmpremiere mit dem Titel „Meet the Legion” ihre Legionsgeschwister weltweit bei ihrem Dienst an den Menschen beobachten.
Anschließend bescherte uns P. Bernhard Vosicky „Maria in der Sendung der Kirche”.
Der Kongress fand seinen feierlichen Abschluss mit einer hl. Messe in der Dominikanerkirche.
Wir Tiroler Legionäre haben den weiten Weg nicht bereut, fuhren mit schwerem geistlichen Gepäck wieder nach Hause und freuen uns auf den nächsten Mariologischen Kongress.





