Der Ruf zur Legion
Aus dem Büchlein “Wagnis für Gott” von Friedrich Wessely
Wenn man von der Legion hört und an ihr Gefallen findet oder wenigstens zunächst die Wichtigkeit ihrer Arbeit einsieht, so kann man dies als eine Einladung der Gnade auffassen. Um sich ihr nicht zu entziehen, wird man sich näher zu informieren suchen und der Einladung, als Gast einem Treffen beizuwohnen, folgen. Dadurch lernt man gleichsam das Herz der Legion kennen. Vielleicht wird sich dadurch die Hinneigung verstärken, so dass man den Beitritt zur Legion ernstlich in Erwägung ziehen kann. Am besten wird man dadurch zur Klarheit kommen, dass man probeweise die ganze Legionsarbeit zu leisten sucht. Durch die Praxis dringt man tiefer in das Wesen der Same ein und kann sich selbst gut prüfen und gibt anderseits auch der Legion die Möglichkeit, sich von der Eignung des Anwärters zu überzeugen.
Die Probezeit dauert drei Monate. Ist sie vorüber, so ist es Zeit, zu überlegen, ob an die aktive Mitgliedschaft zu denken ist oder nicht. Fällt die Entscheidung positiv aus, dann wird man zur Ablegung des Legionsversprechens zugelassen, in dem man einen treuen Dienst und die Achtung der Legionsdisziplin verspricht. Das Versprechen richtet sich an den Heiligen Geist. Es wird nicht auf eine bestimmte Zeit abgelegt. Erstens, weil man damit rechnet, dass der Legionär in seiner Hingabefreudigkeit keine zeitliche Grenze setzen will, zweitens, weil die Verhältnisse, in denen der Mensch in der Welt lebt, so wechselnd sind, dass er nicht im Voraus wissen kann, ob er die übernommenen Verpflichtungen immer wird einhalten können. Aber es ist klar, dass man nicht ohne triftigen Grund die Mitgliedschaft aufgeben wird.


