Bericht vom Senatustreffen am 20. Juni 2009

1. ALLOCUTIO
Gehalten vom P. Mag. Josef Haspel OSB, Geistlicher Leiter des Comitiums Hollabrunn

Gestern, 3. Freitag nach Pfingsten, feierte die katholische Kirche auf der Welt das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Heute, dem darauffolgenden Samstag, feiern wir den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Marias. In dieser Reihefolge beten wir in den Legions-gebeten. „Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser! Unbeflecktes Herz Mariä, bitte für uns!”
In weiten Teilen der österreichischen und deutschsprachigen Kirche ist es still geworden um die Herz-Jesu-Verehrung: selten hören wir Lieder oder Predigten über das Heiligste Herz unseres Erlösers. Der hochverdiente zweite Geistliche Leiter des Senatus und Nachfolger Wesselys, Kardinal Dr. Hans Hermann Groër, hat als Erzbischof von Wien gerade auch auf diesem Gebiet große Anstrengungen unter-nommen, um das Heiligste Herz Jesu dem Gläubigen durch die monatlichen Predigten im Wr. Stephansdom nahe zu bringen.
Auch innerhalb der Legion Mariens in Österreich, kommt, wie mir scheint, die Herz-Jesu-Familienweihe im Apostolat kaum bis über-haupt nicht vor, obwohl es im Handbuch heißt, dass sie „eine hervor-ragende Methode bietet, zu den Familien Zutritt zu erhalten und deren Freundschaft zu gewinnen. … Sie ist die fruchtbarste Art sich in einer Familie einzuführen” (HB S. 296f) Weiters können wir uns fragen, wie oft haben wir bei unserem wöchentlichen Apostolat über die zwei Herzen auf der Rückseite der Wunderbaren Medaille gesprochen?
Wer schon im Handbuch geblättert hat, wird eine interessante Tat-sache entdecken: nämlich, das sie Herz-Jesu-Verehrung als bekannt und als den Legionären vertraut vorausgesetzt wird, denn was sie be-deutet wird nicht explizit ausgeführt. Ist das Sprechen über das ge-öffnete Herz unseres Erlösers und die Herz-Jesu-Familienweihe vielleicht deshalb so gering, weil diese Verehrung zu wenig den Gläubigen vertraut ist?
Was bedeutet Herz-Jesu-Verehrung? Im Symbol des Herzens wird das ganze Glaubensgeheimnis der Erlösung des Menschen-geschlechtes ausgedrückt. Der hl. Johannes sagt darüber in tiefer Er-griffenheit: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, das er seinen einzigen Sohn für uns dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrundegeht, sondern das ewige Leben hat.” (Joh 3,16) Im Exsultet der Osternacht heißt es: „O unfassbare Liebe des Vaters: Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin!” Und im Stundengebet zum Herz-Jesu-Fest heißt im Hymnus:
Wie hat die Liebe dich gedrängt,
dass du für uns den Tod erwählt
Du gibst das Leben uns zurück
das Adams Sünde uns geraubt.
Der Stoß der Lanze trifft dein Herz
und Blut und Wasser bricht hervor
ein Quell des Heils, der nie versiegt
und aller Schöpfung Freude bringt.
Diese Liebeshingabe Christi in seinem Tod und seiner Auferstehung für uns verlorengegangene Menschen schenkt uns in der Taufe das neue Leben der Gnade. Im Bild des Herzens „wirbt” Christus mit seiner Gnade um die Antwort unserer Liebe. Unser Herz soll um-geformt werden: „Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen”, beten wir in der Herz-Jesu-Litanei. Und Jesus sagt uns im Evangelium, wie dies geht: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Ge-bote meines Vater gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.(Joh 15,10; vgl. auch Joh 14,15.21) Der Heiland kennt aber unsere Ge-brechlichkeit als auch Getaufte und Gefirmte. Wie oft werde ich „rückfällig”, in dem ich durch die Sünde meinen besten Freund Christus verraten habe. Er jedoch sagt zu uns: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.” (Mt 11,28) Nicht mit Vorwurf und Anklage reagiert unser „Lebensretter” auf unsere Untreue, sondern im ge-öffneten Herzen „wirbt” Jesus um meine Umkehr: dass ich zu Ihm zurückkehre und im Sakrament der Buße um Verzeihung bitte und nicht die Untreue und Sünde auf andere schiebe, wie es schon meine Stammeltern, Adam und Eva, taten.
Wenn wir so auf das Unbefleckte Herz Marias blicken, sehen wir darin die vollkommenste Liebesantwort eines Geschöpfes durch ihr Leben. Ihr Herz ist deshalb „unbefleckt” geblieben, weil sie jede Stunde ihres Lebens – koste es, was es wolle – der Liebe zu ihrem Erlöser und zugleich ihres Sohnes nicht etwas anderes – und damit minderes – vorgezogen hatte. Gerade auch unter dem Kreuz – dem Lösepreis unserer Errettung – war sie eins in der Gesinnung Christi. „Ein waches und starkes Herz, das das Schwert des Leidens furchtlos ertrug und die Auferstehung des Sohnes gläubig erwartete”, singt der Priester in der Präfation vom Unbefleckten Herzen Mariä.
In der Herz-Jesu-Familienweihe wird diese Botschaft zu den heutzu-tage so angegriffenen Familien getragen. Das Zusammenleben ist ja oft von großen Sorgen gekennzeichnet. Der Blick auf das Herz Christi und das Stoßgebet „Heiligstes Herz Jesu”, oder nur „Jesus, ich ver-traue auf dich!” schenkt wieder neues Licht in diesen Bedrängnissen. Bei einem Streit empfange ich die Gnade, den ersten Schritt zur Ver-söhnung zu tun oder bei einer Verletzung oder Unrecht, das mir zu-gefügt wurde, wird nicht der Gedanke der Rache, sondern der Ver-zeihung mich leiten, weil Christus es mir vorgezeigt hat und mir die Gnade schenkt, es zu vollbringen. Ist solch eine Botschaft nicht von hoher Aktualität?
Die Legion Mariens lehrt uns, ganz dem Unbefleckten Herzen sich anzuvertrauen, damit wir in ihrer Schule immer besser dem Herzen Jesu mit unserem Leben antworten.

2. BERICHTE

JAHRESBERICHTE

EP „Maria Immaculata Conceptio”, Wien 20
Das Präsidium, das am 4. April 2008 gegründet wurde, zählt 4 Legionäre mit Versprechen und 2 Hilfslegionäre. Von Anfang an be-mühte sich das Präsidium um Werbung neuer Mitglieder. Gerade dieser Punkt ist ein wichtiger und fixer Teil während des wöchent-lichen Treffens. Bereits 2 Monate nach der Gründung des Präsidiums war es möglich, ein Jugendpräsidium zu errichten. Neben der Betreuung des Jugendpräsidiums werden systematisch Hausbesuche von Tür zu Tür gemacht. Dabei verteilen die Legionäre die Gottesdienst-ordnung der Pfarre, laden zu den Messen und Veranstaltungen ein und bieten die Wunderbare Medaille mit Beschreibung an. Immer wieder kommt es zu schönen Glaubensgesprächen. Es kam auch schon vor, dass die Legionäre gebeten wurden, einen Kontakt mit dem Pfarrer herzustellen.

JP „Maria, Mutter des Erlösers”, Wien 20
Dieses Jugendpräsidium wurde am 15. Juni 2008. Es zählt nun 3 Junglegionäre. Im September wurden Jugendliche zu einem Informationstreffen eingeladen, ein Mädchen nimmt seit damals regelmäßig am Präsidiumstreffen teil. Ein Junglegionär macht in Be-gleitung eines erwachsenen Legionärs Tür-zu-Tür-Besuche. Die anderen Junglegionäre bekommen die Aufgabe zu ministrieren, aber auch die Wunderbare Medaille an Freunde und Bekannte weiterzu-geben und ihnen zu erklären. Seit einem halben Jahr wird eine ältere Frau regelmäßig besucht, dabei kommt es zu schönen Gesprächen und die Junglegionäre werden immer wieder eingeladen zu kommen. Nun bemüht man sich, die Dame als Hilfslegionär zu werben. Ein interessantes Feedback: Bei Tür-zu-Tür-Besuchen wurde die Wunderbare Medaille weitergegeben. Eine Woche später hörte eine Legionärin, wie eine Frau in der Pfarre erzählte, dass ihr Mann, der dafür bekannt ist, dass er Medaillen, Devotionalien und alles in dieser Art strikt ablehnte, Medaillen von einem Jugendlichen angenommen hat, was für sie unglaublich war.

VIERMONATSBERICHTE

Curia Wien Südost
Im Berichtszeitraum hat ein Anwärter das Legionsversprechen ab-gelegt. Die Legionäre besuchen Ausgetretene und Zahlungssäumige, machen Apostolat bei Drogenabhängigen, tragen die Wandermutter-gottes weiter. Ebenso werden monatliche Besuche in einem Gefäng-nis gemacht. Auch werden viele verschiedene Kindergruppen betreut; mit einer Gruppe fuhren Legionäre zum Kirtag am Stephansplatz. In drei Pfarren bemühten sich die Legionäre um die Bekanntmachung der Legion nach der Sonntagsmesse bzw. bei Maiandachten. In der Fastenzeit wurde gemeinsam mit der „Oase des Friedens” der Meidlinger Straßenkreuzweg gestaltet. Von der Curia wurde eine Wallfahrt organisiert.

Curia Wien Süd
Im März erhielt die Curia einen neuen Geistlichen Leiter, da der bis-herige Geistliche Leiter eine Pfarre außerhalb von Wien übernimmt. Einige Legionäre haben an den Exerzitien zu Pfingsten im Stift Göttweig teilgenommen. Für Oktober organisiert die Curia eigene Exerzitien für Legionäre. In einer Pfarre wurde bei allen Sonntags-messen eine Columbanerwerbung durchgeführt. Der Pfarrer predigte über die Notwendigkeit des Laienapostolates und die Legionäre ver-teilten nach den Messen Material. Zum Informationstreffen kamen dann 4 Interessenten. Insgesamt konnten in den letzten 4 Monaten 3 Legionäre in Probe gewonnen werden und 4 Anwärter legten das Ver-sprechen ab. Weitere Columbanerwerbungen in anderen Pfarren werden gerade vorbereitet. Die Jugendarbeit in zwei Pfarren macht den Legionären weiterhin große Freude.

Comitium Burgenland
Im Berichtszeitraum wurden einige Priestergespräche geführt. Ein Präsidium gründete eine neue Patrizierrunde. Die Legionäre machten dafür intensiv Werbung und auch der Geistliche Leiter des Präsidiums betonte, wie gut es sich erwiesen hat, die Patrizierrunde regeltreu zu führen. Das Comitium macht sich auch Gedanken, wie man mehr Nazaretgruppen gründen könnte. Um Leute mehr auf den Geschmack von Exerzitien zu bringen, wurde im April ein Einkehrtag organisiert und dazu eifrig eingeladen.

Comitium Graz
Das Comitium organisierte einen Einkehrtag zu dem 83 Teilnahmer kamen, bei den Exerzitien zählte man 30 Legionäre. Derzeit bereitet man einen Einkehrtag für Hilfslegionäre vor. Im März durften 3 Legionäre bei der Vesper im Priesterseminar ein kurzes Zeugnis über die Legion geben, nach dem Abendessen wurden 11 Seminaristen die Legion Mariens vorgestellt. Ein Jugendpräsidium führt gemeinsam mit einem Erwachsenenpräsidium eine Jugendpatrizierrunde. Vor-bereitet wird gerade ein Nazaretfest für September.

Comitium Klagenfurt
Viele Legionäre bemühten sich bei einem Ausbreitungssonntag. So sprachen ein Priester und ein Geistlicher Leiter bei einer hl. Messe über die Legion. Die Legionäre kamen dann nach der Messe mit den Leuten ins Gespräch und informierten auch bei einem Büchertisch. Ebenso wird gerade eine weiterer Informationstag vorbereitet und Priesterbesuche geplant. Im Berichtszeitraum wurden 2 Legionäre, 1 Adjutor und 19 Hilfslegionäre geworben. Ein Präsidium konnte 21 Leute zum Bußsakrament führen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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