Der hl. Paulus und die Legion

Allocutio

Mai 2009, gehalten von P. Bede McGregor,  Geistlicher Leiter des Conciliums

Der heilige Paulus und die Legion

Im Laufe des Jahres des hl. Paulus, welches ja in Kürze zu Ende gehen wird, ist mir sein starker Einfluss auf den Geist und das apostolische Engagement der Legion besonders bewusst geworden. Seine Hingabe an die Verkündigung des Evangeliums ist für alle Legionäre inspirierend  und viele der Hauptgrundsätze der Legion gehen direkt auf die Lehre des hl. Paulus zurück. Im Handbuch wird er doppelt so oft zitiert, als alle anderen Autoren des Neuen Testamentes und wird auch in den anderen Schriften unseres Gründers am öftesten zitiert.  Es ist leicht erkennbar, warum er einer der sechs Patrone der Legion ist. Würde man im Handbuch die Hinweise auf den hl. Paulus unbeachtet lassen, wäre das Handbuch unrettbar entwertet. Und es würde sicherlich niemand unseren Gründer auch nur annähernd verstehen, ohne den Einfluss des hl. Paulus auf seine inneres Leben und sein Apostolat zu kennen.

Alles beginnt mit der Bekehrung des hl. Paulus auf dem Weg nach Damaskus. In der  Erscheinung sagt unser Herr zu Paulus: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt, dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst (Apg. 9,5). An dieser Stelle beginnt er die Lehre des mystischen Leibes Christi, die dem Herzen der Legion zugrundliegende Lehre, zu erkennen. Für den Rest seines Lebens richtet er sich ganz auf den auferstandenen Christus aus, besonders indem er in und durch den mystischen Leib Christi, die Kirche, lebt. Einige Zitate aus Texten des hl. Paulus im Handbuch sollen die christozentrische Natur seines und unseres Gründers Leben illustrieren: „Weder  Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn” (Röm,8,38-39); „denn für mich ist Christus das Leben” (Phil 1,21) „Lasst die Botschaft Christi in ihrem ganzen Reichtum zu euch gelangen und sagt und tut nichts außer im Namen Jesu, indem ihr Gott Vater durch ihn dankt”.

Es gibt weitere Texte, die vielleicht nicht im Handbuch wiedergegeben werden, aber, wie ich meine, die grundlegende Haltung und den Stil des Apostolates von Frank Duff aufzeigen: „Lasst nicht nach im Beten; seid dabei wachsam und dankbar! Betet auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffnet für das Wort und wir das Geheimnis Christi predigen können, für das ich im Gefängnis bin; betet, dass ich es wieder offenbaren  und verkündigen kann, wie es meine Pflicht ist. Seid weise im Umgang mit den Außenstehenden, nützt die Zeit! Eure Worte seien immer freundlich, doch mit Salz gewürzt; denn ihr müsst jedem in der rechten Weise antworten können”(Kol 4,2-6). Auch wir Legionäre sollten immer Gott und in der Tat auch den hl. Paulus bitten, uns Gelegenheiten  zu bieten, andere mit Christus bekannt zu machen. Und, lasst uns um die Gnade bitten, immer im Geist der Freundschaft und mit Humor und mit Klarheit zu reden, indem wir die konkreten Bedürfnisse jener, mit denen wir umgehen, berücksichtigen.

Ein Schlüsselwort im Wortschatz des hl. Paulus – wie auch der Legion – ist das Wort Bekehrung. Aber Bekehrung wozu? Natürlich zur persönlichen Freundschaft mit Gott. Er muss für uns alles sein, der wirkliche Mittelpunkt unseres Lebens. Es muss der Geist in uns sein, der auch in Jesus Christus ist. Maria ist das höchste Werkzeug für die Bekehrung. Sie hat kein anderes Interesse, als uns zu helfen, uns mit Christus zu vereinigen, nicht nur jetzt, sondern in alle Ewigkeit. Jedes Gebet zu Maria für unsere eigene fortschreitende Bekehrung und für die Hilfe, die wir für die Bekehrung anderer zu Jesus brauchen, wird immer beantwortet werden. Es gibt starke Tendenzen in manchen Kreisen, die Bekehrungsarbeit herunterzuspielen. Die wahre Hingabe an Maria und eine echte Kenntnis des Wortes Gottes, wie sie uns vom hl. Paulus vermittelt wird, wird uns bestärken, dass wir niemals von diesem höchst wichtigen Apostolat Abstand nehmen. Es gibt nichts Wertvolleres im Leben als das Geschenk einer persönlichen, engen Beziehung zu Christus und die Bekehrungsarbeit ist nichts anderes, als dieses Geschenk anderen anzubieten. Kann unser katholische Glaube für uns bedeutend sein, wenn wir uns nur halbherzig bemühen, daran teilzuhaben? Lieben wir Maria wirklich, wenn wir es unterlassen, Christus mit ihrer Hilfe anderen zu bringen?

Es gibt viele andere zentrale Lehren des hl. Paulus, die sich direkt und stark in der Spiritualität der Legion und Frank Duffs, unseres Gründers, wiederfinden. Darüber müssen wir ein anderes Mal sprechen. Gehen wir nochmals auf die christozentrische Lehre des hl. Paulus zurück. Frank Duff hat einen tiefgründigen Artikel unter dem Titel „Die Legion ist reine Christozentrik” geschrieben. Man kann dies wirklich von seinem eigenen Leben und dem der Legion sagen. Die letzten Worte am Ende des Sachverzeichnisses des Handbuches fassen alles zusammen, wofür Frank Duff und die Legion steht: „Hinweise auf unseren Herrn sind nicht im Index angeführt. Jedes Wort dieses Handbuchs bezieht sich ja auf ihn, und deshalb sollte man ihn in jedem Abschnitt finden. An jedem Ort, in jeder Situation, bei allem, was geschieht, sollte der Legionär Jesus begegnen – so sehr, dass er mit dem Dichter ausrufen kann: „Die Rose will an Christi Blut mich mahnen, der ewige Schnee an den verklärten Herrn. Im Regen darf ich seine Träne ahnen, und seiner Augen Licht seh’ ich in jedem Stern”.

Ich denke, dass das Leben und die Schriften unseres Gründers stark von den Lehren des hl. Paulus beeinflusst waren und glaube deshalb, dass auch wir uns von ihm,  durch Lesen und Beten und vor allem durch den Versuch, die Lehren, die Paulus uns – inspiriert vom Heiligen Geist – gegeben hat, beeinflussen lassen. Besonders sollten wir versuchen, seine Bekehrung zum auferstandenen Christus, der im mystischen Leib, der  Kirche, unter uns wohnt, nachzuahmen. Zuletzt noch ein Zitat des hl. Paulus, das im Handbuch zweimal vorkommt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich  aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise; denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben” (Gal 2,20-21).

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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