Gott und Maria

aus der Schrift “Wagnis für Gott” von Friedrich Wessely

Wenn die Verehrung Mariens ein Grundstein ist, auf dem sich die Legion aufbaut, so deshalb, weil die Stellung, die Maria zu Gott einnimmt, überragend ist.

Maria Himmelfahrt - Niederlana bei Meran

Maria Himmelfahrt - Niederlana bei Meran

Gott hat Maria seit Ewigkeiten auserwählt, weil Er wusste, Er würde von ihr eine größere Erwiderung auf Seine Gnaden er­halten als von allen anderen reinen Geschöpfen zusammengenommen. Er hat sie so hoch er­hoben, weil Er wusste, dass dadurch auch die Ehre, die Er von uns erhalten sollte, in einer Weise, die wir nicht ganz begreifen können, ver­mehrt würde. Denn alles, was man Maria weiht, gelangt nicht nur unvermindert, sondern in einem höheren Maße an Gott zurück. Maria wird von der Legion gesehen als ein Lebens­element im Gnadenplan Gottes, so dass sowohl Seine Verherrlichung wie auch unsere Gnade durch ihre Gegenwart vermehrt werden. Die Le­gion ist von dem tiefen Glauben durchdrungen, dass man dadurch, dass man sich Maria weiht, besser und schneller zu Gott gelangt und also mehr Gnade erlangt, als wenn dies nicht der Fall ist; denn dann stellt man sich geradezu in den Flutstrom der Gnade; ist doch Maria die Braut des HI. Geistes, die alles für uns ver­mittelt und auch erwirkt.

Da Maria als die Unbefleckte auch die Siegerin über die Schlange ist, deren Haupt sie zer­tritt, deshalb ist der Sieg über das Böse, gegen das ja der Legionär zum Kampf auszieht, um so sicherer, je enger er sich an Maria anschließt. Weil aber Maria im vollsten Sinne Mutter aller Menschen ist, deshalb wird die engste und beste Verbindung mit Maria dort gegeben sein, wo man sich von ihr abhängig macht, so wie Kinder von ihrer Mutter eben abhängig sind. Da diese Abhängigkeit eine solche von der Braut des HI. Geistes ist, so ist es klar, dass die voll­kommene Hingabe an Maria nichts anderes ist als die vollkommene Weise und der beste Weg der Unterordnung unter die Führung des Hl. Geistes.

Aus diesen Andeutungen ist zu ersehen, dass die Marienverehrung in der Legion nichts Ne­bensächliches sein kann, sondern ein wesent­licher Hauptpunkt und ein Ziel, dem der ein­zelne Legionär zuzustreben hat. Aus diesem tie­fen Glauben, durch Maria ganz in die Welt des Sohnes Gottes hineingenommen zu werden, er­klärt sich allein der kühne Glaube und die Sicherheit, mit der die Legion zu Werke geht. Um der Erlösung willen hat Gott Maria vor allen Geschöpfen ausgezeichnet; daher ist es die Pflicht jener, die sich um die Erlösung der ein­zelnen Seelen bemühen, zu Maria eine beson­dere Andacht zu haben. Sie soll den Legionär kennzeichnen. Für jeden einzelnen wie für die ganze Legion ist sie der Ausgangspunkt für hohe Tugenden und heroische Bemühungen. Deshalb, weil die Legion in ihren Gebeten ver­eint ist mit jener, die alles von Gott erlangt, weiß sie auch um ihre Macht und die Frucht­barkeit ihrer Arbeit.

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2 Kommentare

  1. Hochgeschätzte Frau Eva und Herr Emanuel,
    Sie haben sich die Mühe gemacht, zu unseren Glaubensgrundsätzen Stellung zu nehmen. Dafür danke ich Ihnen im Namen aller Legionäre.
    Zu Ihrem gewichtigsten Einwand: Wir Legionäre Mariens glauben mit der ganzen Kirche nur an einen Gott, neben dem es keine anderen Götter gibt noch geben kann. Wir beten keinen anderen Gott an und werfen uns vor niemandem anderen nieder. Wir glauben ebenso an den einen Herrn Jesus Christus, in dem Gott Mensch und einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen geworden ist. Die Menschwerdung in Jesus Christus ist Gottes ewiger Ratschluss (Eph 1,3ff) und damit ist auch der Beschluss, eine menschliche Mutter anzunehmen, seit Ewigkeit sein Wille.
    Sie hat diesem Plan Gottes aus freiem Willen zugestimmt (Lk 1,38) und damit ihren grenzenlosen Glauben gezeigt, den auch Elisabeth, erfüllt vom Heiligen Geist, an ihr preist: “Selig, die geglaubt hat …” (Lk 1,45) Wenn nun Jesus sagt: “Hättet ihr einen Glauben so groß wie ein Senfkorn, so könntet ihr zu diesem Berge sagen: Geh weg an eine andere Stelle!, und er würde gehorchen.” (Mt 17,20)
    So nehmen sich die Legionäre Mariens vor allem diesen Glauben Mariens zum Vorbild: “Vor allem aber strebt die Legion nach Marias Glauben, jener Tugend, die allein Maria in ihrer ganzen Fülle besessen hat und in der ihr niemand gleichkommt.” (Handbuch der Legion Mariens Kap. 3)
    Keiner der Legionäre denkt aber daran, Maria anzubeten: “Was ist aber Maria im Verhältnis zu Gott? Wie alle Erdenkinder hat er auch sie aus nichts hervorgebracht; und obwohl er sie seither auf eine Stufe von unermesslichen und unfassbaren Gnaden erhoben hat, bleibt sie dennoch im Vergleich zu ihrem Schöpfer ein Nichts. Ja, sie ist sogar weit mehr sein Geschöpf als alle anderen, denn er hat in ihr mehr gewirkt als sonst in irgendeinem seiner Geschöpfe. Je Größeres er an ihr tut, desto mehr wird sie zum Werk seiner Hände. Großes hat er an ihr getan. Von Ewigkeit her war das Bild Marias gemeinsam mit dem Bild des Erlösers seinem Geist gegenwärtig. Er bezog sie zutiefst in seine Gnadenpläne mit ein, denn er machte sie zur wahren Mutter seines Sohnes und all jener, die mit seinem Sohn vereint sind. Das alles tat Gott, weil er von Maria selbst eine großmütigere Antwort empfangen würde als von allen anderen reinen Geschöpfen zusammen.
    Zudem aber wollte Gott dadurch auf eine Weise, die unser Verstand kaum fassen kann, jene Verherrlichung mehren, die er auch von uns erhalten würde. Danken wir also Maria mit Gebet und liebendem Dienst, so entziehen wir Gott nichts: Er selbst hat sie ja zu unserer Mutter und zur Helferin unseres Heils gemacht. Was wir Maria geben, gelangt voll und ganz an Gott.
    Doch hier wird nicht nur unvermindert weitergegeben, hier findet eine Vermehrung statt: Maria ist mehr als ein treuer Überbringer. Gott hat sie seinem Heilsplan in solcher Weise als lebenswichtiges Element eingefügt, dass nun mit Marias Dasein seine Herrlichkeit wie auch unsere Gnade umso größer sind. Wie es dem Ewigen Vater gefällt, durch Maria die Huldigungen
    zu empfangen, die wir ihm widmen, so hat er auch in seinem gnädigen Wohlgefallen Maria zum Weg bestimmt, auf dem der
    reiche Strom seiner freigebigen Güte und Allmacht zu den Menschen gelangen soll. Das beginnt schon mit der Ursache aller Gnade: der Zweiten Göttlichen Person, die Mensch gewordenist und damit unser wahres Leben, unsere einzige Rettung.” Handbuch Kap. 5/1)
    Sicher ist diese Klarstellung wesentlich, aber nicht jedem sofort einleuchtend. “Wer es fassen kann, der fasse es!”
    Gerne würde ich auch weiter mit Ihnen in Verbindung bleiben und auf Ihre Einwände antworten, so gut ich es vermag. Sollten Sie damit einverstanden sein, so freue ich mich auf Ihre nächste Zuschrift.
    In Christus mit Ihnen verbunden
    Andreas S.

  2. Geschätzte Legionäre der Maria,
    mit Hochachtung Ihres Glaubens aber auch Verwunderung haben wir eure Glaubensgrundsätze gelesen. Unser Herr Jesus sagt uns selbst in Matthäus 15,9 und Markus 7,7 Vergeblich dienen sie mir, indem sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.”
    Jesus bezieht sich darin auf den Propheten Jesaja in Kap. 29, Vers 13: Und der HERR spricht: Darum daß dies Volk zu mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nach Menschengeboten, die sie lehren:
    Jes 29,14 so will ich auch mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, daß die Weisheit seiner Weisen untergehe und der Verstand seiner Klugen verblendet werde.

    Welche göttlichen Gebote wurden nun durch menschliche Gebote ersetzt?

    2Mo 20,3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
    2Mo 20,4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
    2Mo 20,5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
    2Mo 20,6 und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.
    2Mo 20,7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
    2Mo 20,8 Gedenke des Sabbattags, daß Du ihn heiligest.
    2Mo 20,9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken;
    2Mo 20,10 aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.

    Wenn Maria Mittlerin wäre, hätte uns unser Herr Jesus darauf hingewiesen - aber der Apostel Paulus weist uns auf den einzigen Mittler hin:
    1Tim 2,3 Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland,
    1Tim 2,4 welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
    1Tim 2,5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde;

    Wir wünschen Ihnen Gottes Segen und viel Gesundheit

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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