Die Legion und die Pfarre – Teil 2

Allocutio

April 2009, gehalten von P. Bede McGregor O.P., Geistlicher Leiter des Conciliums

Eine weitere Betrachtung zum Thema  „Die Legion und die Pfarre”

Das Verhältnis der Legion zur Pfarre ist so wichtig, das es immer weitere Betrachtung verdient.  Das normale Leben der Legion findet im Rahmen einer Pfarre in enger Einheit mit dem Pfarrer statt.  Der Grund dafür ist – wie wir es in der letzten Allocutio zu erklären versucht haben -  dass die Pfarre der mystische Leib Christi an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Gruppe von Menschen ist. Und der mystische Leib Christi bedeutet alles für die Legion. Dies bedeutet,  mit unserem Herrn als Rebzweige am Weinstock zu leben. Dies bedeutet, mit ihm zu leben und an seiner Mission teilzuhaben. Dies bedeutet,  alle unsere Brüder und Schwestern in Christus zu sehen und entsprechend zu handeln. Wir beten täglich um einen „lebendigen, liebebeseelten Glauben, der uns die Kraft gibt alles aus reiner Liebe zu Dir zu tun und in unserem Mitmenschen stets dich zu sehen und dir in ihm zu dienen”. Es war eines der hervorragendsten Beiträge Frank Duffs, die er der Kirche geleistet hat, dass er den mystischen Lieb Christ für Abermillionen Katholiken verständlich und lebbar gemacht hat. Wenn eine Pfarre sich nicht als Teil des Mystischen Leibes Christi sieht, verdient sie es nicht, Pfarre genannt zu werden. Die Legion muss ihren Teil in Übereinstimmung mit allem, wofür sie steht, beitragen, damit sichtbar wird, was eine Pfarre eigentlich ist.

Und warum weist die Legion dem Priester eine zentrale Stelle in ihrem Leben und dem Laienapostolat zu? Einfach gesagt, weil der Priester Christus als Haupt seines Leibes repräsentiert und der Legionär mit seiner ganzen Seele wünscht, aus Liebe nur mit Christus und durch ihn zu arbeiten. Sie finden natürlich alle diese Ideen im Handbuch. Lassen Sie mich einen besonders Einblick geben und folgenden Passus  zitieren: „Dem Priester erweist die Legion Achtung und Gehorsam, wie sie rechtmäßigen Vorgesetzen zustehen, ja mehr als das. Ihr Apostolat baut auf der Tatsache auf, dass die Messe und die Sakramente, deren unentbehrlicher Diener der Priester ist, die wichtigsten Zugänge zur Gnade darstellen. Alles Mühen, jedes Mittel dieses Apostolats muss auf das große Ziel ausgerichtet sein: den vielen, die hungrig und krank sind, diese gottgeschenkte Nahrung zu vermitteln. Daraus folgt, dass die Legionsarbeit grundsätzlich zum Ziel haben muss, den Priester zum Volk zu bringen, nicht immer in seiner Person – denn das mag unmöglich sein- wohl aber überall in seinem Einfluss und seinem Verständnis.”

Das ist der Grundgedanke des Legionsapostolats. Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder sind Laien, doch ihre Tätigkeit vollzieht sich in untrennbarer Einheit mit den Priestern und unter deren Führung; Priester wie Laien verfolgen genau dasselbe Ziel. Mit glühendem Eifer trachten die Legionäre, das Wirken der Priester zu ergänzen und deren Einfluss auf das Leben der Menschen zu vergrößern, damit alle, die den Priester aufnehmen, den aufnehmen, der ihn gesandt hat. “Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf, wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat” (Joh 13,20)”

Es ist ein sehr treffender Passus aus der Feder unseres Gründers Frank Duff,  wenn er schreibt, dass die Legion, und daher auch jeder Legionär,  eine absolute Identität mit den Interessen des Priesters erstrebt. Warum ist das so?  Weil der Priester  eben als Priester keinen anderen Grund  hat Priester zu sein, als seinen Leuten Christus zu bringen, also für sie Christus zu sein. Da fällt uns sofort Maria, die wahre Gründerin der Legion ein, deren Existenz nur den einen Zweck hat, Jesus der Welt und jedem von uns zu bringen. Das zeigt eine Art Identität von Maria und dem Priester auf und lässt uns verstehen, warum der Legionär ein so tiefes Bedürfnis nach einer absoluten Identität mit den Interessen und der Mission des Priesters hat. Maria ist inniglich bei allen Aktivitäten  des Priesters  dabei und arbeitet durch ihn tiefgründig auf vielfache Weise. Deshalb will die Legion genau das tun, was Maria tut und wünscht.

Normalerweise gibt uns Gott das wertvollste, was er uns geben kann, in der Pfarre und durch die Priester der Pfarre. Durch sie gibt er uns die Realpräsenz unseres Herrn in der Eucharistie und im Messopfer. Er schenkt uns seine Vergebung und die Ermutigung im Sakrament der Versöhnung. Er kommt zu uns im Sakrament der Krankensalbung, wenn wir krank sind oder sterben. Er bezeugt und segnet unsere Ehen. Er tauft unsere Kinder und lässt uns auf vielfältige Weise unserem Herrn innig begegnen. Kein Wunder, dass Maria ihr mütterliches Auge unaufhörlich auf den Priester und seine Funktion richtet. Aus demselben Grund macht es die Legion genauso.

Aber das Verhältnis der Legion zur Pfarre ist nicht einseitig. Wenn die Legion in einer Pfarre ist, bringt sie kostbare Geschenke mit sich. Sie bereichert die Pfarre  mit dem Sauerteig einer wahren Hingabe an Maria. Sie bringt mit sich einen dynamischen missionarischen und apostolischen Geist. Sie  zeigt der  Pfarre als ihren Mittelpunkt die Messe und die heilige Kommunion und fördert den täglichen Messbesuch und die Kommunion. Sie bringt große Freude und starke Treue ein, nicht nur wenn alles gut geht, sondern auch in Zeiten von Skandalen und wenn die Kirche unter Belagerung zu stehen scheint. Dann wird  sich die Legion – wie Maria – um Priester und Pfarre kümmern. Sie bringt eine Schar von Aposteln, die nicht nur reden sondern auch handeln.

Die Pfarre bringt sich um großen Segen, wenn sie die Legion nicht zulässt. Dessen ungeachtet wird die Legion mit großer Geduld weiterhin den Priester und die Pfarre lieben und beiden soweit als möglich dienen. Wo immer die Legion irgendwo in der Welt gegenwärtig ist, muss sie bestrebt sein, durch ihre große Liebe und durch unermüdlichen Dienst an Pfarre und Priester charakterisiert zu werden.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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