Die Legion und die Pfarre – Teil 1

Allocutio

März 2009, gehalten von P. Bede McGregor O.P., Geistlicher Leiter des Conciliums

Die Legion und die Pfarre

Die Pfarre ist für die Identität und das Apostolat der Legion von eminenter Wichtigkeit. Wir wissen alle, dass ohne ausdrückliche  Genehmigung des Bischofs  die Legion in einer Diözese nicht wirken wird, genauso wenig ,wie in einer Pfarre ohne der Genehmigung des Pfarrers.  Es geht dabei nicht  um eine  kluge administrative Regelung der Legion bzw. um ein rechtliches Erfordernis oder ein diplomatisches Manöver. Es geht um eine grundlegende Lehre unseres katholischen Glaubens und ein grundlegendes und hochgeschätztes Prinzip des ganzen Lebens der Legion und des Apostolats. Es geht um die Lehre des mystischen Leibes Christi.  Es wäre nicht recht, ohne diese Lehre vom mystischen Leib Christi an die Legion zu denken, weil die Legion nichts anderes ist, als die Bemühung, in unserem täglichen Leben und in jedem Apostolat die Lehre des mystischen Leibes zu leben. Sogar unser reiches Erbe an mariologischen Lehren, wie sie uns das II. Vatikanische Konzil weitergibt, basiert auf dem Geheimnis Christi und seiner Kirche. Es war kein Zufall, sondern sicherlich göttliche Vorsehung, dass P. Toher  beim Gründungsstreffen der  Legion, seine Allocutio über den mystischen Leib Christi gehalten hat. 

So wollen wir uns heute näher mit dem Verhältnis Pfarre und Legion beschäftigen. Die Pfarre ist der mystische Leib Christi unter einer bestimmten Gruppe von Menschen, meist an einem bestimmten Ort. Der Priester  repräsentiert den auferstandenen Christus als Haupt des Leibes und die Laien repräsentieren Christus als seine Glieder. Das Haupt und der Leib sind untrennbar verbunden. Sie ergänzen einander gegenseitig. Der Priester braucht die Glieder und die Glieder brauchen den Priester. Mit dem Priester arbeiten heißt, mit unserem Herrn arbeiten. Die Legion hat diese Lehre gut verstanden und gezeigt, dass sie in ganz konkreter Weise gelebt werden kann. Sie will Christus in allen seinen Gliedern sehen und ihm dienen und in der Tat, alle anderen in den Leib Christi bringen. Man trifft hie und da Leute, die zu Christus „ja” sagen, aber „nein” zur Kirche. Da man aber Christus von seinem Leib nicht trennen kann, wäre ein „nein” zur Kirche gleichbedeutend mit einem „nein” zu Christus, der untrennbar mit seinem Leib in und durch die Kirche lebt und arbeitet.

Maria stellt ein anderes tiefgründiges  Leitbild für die Legion in der Pfarre dar. Maria ist nicht nur die Mutter Christi selbst sondern auch die Mutter des mystischen Leibes, der Kirche. Sie ist die Mutter jeder Einheit der Kirche, also auch der Pfarre. Der Legionär möchte an der Mutterschaft Marias der Pfarre teilhaben. Die Legion will eine Gegenwart Marias in der Pfarre sein und möchte  mit der Pfarre ihre Überzeugung und Handhabung der wahren Hingabe an Maria teilen, und weil die vollkommene Hingabe an Maria Apostolat beinhaltet, sollte die Legion einen wesentlichen Beitrag zum Laienapostolat in der Pfarre leisten. Es ist nicht möglich, in einer Allocutio alles was über die Legion und die Pfarre zu sagen wäre unterzubringen, aber es muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass unser Gründer  die Legion als Beispiel dafür ansah, die Methode der Evangelisation unseres Herren so gut wie möglich umzusetzen. Im  Handbuch heißt es so schön: „Christus hat durch sein Beispiel gezeigt, dass sich eine getreue Gruppe um den Priester scharen und seine Mühen teilen soll. Um die Bekehrung der Welt vorzubereiten, sammelte der Herr seine Auserwählten um sich, die er lehrte und mit seinem Geist erfüllt”. Das ist eine der bevorzugten Wege der Evangelisation: sich um den Priester einer Pfarre, der sakramental den auferstandenen Christus als Haupt des Leibes repräsentiert zu versammeln, um mit ihm, sich um die spirituellen Nöte jedes Menschen in der Pfarre, ob Katholik oder nicht, zu sorgen, also um die Rettung jedes Pfarrmitgliedes, in welcher Situation es sich auch befinden möge.  Die Pfarre ist natürlich nicht das einzige Gebiet für das Legionsapostolat, außer in dem Sinn, dass die ganze Welt die Pfarre der Legion ist. Die Legion ist auf Bitte und mit Genehmigung des Bischofs mit vielen apostolischen Arbeiten beschäftigt, die die Grenzen einer Pfarre überschreiten, aber die Pfarre bleibt für die Präsenz der Legion und ihres Apostolates der bevorzugte Ort.

 Zum Abschluss und als Anregung  einer Diskussion möchte ich aus dem Dekret über das Laienapostolat des II.Vatikanischen Konzils zitieren:

Die Pfarrei bietet ein augenscheinliches Beispiel für das gemeinschaftliche Apostolat; was immer sie in ihrem Raum an menschlichen Unterschiedlichkeiten vorfindet, schließt sie zusammen und fügt es dem Ganzen der Kirche ein. Die Laien mögen sich daran gewöhnen, aufs engste mit ihren Priestern vereint in der Pfarrei zu arbeiten, die eigenen Probleme und die der Welt, sowie die Fragen, die das Heil der Menschen angehen, in die Gemeinschaft der Kirche einzubringen, um sie dann in gemeinsamer Beratung zu prüfen und zu lösen; endlich jede apostolische und missionarische Initiative der eigenen kirchlichen Familie nach Kräften zu unterstützen. Stets mögen sie den Sinn für das ganze Bistum pflegen, dessen Zelle gleichsam die Pfarrei ist, immer bereit, auf Einladung ihres Bischofs auch für die diözesanen Unternehmungen ihre Kräfte einzusetzen. Ja, um den Bedürfnissen von Stadt und Land zu entsprechen, mögen sie ihre Mitarbeit nicht auf die engen Grenzen ihrer Pfarrei oder ihres Bistums beschränken, sondern sie auf den zwischenpfarrlichen, interdiözesanen, nationalen und internationalen Bereich auszudehnen bestrebt sein; dies um so mehr, als die von Tag zu Tag zunehmende Wanderung der Menschen und Völker, die Zunahme der gegenseitigen Verbundenheit und die Leichtigkeit des Nachrichtenaustausches nicht mehr zulassen, dass irgendein Teil der Gesellschaft in sich abgeschlossen weiterlebt. So sollen sie sich um die Nöte des über den ganzen Erdkreis verstreuten Volkes Gottes kümmern. Vor allem sollen sie die Missionswerke zu ihrem eigenen Anliegen machen und ihnen materiell, aber auch personelle Hilfe leisten. Es ist ja Pflicht und Ehre der Christen, Gott einen Teil der Güter zurückzugeben, die sie von ihm empfangen haben“.

Es ist natürlich die größte Ehre und das Vorrecht der Legion, das Geschenk des katholischen Glaubens mit denen, die ihn noch nicht empfangen haben und mit denen, die in verloren haben, zu teilen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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