Die Bedeutung des Einsatzes aller Kräfte

aus der Schrift “Wagnis für Gott” von Friedrich Wessely, siehe auch Handbuch der Legion S 50ff

Unter keinen Umständen darf das Bewusstsein der Abhängigkeit von Maria eine Entschuldi­gung für Mangel an Tatkraft sein. Das genaue Gegenteil muss der Fall sein. Denn man steht in so enger Arbeitsgemeinschaft mit Maria, dass die Gabe, die man ihr reicht, die edelste sein muss, die man schenken kann. Man muss die Ar­beit stets mit Energie, Geschick und Genauig­keit ausführen. Dann und wann muss man bei gewissen Gruppen oder Mitgliedern bemängeln, dass sie es bei der Legionsarbeit, bei der Aus­breitung oder Werbung, an genügendem Kraft­aufwand fehlen lassen. Als Antwort hört man dann zuweilen: “Ich misstraue meiner eigenen Kraft. Ich verlasse mich ganz auf Maria. Sie wird die Sache schon auf ihre eigene Art zum guten Ende führen.”

Diese Antwort bekommt man oft ganz im Ernst von Leuten, die geneigt sind, aus ihrer Untätigkeit eine Art Tugend zu machen. als ob planmäßiger Krafteinsatz gleich­bedeutend wäre mit Mangel an Glauben. Man ist leicht versucht, diese Dinge zu sehr vom menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Wenn man das Werkzeug einer so ungeheuren Macht ist, so denkt man, dann kann der Grad des eigenen Kraftaufwandes keine so große Rolle spielen. Man fragt sich, warum der arbei­tende Mann, der am Unternehmen eines Mil­lionärs beteiligt ist, sich abrackern soll, um noch einen Groschen zu dem bereits überfließenden Vermögen hinzuzulegen.

Es ist darum notwendig, auf einen Grundsatz hinzuweisen, der die Einstellung des Legionärs zu seiner Arbeit bestimmen muss. Die Legionäre sind nämlich durchaus keine bloßen Werkzeuge in der Hand Mariens. Es handelt sich da im wahrsten Sinne um eine Zusammenarbeit mit Maria in dem Ringen um Bereicherung und Be­freiung der Menschen-seelen. Der Legionär gibt seine Arbeit und Fähigkeiten, also alles, was er zu geben hat; Maria schenkt sich mit all ihrer Reinheit und Macht. Beide müssen ihren Bei­trag ohne Rückhalt leisten. Wenn der Legionär sich an den Geist dieser Zusammen-arbeit hält, lässt Maria ihn niemals im Stich. Darum kann man sagen, dass das Schicksal des Unternehmens gänzlich vom Legionär abhängt. Er muss seine ganze Klugheit und Kraft in den Dienst der Sache stellen und sie durch sorgfältiges Planen und Beharrlichkeit ergänzen.

Der Legionär muss unbegrenztes Vertrauen auf Mariens Hilfe haben und doch stets seine ganze Kraft einsetzen. Seine Großzügigkeit muss immer so weit gehen wie sein Vertrauen. Diesen Grundsatz des notwen­digen Zusammenwirkens eines grenzenlosen Glaubens mit angestrengter und planvoller Ar­beit meinen auch die Heiligen, wenn sie sagen. man müsse beten, als ob alles von unserem Ge­bet abhinge und nichts von unserem Bemühen, und dann müsse man sich ans Werk machen, als ob alles einzig von unserer Arbeit abhinge.

Man darf den Grad des Krafteinsatzes niemals davon abhängig machen, wie schwer man sich eine Arbeit vorstellt. Man darf sich niemals fra­gen: “Wie komme ich auf bequemste Weise zum Ziel?” Selbst in weltlichen Angelegenhei­ten verfehlt dieses Feilschen stets seinen Zweck. In den übernatürlichen Dingen führt es immer zur Niederlage, denn man verscherzt sich da­durch die Gnade, von der der Ausgang tatsäch­lich abhängt. Zudem kann man sich auf menschliche Berechnungen nicht verlassen.

Scheinbare Unmöglichkeiten werden oft schon beim ersten Schritt überwunden, während ande­rerseits die Frucht, die schon zum Greifen nahe scheint, sich immer wieder dem Zugriff entzieht, um schließlich von jemand anderem gepflückt zu werden. In der geistlichen Ordnung sinkt die Krämerseele tiefer und tiefer; sie begnügt sich mit immer geringeren Dingen, bis sie zuletzt in Unfruchtbarkeit endet. Der einzig sichere Weg ist rückhaltloser Einsatz.

Ob die Aufgabe klein oder groß ist, der Legionär muss ihr sein höch­stes Bemühen schenken. Dadurch verdient er die Mitarbeit Mariens. so dass sogar Wunder geschehen, wenn es notwendig ist. Wenn einer nur wenig tun kann, aber das Wenige aus vollem Herzen tut, dann kommt Maria mit ihrer Macht und verleiht dem schwachen Beginnen die Wirkung einer gigantischen Kraft. Und selbst wenn der Legionär zehnmal mehr Kraft einsetzt, als notwendig ist, so geht doch nicht das ge­ringste Teilchen dieses Kraftaufwandes verloren. Steht denn nicht seine ganze Arbeit im Dienste Mariens und ihrer weitreichenden Pläne und Ziele? Maria nimmt diesen überschüssigen Ein­satz mit Freude entgegen, mehrt ihn noch ge­waltig und verwendet ihn zur Deckung großer Nöte im Haushalt des Herrn. Nichts geht ver­loren. was den Händen der treu sorgenden Mut­ter von Nazareth anvertraut wird.

Wenn aber das Bemühen des Legionärs be­schämend weit hinter dem zurückbleibt, was man vernünftigerweise von ihm erwarten kann, dann sind Mariens schenkende Hände gebunden. Der Vertrag der Gütergemeinschaft mit Maria ist durch die Nachlässigkeit des Legionärs außer Kraft gesetzt.

Maria will schenken im Überfluss, aber sie kann sich nur an die großmütige Seele verschwenden. Damit nun ihre Kinder reichlich aus ihrem un­endlichen Schatz schöpfen können, ruft sie sie liebevoll mit ihres Sohnes eigenen Worten auf zu einem Dienst “aus ganzem Herzen, aus gan­zer Seele, aus ganzem Gemüt und aus allen Kräften“ (Mk 12, 30).

Markiert als: , , , ,

Wollen Sie uns schreiben?

Bitte beachten Sie: Kommentare werden von Hand freigeschalten. Es kann daher eine Weile dauern bis Ihr Kommentar aufscheint. Vielen Dank für Ihre Geduld!



Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

Weiter