Bericht über das 702. Senatustreffen am 21. Februar 2009

1. ALLOCUTIO
gehalten vom Geistlichen Leiter des Senatus P. Florian Calice CO

Heute möchte ich zu Medjugorje Stellung nehmen:
Das Phänomen: seit 1981 berichten mehrere (ursprünglich 6, seit einiger Zeit nur noch 4) heute Erwachsene, damals Jugendliche, dass ihnen die Muttergottes täglich erscheine und sich für einige Minuten mit ihnen unterhalte.
Sie übermitteln Botschaften der Muttergottes, in denen vor allem zum Gebet eingeladen wird, als Grundlage für echte Umkehr und Hingabe an Gott, gelebte Nächstenliebe, Befähigung zu authentischer Christusnachfolge. In den Botschaften lässt sich u. A. eine Schule des Gebetes erkennen, in denen die Voraussetzungen für das Gebet (nämlich Loslösung von vielen unnützen Dingen) erläutert werden.
Seit diesen 28 Jahren besuchen Pilger aus aller Welt, fast immer von Priestern begleitet, Medjugorje, um dort vor allem zu beten: den Kreuzweg, die Rosenkränze, eucharistische Anbetung zu halten, die hl. Messe mitzufeiern und zu beichten. Jeden Tag wird vor allem von 17 bis 20 oder 21 Uhr von 20 bis 30 Priestern in verschiedenen Sprachen Beichte gehört.
Die Priester, die dort Beichte gehört haben, berichten von sehr guten, näm-lich aufrichtigen Beichten und schönen Bekehrungen.
Es ist unbestreitbar, dass eine sehr große Zahl von Menschen ihre Bekehrung, ihre Neuzuwendung zum katholischen Glauben, oder ihre geist-liche Berufung auf Besuche in oder durch Kenntnis der Botschaften von Medjugorje zurückführen.
Was sagt die Kirche: Die bisherigen beiden Diözesanbischöfe haben sich stets negativ gegenüber dem Phänomen geäußert. Man muss auch wissen, dass der Heilige Stuhl damals die Prüfung des Phänomens der jugoslawischen Bischofskonferenz übertragen hat, die 1991 zu folgendem Schluss kam: „Auf Grund der bisher durchgeführten Ermittlungen kann nicht bestätigt werden, dass es sich bei den Ereignissen um übernatürliche Erscheinungen oder Offenbarungen handelt…” Damit es zu keinen Missbräuchen kommt, wurde angeordnet, dass eine gute Betreuung der Pilger sichergestellt wird. Nichts darf unternommen werden, dass der Eindruck entstehe, die Kirche habe die Erscheinungen anerkannt: daher keine offiziellen kirchlichen Wallfahrten (also durch Pfarren oder kirchliche Verbände).
Es gibt aber anderseits keine kirchliche Verurteilung von Inhalten der Bot-schaften, von Vorkommnissen in Medjugorje oder von den Sehern selbst.
Wie sollen wir uns als Katholiken und Legionäre dazu stellen: Als Voraussetzung um dieses Phänomen in seiner Einzigartigkeit überhaupt einordnen zu können: Es fügt sich sehr gut in die Ankündigung des hl. Ludwig Maria von Montfort ein, dass ein Marianisches Zeitalter kommen werde. Wie noch nie zuvor, wird in Medjugorje die Gegenwart der Muttergottes als Lehrerin und Erzieherin im geistlichen Leben bezeugt.
Was können wir beurteilen (es sind auch die Dinge, die die Kirche über-prüft): die Botschaften bzw. die Pädagogik der Muttergottes (sie sind meines Erachtens überaus schön); die Früchte an uns selbst oder an anderen (sehr viele Legionäre haben hier viele gute Impulse erhalten); schließlich das Lebenszeugnis der Seher (einige Begegnungen haben mich sehr beeindruck).
Wären die Ereignisse in Medjugorje nicht übernatürlichen Ursprungs würde ich sagen: „es wäre so schön, wenn es doch wahr wäre”, oder „wenn es nicht wahr wäre, müsste man sich wünschen, dass dies geschehen würde”. Ich persönliche glaube jedoch, dass die Muttergottes dort wirklich am Werk ist.
Wichtig ist: selbst wenn eine Erscheinung anerkannt wäre (in ihrem über-natürlichen Ursprung), selbst dann wäre niemand verpflichtet daran zu glauben – noch weniger jetzt, wo es gar keine kirchliche Stellungsnahme gibt, die ein positives Urteil abgibt. Aber ebenso sollen wir auch jene nicht schief anschauen, die glauben, die dorthin pilgern, die versuchen die Bot-schaften in ihrem Leben anzuwenden (die übrigens zu einem sehr exzellenten geistlichen Leben führen, in dem das Gebet, die hl. Eucharistie, das Wort Gottes, die Beichte und das Opfer eine zentrale Stellung haben!). Es ist sicher nicht falsch, anderen zu bezeugen, was man selbst erlebt hat – das darf auch ein Legionär in seinem Apostolat. Er darf auch, wenn er es für angebracht hält, jemanden zu einer Wallfahrt einladen, ihm von diesen Bot-schaften erzählen, etc. Aber er sollte es nicht gegen den ausdrücklichen Wunsch des Geistlichen Leiters tun. Vor allem: es ist nicht Aufgabe der Legionäre Medjugorje bekannt zu machen, da es noch kein positives Urteil gibt. Wir sollten immer bedenken: es geht auch nicht um Medjugorje, um Erscheinungen, sondern es geht immer um den Inhalt selbst: nämlich um den Glauben an den Herrn, die Umkehr, die Priorität des Gebetes. Viele Menschen werden sogar abgeschreckt, wenn wir ihnen von Privatoffenbarungen berichten. Hier ist größte Umsicht von Nöten! Ich glaube nicht, dass die Muttergottes sich wünscht, dass man einen besonderen Akzent auf die Erscheinungsorte legt, sondern auf das, was sie uns ans Herz legt.

2. BERICHTE

JAHRESBERICHT

Präsidium „Königin des Weltalls”, Wien 3
Das Gründungspräsidium der Legion Mariens in Österreich feierte vor kurzem seinen 60. Geburtstag. Das Präsidium zählt sechs Legionäre, davon sind drei Prätorianer. Außerdem gehören zum Präsidium 78 Hilfslegionäre und 26 Adjutoren, zu denen eine gute Verbindung besteht. Diese kommen auch gerne zu den regelmäßigen Hilfslegionärstreffen. Das Präsidium macht in einem Teil der Pfarre St. Karl Hausbesuche, wobei versucht wird mit einigen Familien Freundschaft zu schließen. So konnte einer Frau nach vielen Jahren der Besuch des Pfarrers und damit die Sakramente vermittelt werden. Das Präsidium führt eine Patrizierrunde und eine „Paulus-Gesprächsrunde”. Bei einer Familie ergab sich aus dem Besuch mit der Wandermuttergottes ein regelmäßiges Rosenkranzgebet mit der Großmutter, die nach vielen Jahren auch wieder gerne in die hl. Messe kommt. Beim Euro-08 Apostolat beteiligten sich die Legionäre ebenfalls beteiligt: eine Prostituierte hörte inzwischen auf und wird weiter betreut.

VIERMONATSBERICHTE

Comitium Klagenfurt
Im Dezember besuchte Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz das Comitiumstreffen. In seiner Allocutio drückte er seinen Dank und seine Wertschätzung aus. Das Comitium organisierte Exerzitien zum Thema „Wahre Marienverehrung und das Geheimnis Mariens”, an dem 24 Legionäre teilnahmen. In fast allen Präsidien wird einmal pro Monat Eucharistische Anbetung um geistliche Berufungen abgehalten. In drei Pfarren bemüht man sich um Ausbreitung und Besuche bei Priestern werden bzgl. der Gründung neuer Präsidien gemacht. Im Berichtszeitraum konnten acht Hilfslegionäre und ein Legionäre auf Probe geworben werden.

Comitium Graz
Weihbischof Dr. Franz Lackner feierte mit etwa 80 Teilnehmern die Frank-Duff-Messe. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein brachte er sein großes Anliegen vor: Wie erhält die Kirche in der Steiermark mehr Berufungen? Ein Jugendpräsdium bekam nun einen afrikanischen Priester zum Geistlichen Leiter. Eine Jugendpatrizierrunde wurde gegründet. In der Curia Graz konnte ein neues Präsidium errichtet werden. Ein Legionär folgte seiner geistlichen Berufung.

Comitium Burgenland
Derzeit bemüht sich die Curia um die Errichtung zweier neuer Präsidien. Zwei Präsidien führen eine Nazaretgruppe und ein anderes Präsidium eine Kindergruppe. Legionäre von einem weiteren Präsidium versuchen durch gezieltes Verteilen einer Broschüre über den Rosenkranz an junge Erwachsene heranzukommen. Im November feierten sowohl das Comitium als auch die angeschlossenen Curien jeweils ein Frank-Duff-Messe. Die Vorbereitungen für ein Einkehrwochenende mit einem Legionspriester sind im Gange.

Curia Wien Südost
Einige Legionäre erneuerten die vollkommene Hingabe an Jesus durch Maria. Die Curia war sowohl mit Legionären als auch mit vielen Gästen beim Mariologischen Kongress vertreten. Bei der Werbung für den Kongress gab es viele gute Gespräche mit Priestern. Die Präsidien melden ein Legionsversprechen, zwei Legionäre in Probe und drei neue Hilfslegionäre. Zu Allerseelen wurde mit fünf Legionären Friedhofsapostolat gemacht und am 7. November organisierte man eine Frank-Duff-Messe.

Curia Wien Süd
Der von der Curia organisierte zweitägige Einkehrtag war gut besucht. An einem Tag nahem sogar fünf Kinder teil. Viele Legionäre besuchten die Frank-Duff-Messe. Legionäre gestalten Wallfahrten mit und in einer Pfarre wird monatlich die Herz-Mariae-Sühneandacht gehalten. Für die Winterschule des Senatus wurde eifrig geworben. Mit den Plakaten und Flyern für den Mariologischen Kongresses konnte auch die Legion Mariens bei den Eingeladenen bekanntgemacht werden. Eine neue Aufgabe im Curiengebiet ist der Besuch in einer Jugendstrafanstalt.

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2 Kommentare

  1. Liebe Frau Obersteiner,
    die Wander-Muttergottes wird von den meisten Legionsgruppen in die
    Wohnungen gebracht. In Klagenfurt gibt es Legionsgruppen in der
    Dompfarre, Don Bosco und in St. Egid. Wenden Sie sich bitte an eines
    der Pfarrämter! Gott segne Sie! Die Muttergottes wird Ihnen sicher
    Gnaden vermitteln.
    Andreas S.

  2. Grüß Gott, ich wohne in Klagenfurt und würde so gerne die Wandermuttergottes für eine Zeitlang bei mir beherbergen. Wo und wie kann ich sie erhalten? Danke für Ihre Auskunft!
    Mit liebem Gruss
    Anita Obersteiner

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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