Maria, unsere Mutter, und die Aufnahme in den Himmel

Allocutio: August 2008
gehalten von P. Bede McGregor O.P., Geistlicher Leiter des Conciliums

Maria, unsere Mutter, und die Aufnahme in den Himmel
Das Handbuch ist sicherlich die wesentlichste Quelle für das Verständnis der Legion Mariens und für das innere Leben unseres Gründers, des Diener Gottes , Frank Duff. Aber die sicherste Grundlage für die Interpretation des Handbuches sind seine Bücher, Artikel und Briefe. Die Legion wäre arm dran, würde sie diese Schriften vernachlässigen. Sie erweitern die oft kurzgefasste Unterweisung des Handbuches, zeigen die Zusammenhänge und die Entwicklung von Frank Duffs grundlegenden Überzeugungen auf und füllen allfällige Lücken im Hand-buch. Während das Handbuch alles Wesentliche für die Legion enthält, stellen die anderen Schriften Frank Duffs ein wertvolles Werkzeug für die Interpretation und eine anregende Er-gänzung dar.
Heute möchte ich über die Aufnahme Mariens in den Himmel im Lichte einer der Schriften Frank Duffs nachdenken und zwar „Maria, unsere wertvolle Ergänzung”. Man kann nicht umhin daran zu denken, dass unser Gründer sein ganzes Leben dem Titel „Maria unsere Mutter” untergeordnet hat. Er meint zwar, dass eine mechanische Wiederholung dieses Titels etwas von seiner Kraft verlieren könnte, aber
er bittet uns, dies nicht zuzulassen, weil er alles enthält, was Gott damit wollte. Gott öffnet sein Herz und gibt uns mit diesem Titel ein wertvolles Geschenk. Er schreibt: „Maria liebt uns unendlich, aber in einem über das Emotionale hinausgehenden Sinn - nur die emotionale Liebe wäre zu wenig. Ihre Liebe ist ernährend und praktisch. Sie umfasst jeden Aspekt unseres Lebens. Sie ist für uns so lebenswichtig, wie eine Mutter für ihr Baby. Aber sie ist um-fassender. Das Baby kann nach der Geburt ohne Mutter auskommen, aber die Seele nicht ohne Maria. Das ergibt sich klar aus der Lehre der Kirche. Maria wurde von Gott geschaffen, damit sie Teil des Heilswerkes wird. Deshalb muss ihre Teilhabe anerkannt werden und an ihr mit-gewirkt werden.”
Viele Verfasser geistlicher Schriften, darunter auch viele Heilige, haben gesagt, dass wenn die Liebe jeder Mutter die je gelebt hat, in einem Herz zusammengefasst wäre, würde uns dieses Herz nicht so lieben, wie das mütterliche Herz Marias. Dieser Gedankengang führt uns fast dazu, zugeben zu müssen, dass wir Marias Mutterschaft für uns nicht ganz verstehen können. Aber für Frank Duff geht dies nicht weit genug und er schreibt:” aber ihr mütterliches Herz erhebt sich darüber noch unendlich. Es wurde in den geheimen Plan Gottes eingebaut (Eph.1-9) als Ausdruck der göttlichen Liebe selbst und es sogar zum springenden Punkt des Planes gemacht”.
Marias Mutterschaft geht über die natürliche Mutterschaft in jeder Hinsicht hinaus. Aber Maria ist unserer Mutter auf eine gänzlich selbstlose, aufmerksame und freudvolle Weise. Lassen Sie mich nochmals Frank Duff zitieren:” Da ihr Schicksal zuerst die Mutterschaft Christi, dann der Menschheit war, hat Gott sie so geformt, dass ihre Aufgabe perfekt erfüllt werden kann.”
Wir sollten auch keinen besonderen Unterschied machen zwischen der Liebe, die sie Jesus schenkt und der Liebe, die sie uns - ihren anderen Kindern schenkt. Denn sie sieht Christus und seine Glieder als Einheit, de facto übereinstimmend. Und es ist die gleiche Art von Liebe, welche sie allen zukommen lässt. So ist ihre Liebe einzigartig, unbesiegbar, unerschöpflich. Sie kann nicht abgeschüttelt oder verwirkt werden. Sie ist dem schlimmsten Verhalten gegen-über beständig. Sie triumphiert über Ignoranz und selbst über Hass. Ihre Liebe ist eine treue Liebe, die sich nie verändert. Aber wie hängt das alles mit der Aufnahme Mariens in den Himmel zusammen? Nun, durch die Himmelfahrt wird Maria noch mehr unsere Mutter. In der seligen Sicht sieht sie uns mit der größt möglichen Klarheit, wie aus der Nähe und mit Liebe. Sie ist in den Himmel aufgenommen, nicht nur als Mutter Gottes, sondern untrennbar als unsere Mutter. Es ist ein Fest großer Hoffnung. Mit der Gnade Jesu hat sie für uns das Tor zum Himmel weit aufgemacht. Weil sie unsere Mutter ist, sind wir jetzt im Herzen Gottes, weil sie dort neben ihm steht und für uns Fürsprache einlegt. Welch großes Zeichen der Hoffnung und des Trostes ist es für uns, das Maria mit Leib und Seele als unsere Mutter in den Himmel aufgenommen wurde. Zu einem gewissen Grad ist uns allen das Fehlen wirklichen Bemühens um unsere Heiligkeit und unser wenig großzügiges Apostolat zur Rettung der Seelen bewusst. Aber Maria ist Mutter besonders für ihre benachteiligten Kinder, die Zuflucht der Sünder. Viele Heilige sagten, sie würden ihren Himmel für gute Werke auf der Erde opfern. Was sollte Maria opfern? Sie ist wirklich und vollkommen unsere Mutter und ihre Fürsprache für uns hat keine Grenzen.
Ich möchte mit einem weiteren Zitat unseres Gründers schließen, für den der unerschöpfliche Reichtum des Titels „Maria, unsere Mutter” der Mittelpunkt seines Lebens und seines lebens-langen Wunsches, die Seelen in, mit und durch Maria zu retten, war. „Da dies etwas ist, wonach jeder Mensch sich in seinem Herzen sehnt, aber es auf Erden nie erfährt, ist schon der Gedanke, dass es durch Maria möglich ist, anziehend. Es ist zweifelsohne der Fall, dass die Menschen berührt sind, wenn ihnen dieser Gedanke näher gebracht wird. Wenn man aus dieser Sicht über Maria nachdenkt, öffnet man die Seele ihrem Einfluss. Schon allein deshalb müssen wir mit allen über Maria sprechen. Sie ist ihre Mutter und sie müssen von ihr wissen. Sie müssen ihre Mutterrolle annehmen, weil es für sie lebenswichtig ist. Wie die Legion un-aufhörlich verkündet hat, ist der Same der Liebe zu Maria in jedes Herz gesetzt, sogar in das Herz der Ungetauften, in das Herz eines jeden Menschen. Es wird instinktiv auf jede An-regung reagieren.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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