Maria lehrt uns

Allocutio: September 2008
gehalten von P. Bede McGregor, Geistlicher Leiter des Conciliums

Maria lehrt uns
Diesen Monat möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf Lourdes aus Anlass der 150-jährigen Wiederkehr der Marienerscheinungen lenken. Lourdes ist ein heiliger Ort, eines der wichtigsten Heiligtümer der christenlichen Welt, ein Wallfahrtsort. Ein Ort, an den die Legion oft denkt. Aber Lourdes ist noch mehr als das. Es ist eine Schule und Maria der Schuldirektor. Wir müssen natürlich nicht nach Lourdes fahren, um Maria zu begegnen und mit ihr zu sprechen. Das können wir überall und zu jeder Zeit ganz einfach, indem wir anhalten und uns in Stille an sie wenden. Unsere Beziehung zu Maria ist nicht auf Ort oder Zeit beschränkt. Sie ist unsere Mutter und uns immer nahe. Ihr mütterliches Herz ist immerzu und überall auf jeden von uns eingestellt. Aber Maria hat Lourdes zu etwas ganz besonderen gemacht und zwar zu einem Ort intensiver Bildung im Glauben, zu einem Ort tiefreichender Heilung und Be-kehrung und vor allem zu einem Treffpunkt mit Jesus und seinem Erlösungswerk.
Maria lehrt uns mit Zeichen und Worten und durch ihre Anwesenheit. Heute möchte ich mich in Anlehnung an das Beispiel Papst Benedikts in Lourdes auf eines dieser Zeichen konzentrieren. Sie erinnern sich an den Schauplatz. Gleich bei der ersten Erscheinung hat Bernadette instinktiv versucht das Kreuzzeichen zu machen, aber sie konnte ihren Arm bei allem Bemühen nicht heben. Dann machte Maria das Kreuzzeichen und Bernadette konnte daraufhin es auch. Am Beginn aller achtzehn Erscheinungen beginnen sie zusammen den Rosenkranz mit diesem einfachen, aber tiefgründigen Zeichen unseres Glauben. Bernadette vergaß nie, wie Maria das Kreuzzeichen machte und dieses Zeichen wurde ihr besonders kost-bar. Auch wir Legionäre beginnen alles mit dem Kreuzzeichen. In jedem Legionstreffen be-kreuzigen wir uns fünfmal. Es wäre gut, einmal über die Bedeutung des Kreuzes und seine formende Bedeutung nachzudenken.
Ich möchte aus einer der Predigten Papst Benedikts in Lourdes zitieren: „Dies ist das große Geheimnis, welches Maria uns an diesem Morgen anvertraut, indem sie uns einlädt, uns an ihren Sohn zu wenden. Es ist in der Tat bedeutsam, dass sie, als sie zum ersten Mal Bernadette erschien, die Begegnung mit dem Kreuzzeichen beginnt. Es ist mehr als ein einfaches Zeichen, es ist eine Einführung in die Geheimnisse des Glaubens, die Bernadette von Maria empfängt. Das Kreuzzeichen ist eine Art Synthese unseres Glaubens, weil es uns zeigt, wie sehr Gott uns liebt; es zeigt uns, dass es in der Welt eine Liebe gibt, die stärker als der Tod ist, stärker als unsere Schwächen und Sünden. Die Macht der Liebe ist stärker als die Bedrohung durch das Böse. Es ist das Geheimnis der umfassenden Liebe Gottes zu den Menschen, die Maria hier in Lourdes sichtbar macht. Sie lädt alle Menschen guten Willens und alle die leiden müssen – körperlich oder seelisch – ein, ihre Augen auf das Kreuz Jesu zu richten, um so die Quelle des Lebens zu entdecken, die Quelle der Erlösung. „Eine der großen Wahrheiten, die Maria uns in Lourdes lehrt ist, dass das Kreuz Christi der Mittelpunkt unseres Lebens ist. Alles wurde uns vom Kreuz herab gegeben. Mehr gibt es nicht zu geben. Das Kreuzzeichen ist das Zeichen unserer Erlösung. Dieses einfache Zeichen zeigt uns die unerschöpflichen Schätze des Herzens Christi, die uns angeboten werden.
Wie die Kirche als Ganzes, muss auch die Legion im besonderen im Kreuz Christi verankert sein. Um von der Sünde geheilt zu werden, muss man auf den Gekreuzigten schauen, sagte Augustinus (in seiner Abhandlung über den hl. Johannes XII,II). Indem wir unsere Augen auf den Gekreuzigten richten, beten wir den an, der gekommen ist, um die Sünden der Welt auf sich zu nehmen und uns ewiges Leben zu schenken. Und die Kirche lädt uns ein, mit Stolz dieses Kreuz zu erheben, damit die Welt das ganze Ausmaß der Liebe des Gekreuzigten zur Menschheit, zu jedem Mann und jeder Frau erkennen kann. Sie lädt uns ein, Gott zu danken, weil aus einem Baum, der den Tod gebracht hat, neues Leben sprießt . An diesem Holz macht Jesus seine unumschränkte Majestät, seine Erhöhung in Herrlichkeit sichtbar. Ja „kommt , lasst uns anbeten”. In unserer Mitte ist der, der uns so geliebt hat, dass er sein Leben für uns hingegeben hat, der jeden Menschen einlädt, sich ihm vertrauensvoll zu nähern.
Das Kreuz Christi bestimmt unser Gebetsleben in der Messe und im Beichtsakrament, im schmerzhaften Rosenkranz, dem Kreuzweg und in unseren häufigen Bekreuzigungen. Aber es ist auch ein Instrument für unsere Arbeit in der Evangelisierung. Erinnern wir uns an die kleine Geschichte, die unser Gründer in verschiedenen Artikeln und Briefen erzählt: „Ein Protestant hatte lange Zeit unsere Veranstaltungen besucht. Eines Tages sagte Br. Hanratty zu ihm: „Ist es nicht merkwürdig, dass ein guter Mann wie Sie es ablehnt, das Kreuzzeichen zu machen, das schon immer als Symbol unserer Erlösung anerkannt war”. Am nächsten Tag bekreuzigte er sich und sagte: „Das hat was für sich, John, es wird Zeit, dass ich in die Kirche eintrete”. Die Folge: einer der täglich die Kommunion empfing und seinen neuen Glauben unermesslich schätzte. Gott nützt jeden kleinen Umstand, um Menschen in die Kirche zu führen, aber wir müssen diese Gelegenheiten bereiten. Die Durchführung muss irgendwann beginnen. Maria stand unter dem Kreuz und wollte, dass die ganze Welt auf das Kreuz in Lourdes schaut. Die ist sicherlich ein wesentlicher Teil des Legionsapostolates. Wir müssen in der Lage sein, die Bedeutung des Kreuzes jenen, denen wir begegnen, besonders aber den Nichtchristen zu erklären und sie dazu zu bringen, sich eines Tages zu bekreuzigen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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