Die Legion und die Berufung zur Ehe

Allocutio: Oktober 2008
gehalten von P. Bede McGregor O.P. Geistlicher Leiter des Conciliums

Die Legion und die Berufung zur Ehe
Vor kurzem sprach ich über die Legion und die Berufung zum Priestertum im Zusammenhang mit dem Jahr der Berufungen. Heute möchte ich über die Legion und die Berufung zur Ehe sprechen, an einem besonders passenden Tag, weil heute ein Ehepaar, nämlich die Eltern von der hl. Therese von Lisieux zusammen selig gesprochen worden sind. So verkündet die Kirche erneut, dass die Ehe ein Aufruf Gottes zur Heiligkeit ist. Das wertvollste, was Louis und Zelie Martin ihren Kindern gaben, war die Liebe zu Gott und die gegenseitige Liebe zueinander. Ihre Geschichte ist zutiefst berührend und anregend und beleuchtet das außergewöhnliche Ge-schenk Gottes, nämlich die Berufung zur Ehe und der Familie. Ich empfehle ihnen besonders, sich die Lebensgeschichte dieses Ehepaares zu besorgen und sie zu lesen.
Man kann wahrlich sagen, dass es kaum einen Heiligen im Himmel gibt, der nicht durch das Herz der Ehe und der Familie gegangen ist. Selbst Gott ist zu uns durch das Herz einer Familie gekommen. Sowohl die natürliche wie die übernatürliche Ehe ist im Herzen Gottes verwurzelt, der sie entworfen und dem Herzen des Menschen entsprechend gestaltet hat. Deswegen ist die Ehe eine so heilige Berufung: Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen. Die gute Botschaft des Ehesakramentes ist das Versprechen Gottes, immer bei dem Ehepaar und dessen Familie zu sein. Das Sakrament ist ein besonderer Zugang zu einem innigen Verhältnis zu Gott und zu allen Gnaden, die für die Erfüllung dieser Berufung benötigt werden. Es ist auch klar, dass das eheliche Leben und die Liebe das normale Umfeld sind, in denen alle anderen Berufungen entstehen, wachsen und genährt werden. Die Familie ist auch die Grund-schule der Heiligkeit und Evangelisation. Von dort wird der Glaube in erster Linie an die nächste Generation weitergegeben.
Auch wenn unser Gründer Frank Duff weder eine Berufung zum Priester noch eine zur Ehe verspürt hat, hatte er doch immer eine außergewöhnliche Wertschätzung für diese Berufungen. Er sah beide als normale und schöne Früchte des Geistes der Legion und die Bestätigung der christlichen Authentizität der Legion an. Und beide Berufung haben bisher in der Legion zu-sammen mit anderen Berufung geblüht. In den nichtveröffentlichten Notizen für einen Patrizier sagte er: „Die Ehe ist ein Sakrament, eine der größten Segnungen Gottes, eine der heiligsten Dinge auf Erden. Als Sakrament müssen wir sie mit der Taufe, der Heiligen Kommunion, der Firmung, den geistlichen Berufungen und allen anderen auf eine Ebene stellen. Sie ist nicht geringer als andere Sakramente und das muss uns zu denken geben”. In einem verschiedentlich veröffentlichen Artikel schreibt er: „Da sie ein Sakrament ist, muss die Fülle der Gnaden ohne Grenzen sein, und umwandelnd sein und jede Phase des Lebens er-füllen. Aber ohne sie als Berufung zu sehen und beachten werden diese wundertätigen Gnaden großteils nicht wirksam. Das ist der Grund für alle diese unglücklichen oder banalen Bindungen – von den Ehen anderer Glaubensrichtungen kaum zu unterscheiden – die uns um-geben.
Nun hier mein Vorschlag an die Legionäre: warum nicht im vollen Geist der Berufung heiraten?… mit der Absicht die spirituelle Goldmine der Ehe auszubeuten?… und zwar in solcher Weise, dass die Ideale und Hingabe von John, der heiratet, nicht geringer sind als die seines Bruders James, der Zisterzienser wird oder seiner Schwester Nellie, die in den Karmel eintritt?. Ich stelle die Fragen: glauben wir Legionäre in die grenzenlose Gnadenfülle einer Ehe? Glauben wir, dass eine Ehe sich mit jeder anderen kirchlichen Berufung messen kann? Fördern wir und unterstützen wir ausreichend Ehen innerhalb und außerhalb der Legion?”
Jeder, der die Legion kennt weiß, wie sehr sich die Legion darum bemüht, kranke Ehen wieder aufzurichten, jene zu begleiten, die sich scheiden ließen und eine zweite Ehe eingegangen sind, und mit jenen Freundschaft zu schließen, die ohne die Hilfe durch die Gegenwart Christi im Ehesakrament zusammen leben, auch wenn sie zivilrechtlich verheiratet sind. Dieses höchst wichtige Apostolat wird um so mehr notwendig und herausfordernd werden, wenn die Regierungen in vielen Teilen der Welt ihre Unterstützung für die Ehe fallen lassen und die eigentliche Wesensart der Ehe ändern wollen. Aber der richtige Weg der Legion sich diesen Problemen, die ja Konsequenzen in der Ewigkeit haben, zu stellen, ist nicht deren Ver-dammung, und nicht aggressive Verhaltensweise, sondern durch die Vorbildwirkung von Ehen der Legionäre und vielen anderen. Es ist nicht die einzige Möglichkeit aber eine unverzicht-bare. Verkündet die gute Nachricht mit dem Beispiel einer christlichen Ehe.
Es ist unmöglich der Vision unseres Gründers bezüglich der Berufung zur Ehe in einer kurzen Allocutio gerecht zu werden, aber lassen Sie mich zum Schluss noch einige seiner Worte zitieren. Unter dem Titel „Ehen der Legionäre sind erwünscht” schreibt er: „Auf den ersten Blick sind solche Bindungen erfolgreich. Wenn es je die grundlegenden Voraussetzungen für einen Erfolg gibt, dann sicherlich in einer Ehe von Legionären. Wesen und Gnade verbinden sich hier harmonisch. Erstens finden wir hier zwei ernsthafte, aufopfernde, liebevolle, selbst-bewusste Menschen mit rechter Absicht – ein wahrer Mann und eine wahre Frau.
Zweitens finden wir zwei Seelen, die in einer ganz besonderen Weise ihre Lebenspartnerschaft unter der Führung der Heiligen Jungfrau antreten, „ich bin ganz dein meine Königin und meine Mutter,” haben sie oft mit den Lippen wiederholt und mit den Herzen gemeint. Sie haben ihre geringe Zeit der Muße und ihr Bestes im aktiven Dienst für sie gegeben. In ihrem künftigen Leben bleibt sie bei ihnen, nicht weniger als in der Vergangenheit, eine wirkliche Königin und fürsorgliche Mutter. Außerdem wird sie auf die Eheleute einen neuen Einfluss ausüben, den ich eine mütterliche Rolle nennen könnte. Denn in dem Maß in dem jeder von ihnen ihr gehört, werden sie sich gegenseitig gehören. So führt ihre legionsgemäße Abhängig-keit von ihr zu einem machtvollen Prinzip der Einigkeit mit ihnen. Wie kann man nun eine solche enge, an der Brust der Mutter der göttlichen Gnade genährte Verbindung sehen? Sicher nicht geringer als ein eheliches Vorbild schlechthin? Deshalb müssen diese Ehen von Legionären geschätzt werden. Möge es immer mehr von ihnen geben, die mit stetig höheren Standards eingegangen werden und bestimmt sind, andere nach sich zu ziehen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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