Der Advent und die wahre Hingabe an Maria

Allocutio: Dezember 2008
gehalten von P. Bede McGregor O.P., Geistlicher Leiter des Conciliums

Der Advent und die wahre Hingabe an Maria
Der Advent ist eine gute Zeit, über die Stellung Mariens in unserem Leben nachzudenken. Der Advent ist die der Vorbereitung auf das Kommen Jesu. Es ist die Zeit, Jesus in unserem Herzen und in unserer Seele als Gast herzlich willkommen zu heißen. Es ist die Zeit, unsere Freundschaft mit Jesus zu erneuern und zu vertiefen. Niemand kann uns dabei besser helfen als Maria. Wie schon der hl. Augustinus vor so langer Zeit sagte, hat Maria Jesus nicht nur in ihrem Schoß getragen, sondern in erster Linie und viel wichtiger in ihrem Herzen. Sie sehnte sich danach, das Gesicht ihres Kindes und ihres Gottes zu sehen. Die Einheit mit Maria wird uns den wahren Geist des Advents schenken: die Sehnsucht nach Jesus.
In diesem Advent möchte ich mit einer kleinen Serie von Überlegungen zur wahren Hingabe an Maria im Geiste des hl. Ludwig Maria v. Montfort und des Handbuches der Legion beginnen. Er würde gerne, die wahre Hingabe an Maria in der ganzen Welt fördern, beginnend bei unseren Legionären auf allen 5 Kontinenten und dann bei allen, die mit der Legion in den diversen Apostolaten in Kontakt kommen, aber vor allem bei unseren nichtkatholischen Brüdern und Schwestern. Wir können den Einfluss, den die wahre Hingabe an Maria auf Frank Duffs inneres Leben und die Gründung der Legion hatte, nicht hoch genug einschätzen. Die Legion wirkt dort am besten, wo die wahre Hingabe an Maria bekannt ist und auch gelebt wird. Wahr ist leider auch, dass dort wo sie vernachlässigt oder abgelehnt wird, die Legion unweigerlich zu einer Karikatur des wahren Legionsgeistes wird. Wir müssen alle stets zur unseren spirituellen Wurzeln zurückkehren, nicht nur um zu überleben, sondern auch um Erfolg zu haben.
Lassen Sie mich mit einem Auszug aus einem der Briefe Frank Duffs beginnen. Er schreibt: „Das Wesen der wahren Hingabe ist, in sich den Geist der Einheit mit Maria herzustellen. Wenn dieser Geist da ist, ist alles gegeben. Darauf könnte man die gepriesene Aussage zur Liebe Johannes des Evangelisten anwenden, nämlich, die Liebe allein überdeckt alles.
Ich denke, dass es eine grundlegende Überlegung ist, dass alles in unserer Seele dem mütter-lichen Einfluss Marias unterliegt, und zwar auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind und sogar wenn wir Maria gar nicht kennen. Ihre Rolle ist es, dem unreifen Kind, das von ihr ganz abhängt, Mutter zu sein. Daher ist es keine schwärmerische Angelegenheit, sich in diese feste Abhängigkeit zu begeben, wie sie vom hl. Ludwig angeraten wird. Diese Abhängigkeit gibt es schon, und unsere Weihe ist nichts anderes, als ihre Anerkennung”. Also ist das Wesentliche die Einheit mit und völlige Abhängigkeit von Maria.
Der Herr selbst ist das perfekte Vorbild der wahren Hingabe an Maria und das wird besonders in der Advent und Weihnachtszeit deutlich. In den neun Monaten der Schwangerschaft möchte Gott auf besondere Weise von Maria abhängig sein. Er hat dasselbe Blut und sein Herz schlägt mit ihrem Herzen. Wir müssen aber noch einmal betonen, dass Gott sich nicht damit begnügte, sein irdisches Heim im Schoß Mariens zu haben, sondern er hat sich ihrem mütterlichem Herzen und ihrer zärtlichen Liebe voll anvertraut. Er hat sich ja schon von Marias „fiat” zur Menschwerdung und zum gesamten Heilsplan abhängig gemacht. Maria ist in Gottes Plan der Angelpunkt für alle Beziehungen zwischen Himmel und Erde. Und es ist das Herz, das für die Rolle Marias im ewigen Plan Gottes für jeden von uns so sehr im
Mittelpunkt steht.
Lassen Sie mich noch etwas aus einem Brief unseres Gründers zitieren: „Sie hängen einigen Gedanken über Marias Mittlerrolle nach. Als Beispiel, wie dies funktioniert, nehmen Sie den Hals des menschlichen Körpers her. Das ist das Beispiel, dass der hl. Bernhard so gern ver-wendet hat. Wenn Sie das Handbuch der Legion hernehmen, werden Sie erkennen, dass es sich eher dem Bild des Herzen zuwendet. Es ist dem Kopf untergeordnet, aber wird vom Kopf angehalten, den ganzen Körper durch das Arteriensystem zu versorgen”. Das Herz Mariens ist der wesentliche Bezugspunkt in der Übung der wahren Hingabe an Maria. Wie der Herr selbst, vertrauen wir uns völlig dem Herzen Marias in jeder Beziehung unseres Lebens ohne Aus-nahme an. Wir vereinen uns mit ihr in unserer jeweiligen Arbeit, in unserem Familienleben, in unserer Krankheit und Gesundheit, in unserer Erholung und in allen unseren Beziehungen. Es ist ein lebenslanges Vorhaben, dass wir immer mit Gottes Gnaden und Marias Fürsprache zu leben versuchen. Das Herz Marias ist vor allem eine mütterliches Herz, wie Frank Duff schreibt: „Weil Maria vor allem eine Mutter ist, genügt es nicht, sie die „Unbefleckte” zu nennen und sie als größte aller Frauen zu bezeichnen. All dies kommt erst nach der Tatsache, dass sie Mutter ist, zuerst die Mutter Gottes und dann der ganzen Menschheit.” Wahre Hin-gabe an Maria bedeutet, dass wir sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis, in aller Ernst-haftigkeit die Anweisung des Herrn „siehe deine Mutter” befolgen”.
In dieser Allocutio haben den ersten Schritt unternommen, das auszupacken, was in der wahren Hingabe an Maria enthalten ist. Im Laufe des kommenden liturgischen Jahres werden wir über weitere Aspekte dieser Annäherung an Maria sprechen. Eine richtige Beziehung zu Maria ist für die Legion unerlässlich. Wenn sie in den Herzen jedes Legionärs besteht, wird alles andere in Form der Heiligkeit und des Apostolates folgen. Nützen Sie die Advent und Weihnachtszeit, um sorgfältig die Rolle Marias im Leben des Herrn zu betrachten. Erkennen Sie seinen Willen, von Maria abhängig zu sein. Folgen wir seinem Beispiel. Amen.

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Herzlich Willkommen

„... unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen stand,
begannen sie zu überlegen,
wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten,
damit er in Seiner Welt geliebt werde.“

(Handbuch der Legion Mariens)

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